Freitag, 2. Juli 2021

2. Juli 1921

 


Gotthilf Hahn, lediger Spinnereiarbeiter aus Backnang, wurde am 22. Februar 1915 als Landsturm-pflichtiger zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 120 eingezogen. Er kam nach zwei Monaten zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 246 und von dort am 11. Juni 1915 an die Ostfront in die Roknito-Sümpfe zum Landsturm-Infanterie-Regiment 13. Er erkrankte am 31. Juli 1915 an Halsleiden und wurde zum Landsturm-Infanterie-Ersatz-Bataillon XIII/27., dem Ersatz-Batail-lon für das Landsturm-Infanterie-Regiment 13, in die Heimat zurückversetzt. Am 11. September 1915 wechselte er zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 120 und versah dort zunächst Garnisonsdienst.
Am 23. August 1916 mußte Gotthilf Hahn zurück an die Front, diesmal nach Flandern zum Infanterie-Regiment 124, das vor Ypern im Wytschaetebogen lag. Am 26. Oktober 1916 mußte er krankheitsb-edingt ins Kriegs-Lazarett nach Gent und kam einen Monat später direkt in die Schlacht an der Somme zu seinem Regiment zurück. Im Februar 1917 mußten die Infanterie-Regimenter Personal zur Auf-stellung neuer Formationen abgeben. Gotthilf Hahn wurde am 17. Februar 1917 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 120 versetzt. Von dort zog er am 19. April 1917 wieder ins Feld an die Westfront, diesmal zum Reserve-Infanterie-Regiment 247. Nach der Großen Schlacht in Frankreich zog sich Gotthilf Hahn eine fieberhafte Erkältung zu. Er wurde am 13. April 1918 ins Kriegs-Lazarett Namur eingeliefert und von dort am 17. Mai 1918 dem Genesenden-Bataillon in Beverloo zugewiesen. Am 18. Juli 1918 als genesen zur Truppe zurückgekehrt wurde er als Brieftaubenwärter kommandiert und in dieser Funktion am 23. August 1918 durch ein Infanterie-Geschoß am Kopf schwer verwundet. Bereits im Lazarett wurde er wegen Auflösung seines Regiments am 3. September 1918 noch zum Infanterie-Regiment 120 versetzt.
Gotthilf Hahn wurde nach Aufenthalten in mehreren Lazaretten am 26. März 1920 vom Garnisons-Lazarett Tübingen entlassen. Er verstarb am 2. Juli 1921 in seiner Heimatstadt Backnang an den Folgen seiner schweren Kopfverwundung.

Sonntag, 27. Juni 2021

27. Juni 1921

 


Hermann Daiß, Zimmermann und Gerbereiarbeiter aus Backnang wurde am 30. April 1915 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 126 eingezogen und kam am 8. Oktober 1915 über das Feld-Rekruten-Depot der 39. Infanterie-Division zum Feldregiment. Abgesehen von den Monaten März bis Juli 1916, die er wegen einer Erkrankung an Lungenspitzenkatarrh im Lazarett und anschließend wieder beim Ersatz-Bataillon verbrachte, kämpfte er an der Yser und vor Verdun. 

Am 8. September 1916 wurde Hermann Daiß bei Blanzée durch ein Artillerie-Geschoß am Oberschen-kel verwundet. Es begann eine Odyssee durch die Lazarette: vom Feld-Lazarett 5/XV. A.-K. ins Reserve-Lazarett Kreuznach, Reserve-Lazarett Ludwigsburg, Reserve-Lazarett Backnang. Vereins-Lazarett Karl-Olga-Krankenhaus Stuttgart und schließlich ins Vereins-Lazarett Murrhardt, von dem er am 2. Oktober 1918 zum Ersatz-Bataillon entlassen wurde. Er wurde am 16. Dezember 1918 wieder dem aktiven Regiment in der Heimat zugeteilt, mußte aber am 19. April 1919 erneut ins Lazarett. 

Hermann Daiß wurde nach seiner Rückkehr zum Regiment am 30. September 1919 am 2. Oktober 1919 mit einer Versehrten-Vollrente von 147 Mark monatlich entlassen. Er verstarb am 27. Juni 1921 im Militär-Erholungsheim und Reserve-Lazarett Waldeck bei Nagold an den Folgen seiner Verwundung.

Donnerstag, 24. Juni 2021

24. Juni 1921

 


Otto Zaiß, lediger Weingärtner aus Untertürkheim, befand sich bei Kriegsausbruch seit dem 1. Oktober 1912 beim Grenadier-Regiment 119. Er zog am 7. August 1914 mit seinem Regiment ins Feld und wurde am 30. August 1914 bei Sassey durch eine Schrapnellkugel am Hals verwundet. Am 29. Januar 1915 kehrte er zum Regiment zurück, das jetzt an der Bzura in russisch Polen stand. Nach drei Tagen bei Koszlow-Szlachecki erneut verwundet, wurde er nach der Entlassung aus dem Lazarett am 10. April 1915 dem Ersatz-Bataillon zugeteilt. Am 2. Oktober 1915 führte ihn der Marschbefehl nach Ungarn ins Aufmarschgebiet gegen Serbien nördlich der Save. Wieder bei seinem Regiment nahm Otto Zaiß am Feldzug gegen Serbien teil, kämpfte in Flandern und an der Somme. wo er am 27. Januar 1917 vermißt wurde.
Otto Zaiß befand sich nach Mitteilung seiner Eltern an das Regiment in englischer Gefangenschaft. Er kehrte am 17. September 1919 über das Durchgangslager Göttingen in die Heimat zurück und verstarb dort am 24. Juni 1921 an den Folgen von Kriegsdienst und Gefangenschaft.

Bild: ICRC Historical Archives