Mittwoch, 17. Juni 2026

17. Juni 1926

 


Jakob Keck war vor seinem Eintritt beim Militär in der elterlichen Landwirtschaft in seinem Geburtsort Börslingen bei Ulm an der Donau tätig. Er wurde am 5. November 1915 als Kriegs-Rekrut mit dem Jahrgang 1996 zum Ersatz-Bataillon des Grenadier-Regiments 123 eingezogen. Nach der infanteris-tischen Grundausbildung kam er am 4. Juli 1916 zur 2. Ersatz-Maschinengewehr-Kompag-nie/XIII. zur weiteren Ausbildung am Maschinengewehr und wurde am 18. November 1916 zum Reserve-Infanterie-Regiment 119 an die Westfront. Er kämpfte in Nordfrankreich und Flandern. Während seiner Einsatzzeit verletzte sich Jakob Keck am 20. Februar 1917 am Bauch, nachdem er bei einem Sturz ins eigene Messer gefallen war. Nach vierwöchigem Lazarettaufenthalt und anschließender Rekonvaleszenz beim Feld-Rekruten-Depot der 26. Reserve-Division kehrte er am 3. April 1918 zu seiner Einheit zurück, die zu dieserr Zeit in der Großen Schlacht in Frankreich stand.

Jakob Keck wurde am 27. August 1918 bei Vis-en-Artois durch ein Artillerie-Geschoß am Obersche-nkel und den Hoden schwer verwundet. Es wurde zunächst angenommen, daß er verwundet in englische Gefangenschaft geraten war.

Die Regimentsgeschichte berichtet von diesem Tag:

„Der 27. August brachte nach erneutem Feuerschlag der englischen Artillerie um 6 Uhr morgens die Fortsetzung des Angriffs. Zunächst schien er vor der Hauptwiderstandslinie der 35. und 39. Inf.-Division gescheiter zu sein. Die 2. und 4. Komp. sandten Patrouillen ins Vorgelände, um die Lage zu klären und stellten bei Boiry und südwestlich davon das III. Batl. des Inf.-Reg. 176 fest. Allein die Gefahr im Süden und im Norden wuchs von Stunde zu Stunde. Überall griff der Gegner mit ungeheurer Siegeszuversicht an. Um 11 Uhr gab das Regiment Befehl, das ganze I. Batl. östlich Vis-en-Artois, das II. westlich Remy bereitzustellen, um die Engländern am Überschreiten des Cojeulbaches zu verhindern. Noch bevor er die Kampfbataillone erreichte, griffen die Engländer um 1/2 12 Uhr überraschend mit starken Massen Cherisy an. Die 39. Inf.-Division gab dem Druck nach und wich zurück. Unterdessen besetzte das II. Batl. die Höhe westlich Remy zwischen dem Cojeul- und Senséebach an der Straße Boiry-Notre-Dame und Vis-en-Artois. Das I. Bataillon setzte rechts neben der 2. Komp. die 1. und schloß die Lücke zwischen dem II. Batl., während die 3. Komp. den linken Flügel der vor Vis liegenden 4. Komp. südwärts verlängerte, und eine Gruppe leichter Maschinengewehre zum Kanonenzug der 3. Batterie Res.-Feldart.-Reg. 26 südlich Vis schickte. Kaum war die Aufstellung beendet, griff der Gegner um 12.50 südlich der Nationalstraße von neuem an. Die 39. Division, durch die wiederholten Angriffe zerschlagen, entwich kampflos nach rückwärts und überließ den Engländern die Übergänge über den Senséebach. Das I. und II. Batl., die sich noch immer Eingreifbataillone wähnten, sahen sich plötzlich in vorderster Linie einem siegestrunkenen Gegner gegenüber. Während sie sich aber noch mit westwärts gerichteter Front schlugen, drangen die Engländer in den Südostteil von Vis-en-Artois ein und faßten, trotz des heroischen Opfermuts der württembergischen Feldartil-leristen, die auf nächste Entfernung dem Gegner aus dunklen Rohren den blitzenden Tod entgegenjagten und ihn aufhielten, die 4. und 2. Komp. von hinten und in der Flanke. Von drei Seiten mit Übermacht angegriffen, zogen sich die Kompagnien, die jede kaum 40 Mann Gefechtsstärke zählten, unter den Leutnants d. R. Klipphan und Gölkel kämpfend und den Gegner am Nachstoß hindernd in Richtung Remy – Haucourt zurück. Auch das II. Batl. entzog sich der Umfassung durch Rückverlegung seiner Front. Immer wieder versuchten die Engländer aus dem Ostrand von Vis herauszustoßen, den Kompagnien des I. und II. Bataillons zu folgen und im raschen Sturmschritt der letzten zwei Tage ihren Sieg vorzutragen. Aber die Schwaben der Res.-Inf.-Reg. 119 und 121 bei Vis-en-Artois und südwärts setzten ihrem allzuleichten und allzuraschen Vordringen einen festen Damm entgegen. Artillerie- und schweres Maschinen-gewehrfeuer warf sie immer wieder in die Dorftrümmer zurück.“

Nachdem die Nachforschungen nach dem Verbleib von Jakob Keck ergebnislos blieben, wurde er am 17. Juni 1926 vom Amtsgericht Ulm für tot erklärt. Wie bei vielen anderen, deren Schicksal ungeklärt blieb, wurde das Todesdatum auf den 10. Januar 1920, dem Tag des Inkrafttretens des Versailler Vertrages und dem offiziellen Kriegsende, festgesetzt.


Sonntag, 25. Januar 2026

25. Januar 1926

 


Eugen Bolay, zu Kriegsbeginn in Stuttgart als Maler tätig, wurde am 21. September 1914 zu II. Ersatz-Abteilung der Feld-Artillerie-Regiments Nr. 65 zur Ausbildung eingezogen. Nach abgeschlossener Ausbildung rückte er am 7. März 1915 zum aktiven Regiment ins Feld an die Ostfront nach Galizien. Dort erkrankte er am 28. Juli 1915 erstmals. Er wurde in Görz im Lazarett behandelt und hielt sich anschließend zur vollständigen Genesung bei den II. Ersatz-Abteilungen der Feld-Artillerie-Regimenter 65 und 13 auf. Am 27. September 1915 kehrte er rechtzeitig zum Beginn des Serbien-Feldzuges zu seinem Regiment zurück. 

Das Feldartillerie-Regiment Nr. 65 wurde nach Abschluß des Serbien-Feldzuges Ende November 1915 nach Belgien verlegt und nahm dort ab Ende Dezember 1915 an den Kämpfen vor Ypern teil. Eugen Bolay erkrankte am 6. Juni 1916 in Flandern erneut. Nach Behandlungen in Lazaretten in Forbach, Saarbrücken und zuletzt im Vereins-Lazarett in Überruh bei Wangen im Allgäu kam er Mitte Oktober 1916 wieder zur II. Ersatz-Abteilung des Feld-Artillerie-Regiments Nr. 13. 

Zum letzten mal zog Eugen Bolay am 20. März 1917 zum Reserve-Feld-Artillerie-Regiment Nr. 26 ins Feld. Mit diesem wurde er bei Saint Quentin, Arras. französisch Flandern und im Artois eingesetzt, bevor er am 16. Juli 1917 im Heimaturlaub erneut erkrankte; seine Krankheit hatte sich bereits bei seiner letzten Erkrankung als Lungenleiden herausgestellt.

Eugen Bolay kehrte nicht mehr zur aktiven Truppe zurück. Er wurde als Kriegsrentenempfänger aus dem Heeresdienst entlassen und verstarb am 25. Januar 1926 in Stuttgart an den Folgen seiner Lungen-krankheit.



Donnerstag, 8. Januar 2026

8. Januar 1926

 


Johannes Köberle Hafner und Ofensetzer in Eßlingen am Neckar und Familienvater von drei Kindern hatte in den Jahren 1901 bis 1903 beim Infanterie-Regiment 169 gedient, hatte an zwei Reserveübungen teilgenommen und wurde als gedienter Landwehrmann bei Mobilmachung am 6. Januar 1914 zum Landwehr-Infanterie-Regiment 122 eingezogen. Das Regiment rückte unmittelbar nach Aufstellung nach Lothringen aus und verblieb während der der gesamten Zugehörigkeit von Johannes Köberle dort und im Raum nördlich Verdun.

Am 31. Januar 1917  Kam Johannes Köberle krankheitshalber ins Lazarett. Er wurde am 12. März 1917 der Genesenden Kompagnie im Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 122 zugeteilt und kam von dort am 4. Juni 1917 zum Landsturm-Infanterie-Ersatz-Bataillon 23./XIII. Am 18. Juni 1917 wurde er zur kriegswichtigen Arbeitsleistung entlassen. 

Am 21. November 1917 wieder eingezogen zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 246 zog Köberle am 14. Juni 1917 zum Infanterie-Regiment 127, da in Stellungskämpfen vor Reims lag, ins Feld. Mit diesem Regiment nahm er an den Kämpfer vor Reims und Verdun, an der Frühjahrsoffensive in Frankreich und den Rückzugskämpfen vor der Antwerpen–Maas-Stellung teil. 

Nach dem Waffenstillstand folgte die Räumung des besetzten Gebietes und der Rückmarsch zu Fuß bis in den Raum Vogelsberg in Hessen. Köberle wurde als älterer Jahrgang vor dem Heimtransport des Regiments aus dem Versammlungsbereich am 15. Dezember 1918 in die Heimat entlassen. Er erholte sich nicht mehr von den Strapazen des Krieges und verstarb am 8. Januar 1926 im Krankenhaus in Cannstatt.