Sonntag, 12. Juli 2026

12. Juli 1926

 



Julius Ruppental war mit seinen Eltern vom badischen Lahr nach Stuttgart gekommen. Nur sechzehn-jährig trat er am 8. September 1915 freiwillig beim  Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 121 ein und kam nach der Grundausbildung am 9. Januar 1916 zur weiteren Ausbildung hinter der Front zum Feld-Rekruten-Depot der 26. Infanterie-Division an die Westfront. Am 1. März 1916 zum Feldregiment versetzt, wurde er bereits sechs Wochen später vor Ypern durch einen Steckschuß im Rücken und linken Arm verwundet. Am 25. Juni 1916 kehrte er wiederhergestellt zum Regiment zurück, das noch immer in Stellungskämpfen vor Ypern lag.

Anfang August 1916 wurde das Regiment in die Schlacht an der Somme in den Raum zwischen Somme und Ancre verlegt. Die Regimentsgeschichte berichtet über die Lage vor Ort:

„Mitten an die gefährlichste Stelle, an den längst bekannten Delvillewald bei Longueval, kam das Regiment, zunächst mit dem I. Bataillon, verstärkt durch schwere M.-G. am 3. August, nachdem vorher durch den Regimentskommandeur mit den Führern bei dem abzulösenden Gren.-Reg. 12 eingehende Erkundungen erfolgt waren. Schon die Ablösung in der Stellung südlich Flers war denkbar schwierig und brachte Verluste; allein die 2,. Kompagnie hatte durch Volltreffer schweren Ausfall, eine andere mußte stundenlang im Feuer warten, bis sie an ihren Platz gelangen konnte. Gedeckte Annäherungswege gab es nicht, über freies Feld mußte der Weg gesucht werden. In der vordersten Stellung, soweit sie auf diesen Namen am Nordrand des Waldes Anspruch machen konnte, sah es übel aus. Von durchlaufenden Gräben oder Unterständen keine Rede; die Stellung war aus den letzten Kämpfen heraus erst entstanden. In den kurzen Pausen, in denen sich die englische Artillerie erholte, mußte mit Aufopferung aller Kräfte schnell wieder eine Deckung, ein notdürftiger Graben geschaffen werden, um wenigstens gegen Splitterwirkung Schutz zu finden. ( ... ) Tagsüber kreisten Geschwader von feindlichen Fliegern über dem Abschnitt; jede geringste Bewegung im Gelände wurde bemerkt und beschossen, dazu eine Hitze, die das Verlangen nach Wasser nur zu sehr berechtigte, dabei die Unmöglichkeit, bei Tag diesen Wunsch zu erfüllen. Qualvolle Stunden hatten die Mannschaften auszustehen, bis endlich die Dunkelheit es ermöglichte, Verpflegung, Getränke, Munition, Material beizuschaffen. auf „warme“ Verpflegung mußten die Leute in dieser Zeit bis zur dreitägigen Ablösung gänzlich verzichten, sie vorzubringen war einfach unmöglich.“

Julius Ruppenthal wurde am 4. August 1916 durch ein feindliches Gewehr-Geschoß am Fußgelenk verwundet. Nach Aufenthalten in Lazaretten in Magdeburg, Stuttgart und Ludwigsburg wurde er am 12. Mai 1917 zum Ersatz-Bataillon seines Regiments versetzt. In seiner Bewegung weiterhin eingeschränkt, wurde er von Mitte Juli 1917 bis Ende März 1918 zur Registratur des württembergischen Kriegsmini-steriums kommandiert. Julius Ruppenthal kehrte nicht mehr an die Front zurück. Er verstarb am 13. Juli 1926 in Stuttgart an den Folgen seiner Verwundung.