Donnerstag, 5. Juli 2018

5. Juli 1918



„Wiederum waren gewaltige Vorbereitungen getroffen worden. Zwar lagen tagsüber die zur Front führenden Straßen leer und verlassen im Sonnenbrand, aber mit Einbruch der Dunkelheit erwachte geschäftiges Leben: Erkundungsabteilungen gingen an die Front vor, lange Kolonnen von Lastkraftwagen, endlose Züge von Fahrzeugen aller Art rollten nach Süden, schwer beladen mit Munition und Gerät. Erstaunlich war der Artillerieauf-marsch und die Masse der bereitgestellten Munition, aufs sorgfältigste waren die Vorbe-reitungen zum Nachziehen der Artillerie und Minenwerfer, von Munition und Verpfle-gung über das Trichterfeld getroffen: jedes Fahrzeug war mit Faschinen und Bohlen zum Überwinden von Gräben und Trichtern ausgerüstet, besondere Pioniertrupps stan-den bereit, um Wege und Übergänge herzustellen, beim Vorschleppen der Geschütze und Fahrzeuge mitzuhelfen. Peinlichste Sorgfalt wurde insbesondere auch der Geheim-haltung des Angriffsplanes gewidmet: Urlaub und Feldpostverkehr mit der Heimat waren beschränkt, strengstes Schweigen jedermann zur Pflicht gemacht, niemand durfte die Unterkunft ohne schriftlichen Ausweis verlassen. Angesichts dieser Vorbereitungen war die Stimmung zuversichtlich.“

aus: „Das Grenadier-Regiment „Königin Olga“ (1. Württ.) Nr. 119 im Weltkrieg 1914-1918“, Stuttgart 1927

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