Mittwoch, 6. Juni 2018

6. Juni 1918



„In der Nacht vom 5. / 6. Juni zogen wieder die tüchtigsten Streifgänger der Kompag-nien auf bekannten Wegen aus. Sie stellten an der ganzen Front des Regiments die bisherigen Posten fest. Führer der Patrouille der 6. Kompagnie in C 2 a war Vizefeld-webel Müller. Sergeant Glatthaar, der vom Feldrekrutendepot der Kompagnie zugeteilt war und gebeten hatte, bei der Kompagnie bleiben zu dürfen, ging freiwillig mit. Müller ging mit Glatthaar, dem Gefr. Maier, den Unteroffizieren Herdeg und Zeininger und drei andern Streifgängern kühn bis zur dritten feindlichen Linie bei R. P. 1 vor. Die Patrouille erhielt flankierendes M.-G.-Feuer, wodurch Glatthaar, der zur Beobachtung auf den Grabenrand gestiegen war, schwer verwundet wurde. Obwohl nun alle feindli-chen Posten feuerten und Handgranaten warfen, trug Vizefeldwebel Müller den verwun-deten Kameraden zum Teil auf dem Grabenrand (Grabentüren!) zurück bis in die zweite feindliche Linie. Die Loslösung vom Gegner gelang, doch Glatthaar starb bald nach der Einbringung in einem Unterstand. Die Kompagnie und alle Befehlsstellen bis zur Brigade bedauerten den Tod dieses tapferen Soldaten.“

aus: „Das Württembergische Landw.-Inf.-Regiment Nr. 122 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1923

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