Dienstag, 24. Januar 2017

24. Januar 1917


„Deutsches Eck, Kap der guten Hoffnung – welche Ironie! –, Herbebois, Ornes, Ornes-schlucht, Chaumewald, Kegelbahn, Fosseswald sind Namen, die wir nie vergessen werden. Harte, entbehrungsreiche Wochen waren uns in dieser Stellung zuteil. Große Anforderungen werden gestellt zu Taten, die keinen Ruhm einbringen, die aber recht schwer für alle Teile des Regiments sind. In stiller, von der Allgemeinheit nicht beachteter Arbeit tut jeder unter den schwierigsten Verhältnissen seine Pflicht, sei es bei der Kompagnie, sei es bei irgend einem Kommando.
Mit bitterer Wehmut stellen wir uns vor, wie vor wenigen Monaten deutsche Truppen hier fabelhafte Heldentaten vollbrachten, wie sie die wieder weit jenseits der feindlichen Linien liegenden Forts Douaumont und Vaux unter schwersten Opfern erstürmten und monatelang hielten, und wie das nun wieder fast alles verloren gegangen ist. Das Grauen liegt auf dieser Front, es weicht nicht mehr, es drückt wie ein Alp auch auf uns. Schweben nicht die Geister der Tausenden und Abertausenden, die in der Hölle von Verdun zu Tode gehetzt wurden, um uns? Ist da auch nur ein Quadratmeter, der nicht reichlich Blut getrunken hätte?
Am 24. Januar 1917 wir das Regiment aus dieser toten, öden, dreckigen Stellung herausgezogen. Die Ablösung empfinden wir alle als Erlösung.“


aus: „Ehrenbuch des württembergischen Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 248“, Stuttgart 1932

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