Mittwoch, 11. Januar 2017

11. Januar 1917


„Selten wird der Himmel so viele schwäbische Flüche haben hören müssen, wie damals vor Verdun.
Und dennoch wurden wir der Schwierigkeiten Herr. Unsere eigene Artillerie kam. Gleich am ersten Tag waren deren Offiziere vorne in der Stellung, und nun besserte sich sofort das eigene Artilleriefeuer und die Nervosität hörte auf. Heiße Getränke kamen in die Stellung und schließlich auch Stollenholz und Werkzeug. Die Division hatte sich außerstande erklärt, für das Herbeischaffen zu sorgen. Das Regiment mußte die Pferde selber stellen. Aber die Hauptsache war, daß es seinen Zweck erreichte. Das Minieren war freilich äußerst schwierig. Glashartes Gestein stand zwischen dem Kalk an, und Sprengungen waren nötig. Aber wir kamen weiter und jeden Tag fanden ein paar Leute mehr ein Unterkommen.
Die herumliegenden Pferdeleichen in der Ornesschlucht und dem schauerlich zerstörten Ornes verschwanden allmählich, die riesigen Mengen von Artilleriemunition, Minen und Körben wurden abgefahren, die größten Löcher in den Wegen zugeschüttet. Und vor allem: Das Wetter besserte sich insofern, als es von nun an trocken kalt blieb. Die ganze Landschaft war schneeweiß, und nur die Granateinschläge hoben sich daraus als schwarze Kleckse ab.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 247 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1924

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