Sonntag, 20. November 2022

20. November 1922

 


Otto Sternhuber, lediger Straßenbahnwagenführer aus Stuttgart, wurde am 30. Juli 1917 als Rekrut zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 119 eingezogen und am 31. Oktober 1917 zur Ausbildung am Maschinengewehr zur 3. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie/XIII. nach Münsingen versetzt. Am 16. November 1917 mußte er krankheitsbedingt für drei Wochen ins Reserve-Lazarett VII in Stuttgart. Nach Ende der Ausbildung am Maschinengewehr wurde Otto Sternhuber am 21. März 1918 „zur Einkleidung“ dem Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 125 überwiesen und rückte von dort zur Württembergischen Vermessungs-Abteilung Nr. 25 ins Oberelsaß und im Juni 1918 nach Nordfrankreich, wo er bis zum Waffenstillstand verblieb. 

Nach dem Rückmarsch wurde Otto Sternhuber am 18. Dezember 1918 zur Entlassung zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 125 versetzt. Otto Sternhuber war nicht direkt an Kampfhandlungen beteiligt. Er verstarb am 20. November 1922 in seiner Heimatstadt Stuttgart „an Kriegsfolgen“. Mangelnde Ernährung und Unterbringung während des Kriegseinsatzes werden zu seiner späteren Erkrankung beigetragen haben.

Samstag, 29. Oktober 2022

29. Oktober 1922

 


Eugen Drechsel wurde am 21. September 1914 zur Ersatz-Eskadron des Dragoner-Regiments 25 eingezogen. Am 24. April 1915 wurde er zum Feldregiment an die Westfront in die Stellungskämpfe in französisch Lothringen versetzt. Er nahm bis Ende Februar 1917 an allen Einsätzen des Regiments teil, die bis Oktober 1916 hauptsächlich im Ordnungsdienst im gesamten belgischen Etappengebiet bestanden. Von Oktober 1916 bis Februar 1917 nahm das Regiment am Rumänienfeldzug teil.
Am 2. März 1917 wurde Eugen Drechsel ausgetauscht und kam zur Ersatz-Eskadron in die Heimat zurück. Die Schonung dauerte jedoch nicht lange. Schon am 30. März 1917 mußte Eugen Drechsel wieder zum Regiment ins Feld. Dieses befand sich wieder in Belgien zum Grenzschutz an der holländischen Grenze. Das Regiment wurde ab Juni 1917 im Bereich der gesamten Westfront eingesetzt, um in gefährdeten Bereichen einzuspringen oder schwach besetzte Abschnitte zu entlasten. Im Oktober 1917 mußten die Pferde zur Artillerie abgegeben werden und die Dragoner wurden nur noch infanteristisch eingesetzt.

Eugen Drechsel geriet am 31. August 1918 im Abwehrkampf bei Ecoust-Saint Mein in englische Gefan-genschaft. Er kehrte am 14. Mai 1919 gesundheitlich angeschlagen aus der Gefangenschaft zurück und wurde der Genesenden-Eskadron des Regiments zugeteilt. Von dort wurde er am 3. Juli 1919 wegen Erkrankung an einer Rippfellentzündung ins Garnisons-Lazarett Ludwigsburg eingewiesen. Nach seiner Entlassung aus dem Lazarett am 14. Februar 1920 wurde Eugen Drechsel noch kurz der Wirtschafts-Eskadron des Dragoner-Regiments 25 zugeteilt und schließlich am 31. März 1920 aus dem Militärdienst entlassen. Er verstarb am 29. Oktober 1922 an den Folgen seiner Erkrankung.
 
Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 590

Samstag, 1. Oktober 2022

1. Oktober 1922


Wie viele gediente und im Umgang mit Pferden vertraute Kavalleristen wurde Wilhelm Maisch als Fahrer zur Artillerie eingezogen. Er kam am 27. März 1915 zur II. Ersatz-Abteilung des Feldartillerie- Regiments 29 und von dort am 19. August 1915 zur leichten Munitions-Kolonne der III. Abteilung des Reserve-Feldartillerie-Regiments 26 ins Feld an die Westfront. Bereits am 28. August 1915 wurde er wegen eingeschränkter Leistungsfähigkeit in die Heimat zurück geschickt und der II. Ersatz-Abteilung des Feldartillerie-Regiments 49 zugeteilt. Weierhin schonungsbedürftig wurde er am 19. November 1915 zum zentralen Pferde-Lazarett des XIII. Armeekorps in Ludwigsburg versetzt.
Wegen des steigenden Personalbedarfs an der Front mußte auch Wilhelm Maisch wieder ins Feld,. Er kam am 23. April 1916 zum Reserve-Feldartillerie Regiment 54 nach französisch Flandern und wurde am 23. September 1916 zum Landwehr-Feldartillerie-Regiment 2 in die Stellungskämpfe vor Verdun versetzt. Am 28. September 1916 mußte er sich wegen eines fieberhaften Bronchialkatarrhs erstmals in medizinische Behandlung begeben. Am 12. Okrober 1916 kehrte er zum noch vor Verdun stehenden Regiment zurück.
Wilhelm Maisch erkrankte am 8. September 1917 erneut. Nach Entlassung aus dem Lazarett kam er am 4. Oktober 1917 zur II. Ersatz-Abteilung des Feldartillerie-Regiments 49. Am 19. November 1917 kehrte er in die Stellungskämpfe vor Verdun zurück, diesmal zum Reserve-Feldartillerie-Regiment 26. Am 23. November 1917 mußte er krankheitsbedingt wieder ins Lazarett, er kam nach seiner Entlassung zur Genesenden-Abteilung des Feld-Rekrunten-Depots der 26. (Württembergischen) Reserve-Division und kehrte am 24. Juli 1918 zum Regiment zurück.
Im September 1918 erhielt Wilhelm Maisch Heimaturlaub bis 8. Oktober 1918. Auf Grund der im Oktober 1918 verhängten Beförderungssperre konnte er nicht an die Front zurückkehren und wurde nach Eintritt des Waffenstillstandes vom Ersatz-Truppenteil entlassen. Er verstarb am 1. Oktober 1922 an den Spätfolgen seiner Erkrankungen im Kriegsdienst.