Sonntag, 13. September 2020

13. September 1920


Adolf Diller wurde am 18. Juni 1917 als ungedienter Landsturm-Rekrut zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 122 eingezogen. Nach der infanteristischen Grundausbildung kam er als gelernter Mechaniker am 31. Oktober 1917 zur 3. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie XIII. zur Spezial-ausbildung am Maschinengewehr. Am 26. Mai 1918 rückte Adolf Diller ins Feld zur 26. (Württembergischen) Reserve-Division, die im Bereich zwischen Arras und Albert in heftigen Kämpfen stand, und wurde am 29. Mai 1918 dem Reserve-Infanterie-Regiment 121 zugeteilt. 
Am 18. August 1918 wurde Adolf Diller 1800 Meter nördlich Hendecourt südöstlich Arras durch ein Artillerie-Geschoß am Kopf verwundet. Nach Erstversorgung auf dem Hauptverbandplatz wurde er fünf Tage später in ein frontnaher Kriegslazarett eingeliefert, aus dem er am 21. September 1918 zu seiner Einheit zurückkehrte. 
Albert Diller nahm noch an der Abwehrkämpfen in Nordfrankreich, der Räumung des besetzten Gebietes und dem Rückmarsch in die Heimat teil. Am 11. Dezember 1918 wurde er im Zuge der Auflösung der Reserve-Regimenter zur 2. MG-Kompagnie des Infanterie-Regiments 180 versetzt und von dort am 12. Februar 1919 in die Heimat entlassen. Er muß im Februar 1920 an Kriegsfolgen erkrankt sein und Versorgungsansprüche geltend gemacht haben, da sein Militärpaß am 21. Februar 1920 an die Versorgungsstelle beim Bezirks-Kommando Hall gesandt wurde. Die Todesursache ist nicht bekannt.

Montag, 7. September 2020

7. September 1920

 


Hermann Häbich wurde am 1. Juni 1915 als landsturmpflichtig zur II. Ersatz-Abteilung des Feldartil-leriere-Regiments 49 eingezogen und kam nach verkürzter Grundausbildung am 27. Juli 1916 zum Feldartillerie-Regiment 116 ins Feld bei Cambrai. Nachdem er die Kämpfe in Rußland und Lothringen in den Jahren 1915 und 1916 unbeschadet überstanden hatte, wurde er am 22. September 1916 an der Somme von einem eigenen Geschütz überfahren und zog sich dabei eine starke Quetschung des linken Fußes zu.

Nach Aufenthalt in mehreren Lazaretten wurde Hermann Häbich am 15. November 1916 zur II. Ersatz-Abteilung des Feldartillerie-Regiments 65 versetzt und kam von dort, unterbrochen durch einen sechs-wöchigen Zwischenaufenthalt bei der Feldartillerie-Abteilung 298 am 12. April 1917 wieder ins Feld zum Feldartillerie-Regiment 238 nach Nordfrankreich. Am 11. September 1917 erkrankte er, bei Arlon, verursacht durch die „Erkältungsschädlichkeiten des Feldaufenthaltes“ an Ruhr. Nach Wiederherstellung im Etappen-Lazarett in Arlon und im Reserve-Lazarett in Frankfurt am Main kam er am 16. November 1917 zur II. Ersatz-Abteilung des Feldartillerie-Regiments 49 zurück.

Am 6. Februar 1918 zug Hermann Häbich nochmals nach Nordfrankreich ins Feld zum Feldartillerie-Regiment 281. Mit diesem nahm er an der Frühjahrsoffensive 1918, den Kämpfen um Reims und den Rückzugskämpfen teil. Eine Erkrankung an Fieber und Mandelentzündung überstand er vom 27. Mai bis 2. Juli 1917 bei einer Genesenden-Abteilung im Feld. Am 20. November 1918 wurde er auf dem Rück-marsch durch die Eifel wegen einer „durch die Strapazen des vorangegangenen Feldaufenthaltes“ ausge-lösten Erkrankung an Magen- und Darmkatarrh sowie offener Lungentuberkulose“ an die Krankensam-melstelle Bitburg überwiesen. Von dort kam er in die Heimat in die Lungenheilanstalt Wilhelmshöhe bei Backnang, von der er am 16. September 1919 entlassen wurde.

Hermann Häbich verstarb am 7. September 1920, ein Jahr nach seiner Entlassung, im Vereins-Lazarett in Ludwigsburg an den Folgen seiner Erkrankungen. 

Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 518



Sonntag, 23. August 2020

23. August 1920



Musch, Franz, Schuhmachermeister, verh., 23. 8. 20. War Friedenssoldat und im Sommer 14 typhuskrank. erst im Juni 15 rückte er, 41jährig, ein und zwar zum Lst.-Bat. Ravensburg, 2. Komp., nach Friedrichshafen-Löwental, wo er dem Grenzschutz oblag. Vom September 15 leistete er in Münsingen im Lst.-Ers.-Bat. 13 Ordonnanzdienste. Im März 16 wurde er beurlaubt. Im Lw.-I.-Reg. 123 zog er sodann im Oktober 16 zum Regiment nach Oberelsaß, wo er mehrererorts sich an Kämpfen beteiligte. Wegen Krankheit kam er an Weihnachten 17 in das Lazarett zu Freiburg, später nach Hall, Stuttgart, zuletzt zur Genesenden-Komp. nach Ravensburg. Im Sommer 18 wurde er entlassen.“

 aus „Das Eiserne Buch der Stadt Mengen“, Mengen 1924


Franz Musch war am 20. Dezember 1917 an einem Ekzem an der Nase und am Lidrand erkrankt. Er kam am 10. Februar 1918 aus dem Lazarett zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 123 und wurde nach dessen Auflösung am 4. April 1918 vom Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 124 aus dem Heeresdienst entlassen.
Franz Musch verstarb am 23. August 1920 an den Spätfolgen seiner Erkrankung. Er hinterließ seine Witwe Maria, geb. Brüstle mit vier Kindern.

Montag, 17. August 2020

17. August 1920

 
Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 707.

Robert Besenfelder trat am 28. März 1888 beim Grenadier-Regiment 123 in den Militärdienst ein und war bei Kriegsausbruch war er als Hauptmann im Infanterie-Regiment 127 tätig. Er wurde am 3. August 1914 als Bataillonskommandeur zum Reserve-Infanterie-Regiment 119 versetzt. Am 31. Oktober 1914 kehrte er als Bataillonskommandeur zum Infanterie-Regiment 127 zurück und verblieb dort bis zum 8. Februar 1915, an dem er sich auf Grund einer Erkrankung an Gelenkrheumatismus in Lazarettbehand-lung begeben mußte. Wieder genesen übernahm er am 27. Juli 1916 die Führung eines Bataillons beim Landwehr-Infanterie-Regiments 119 und am 4. September 1916 die des ganzen Regiments als Regi-mentskommandeur. Am 18. Juli 1917 wurde Robert Besenfelder zum Kommandeur der mobilen Etappen-Kommandantur 316 ernannt und nahm als solcher am Italien-Feldzug im Herbst und Winter 1917 / '18 teil. Als bewährtem Organisator wurde ihm am 6. März 1918 die Stelle des Kommandeurs des Militär-Bezirks Berditschew in der Ukraine übertragen, die er bis 25. Dezember 1918 bekleidete, wobei er sich große Verdienste um die Rückführung der aus der Ukraine und Südrußland heimkehrenden deutschen Truppen erwarb.
Robert Besenfelder wurde nach Rückkehr in die Heimat ab Februar 1919 als Kommandeur des Landwehr-Bezirks Horb am Neckar verwendet. Anfang Dezember 1919 kam er zum Durchgangslager für zurückkehrende Kriegsgefangene in Eglosheim und von Anfang Februar 1920 bis Mitte April 1920 zu Zuchthausdirektion Ludwigsburg. 
Robert Besenfelder nahm am 14. April 1920 seinen Abschied. Er verstarb am 17. August 1920 an den Folgen der 1915 in den Argonnen zugezogenen rheumatischen Erkrankung.  

Mittwoch, 5. August 2020

5. August 1920



Erwin Rexer wurde nach Abschluß seiner Ausbildung zum Vermessungstechniker am 18. Juni 1917 zur II. Ersatz-Abteilung des Feld-Artillerie-Regiments 29 eingezogen. Nach der artilleristischen Grundaus-bildung wurde er am 3. November 1917 zur weiteren Ausbildung zur Ersatz-Abteilung der Württem-bergischen Gebirgs-Kanonen-Abteilungen 2 und 4 in Sonthofen versetzt. Er kam am 4. Januar 1918 ins Feld und wurde am 17. Januar 1918 der Gebirgs-Kanonen-Batterie 11 zugeteilt. Am 23. März 1918 wurde Erwin Rexer in der Durchbruchsschlacht Monchy – Cambrai leicht verwundet und kam nach seiner Wiederherstellung am 19. April 1918 zur Ersatz-Abteilung zurück und wurde laut Stammrollen-eintrag am 30. November 1918 aus dem Heeresdienst entlassen.
In den Unterlagen von Erwin Rexer befindet sich eine Quittung des Reserve-Lazaretts Weissenau bei Ravensburg aus dem Jahre 1919. Er muß nach seiner Entlassung dort eingewiesen worden sein. Das Reserve-Lazarett Weissenau war auf die Behandlung sogenannter Kriegsneurotiker spezialisiert, zu denen Erwin Rexer wohl gerechnet werden muß. Er verstarb am 5. August 1920 in seiner Heimatstadt Stuttgart.

Montag, 3. August 2020

3. August 1920



Friedrich Nanz, Straßenwart in Stuttgart, wurde am 15. Januar 1915 als ungedienter Landsturmrekrut zum Ersatz-Bataillon der Landwehr-Infanterie-Regiments 119 eingezogen. Nach Ableistung der infanteristischen Grundausbildung wurde er am 7. April 1915 dem Landwehr-Infanterie-Regiment 126 zugeteilt, das sich in Stellungskämpfen im Oberelsaß befand. 
Am 3. Mai 1915 wurde Friedrich Nanz auf Höhe 125 bei Sennheim durch einen Minenschuß an der Brust und am rechten Oberschenkel schwer verwundet. Er kam zunächst ins Feld-Lazarett nach Lutterbach, von wo er nach Feststellung eines Lungenschusses am 10. Mai 1915 in die Verwundeten-Sammelstelle im Hasenrain-Spital in Mülhausen und am 12. Mai 1915 ins Reserve-Lazarett in Nürtingen verlegt wurde, in dem er bis zum 9. Oktober 1915 verblieb. Am 9. Oktober 1915 wurde er ins Zweiglazarett königliches Schloß in Stuttgart und am 9. November 1915 ins Karl-Olga Krankenhaus in Stuttgart verlegt. Am 20. Dezember 1915 kehrte er ins Zweiglazarett königliches Schloß zurück. Über ein Jahr später, am 24. Januar 1917 wurde Friedrich Nanz aus dem Lazarett entlassen und zur Genesenden-Kompagnie des Ersatz-Bataillons des Landwehr-Infanterie-Regiments 126 versetzt. Am 10. März 1917 wurde er als „garnisonsdienst- und arbeitsverwendungsunfähig = kriegsunbrauchbar“ mit einer 75 %-igen Teilrente als Kriegsversehrter aus dem Heeresdienst entlassen.
Friedrich Nanz starb am 3. August 1920 in Stuttgart an den Spätfolgen seiner Verwundung. Er hienterließ Frau und zwei Kinder.

Montag, 20. Juli 2020

20. Juli 1920



Otto Zimmermann wurde am 1. Juli 1918 als 17-jähriger Abiturient von de Schulbank weg zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 246 eingezogen. Er zog noch am 20. Oktober 1918 zum Feld-Rekruten-Depot der 204. Infanterie-Division an die Westfront und wurde dort am 26. Oktober 1918 der 2. Kompagnie zugeteilt. Ins Kampfgeschehen mußte er nicht mehr eingreifen. Mit dem Feld-Rekruten-Depot marschierte er nach dem Waffenstillstand im Westen zurück in die Heimat und wurde dort am 21. November 1918 entlassen.
Otto Zimmermann erkrankte nach seiner Entlassung an den Spätfolgen des Heeresdienstes und verstarb am 20. Juli 1920 in Obereßlingen.

Samstag, 18. Juli 2020

18. Juli 1920




Johann Manz wurde am 18. Juni 1917 im Alter von 18 Jahren zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 121 eingezogen. Nach der infanteristischen Grundausbildung wurde er am 31. Oktober 1917 zur 3. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie nach Münsingen zur weiteren Ausbildung am MG 08 versetzt. Am 21. Mai 1918 kam Johann  Manz zur 3. MG-Kompagnie des Reserve-Infanterie-Regiments 119 in das Gebiet zwischen Arras und Albert an die Front. Bei den Rückzugskämpfen ab dem 8. August 1918 erwarb er sich am 14. Oktober 1918 kurz vor Ende der Kampfhandlungen das EK II.
Johann Manz wurde nach Waffenstillstand und Rückmarsch in die Heimat am 21. Dezember 1918 infolge Demobilmachung zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 119 versetzt, da er als Jahrgang 1899 seine Wehrdienstzeit noch nicht abgeleistet hatte. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt, da die Stammrollen des Ersatz-Bataillons teilweise nicht mehr erhalten sind. Vermutlich wurde er wie die Mehrzahl seiner Altersgenossen im Januar 1919 entlassen. Er verstarb am 18. Juli 1920 in seiner Heimatstadt Tuttlingen an den Folgen seines Militärdienstes.

Dienstag, 14. Juli 2020

14. Juli 1920



Fritz Schaude kam nicht mehr an die Front. Er wurde kurz vor Waffenstillstand am 7. November 1918 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 125 eingezogen und nach der infanteristischen Grundausbildung am 24. Februar 1919 zum Ulanen-Regiment 20 versetzt. Infolge Demobilmachung wurde er am 31. März 1919 aus dem Heeresdienst entlassen. Er verstarb am 14. Juli 1920 an den Folgen einer Erkrankung auf Grund des Wehrdienstes im Vereins-Lazarett in Ulm. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt.

Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 513

Montag, 29. Juni 2020

29. Juni 1920



Karl Wieland hatte in den Jahren 1901 bis 1903 beim Füsilier-Regiment 122 gedient. Am 6. August 1914 wurde er als Reservist zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 119 eingezogen und von dort am 5. September 1914 zum neu aufgestellten Reserve-Infanterie-Regiment 246 versetzt. Dieses Regiment marschierte nach kurzer Ausbildungszeit am 12. Oktober 1914 aus, um an dem Wettlauf zur Belgischen Küste teilzunehmen. Die militärische Karriere von Karl Wieland endete bereits am 24. Oktober 1914. Beim Sturm auf Reutel wurde er an der Hand schwer verwundet. Er verstarb am 29. Juni 1920 in Stuttgart an den Spätfolgen seiner Verwundung.

Montag, 22. Juni 2020

22. Juni 1920



Josef Sachsenmaier verstarb als sogenannter Kriegsneurotiker. Er wurde am 4. August 1914 als Reservist zum Grenadier-Regiment 119 einberufen und marschierte am 28. August 1914 ins Feld. Am 10. September 1914 durch ein Infanterie-Geschoß am Fußgelenk verwundet, kehrte er am 10. September 1914 vom Lazarett zum Ersatz-Bataillon zurück und zog am 21. Dezember 1914 wieder zu seinem zwischenzeitlich in Russisch-Polen an der Bzura stehenden Regiment ins Feld.
Josef Sachsenmaier erlitt am 3. Januar 1915 an der Bzura einen Nervenschock, vermutlich durch eine in unmittelbarer Nähe explodierende Granate. Nach Aufenthalten im Marine-Hospital in Hamburg-Weddel, im Weimar-Spital in Stuttgart und im Katharinenhospital in Wildbad kam er am 29. Juni 1915 wieder zum Ersatz-Bataillun des Grenadier-Regiments 119. Von dort wurde er am 1. September 1915 mit anerkannter Kriegsdienstbeschädigung und 75 %-iger Arbeitsunfähigkeit entlassen. Er verstarb nach mehrjährigem Leiden im Pflegeheim in Stuttgart.

Dienstag, 16. Juni 2020

16. Juni 1920



Eugen Maier wurde am 4. Januar 1917 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 121 eingezogen. Er kam am 29. Juli 1917 zum Feld-Rekruten-Depot der 26. (Württembergischen) Infanterie-Division hinter die Front und wurde am 6. August 1917 der 3. Kompagnie des Infanterie-Regiments 125 zugeteilt, die in der Nähe von Lille in Ruhe lag. Entsprechend seinem Zivilberuf wurde Eugen Maier als Kompagnieschneider verwendet und war in den Gefechtspausen hauptsächlich damit beschäftigt, beschädigte Uniformstücke wiederherzustellen. Er kämpfte mit seinem Regiment in der Herbstschlacht in Flandern, im Italien-Feldzug, der Großen Schlacht in Frankreich, der Durchbruchsschlacht bei Reims und schließlich in der Rückzugskämpfen bis in die Serre-Stellung.
Einen Tag vor Beginn des Waffenstillstandes, am 10. November 1918, wurde Eugen Maier bei der La Saboterie-Ferme bei Martigny von einem Infanterie-Geschoß am Fuß verwundet. Er verstarb am 16. Juni 1920 in seinem Heimatort Stammheim an den Folgen seiner Verwundung.

Mittwoch, 10. Juni 2020

10. Juni 1920



Alfred Aupperle wurde am 26. Mai 1916 zum Ersatz-Bataillon des Grenadier-Regiments 119 eingezogen und kam am 30. Oktober 1916 zum Rekruten-Depot der 26. (Württembergischen) Infanterie-Division hinter die Front und wurde am 5. November 1916 der 11. Kompagnie des Feldregiments an der Somme zugeteilt. Am 31. Oktober 1917 wurde er bei Codroipo in Norditalien durch einen Gewehrschuß in die Brust schwer verwundet und wurde nach seiner Wiederherstellung in Lazaretten in Norditalien und Deutschland am 11. Januar 1918 dem Ersatz-Bataillon überwiesen. 
Alfred Aupperle kam am 13. Oktober 1918 kurz vor dem Waffenstillstand wieder zu seiner alten Kompagnie, die sich in Rückzugskämpfen am Chemin des Dames befand. Am 25. Oktober 1918 geriet er beim Kampf um Vesles zusammen mit 161 Regimentskameraden in französische Gefangenschaft.
Alfred Aupperle erkrankte in Gefangenschaft schwer. Er kehrte bereits am 9. September 1919, ein halbes Jahr vor den regulären Entlassungen, aus der französischen Gefangenschaft zurück und verstarb nach längerem Leiden am 10. Juni 1920 im Versorgungs-Lazarett in Stuttgart.


Bilder: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 590

Samstag, 30. Mai 2020

30. Mai 1920



Christof Wieland, Schreiner aus Heilbronn, wurde am 21. September 1916 als ungedienter Landsturm-mann zum Ersatz-Bataillon des Landwehr- Infanterie-Regiments 121 eingezogen. Er kam nach der Infanteristischen Grundausbildung beim Ersatz-Bataillon 121 am 5. April 1917 zur weiteren Ausbildung hinter der Front zum Feld-Rekruten-Depot der 26. (Württembergischen) Landwehr-Division in Ensis-heim im Oberelsaß.
Vor Zuteilung zu einem an der Front stehenden aktiven Truppenteil erkrankte Christof Wieland am 31. Januar 1918 schwer an Lungenbeschwerden. Er kam zunächst über das naheliegende Feld-Lazarett Nr. 256 zur Kranken-Sammelstelle nach Colmar. Von dort wurde er am 1. Februar 1918 ins Kriegs-Lazarett A Abteilung 38 in Lörrach und schließlich am 13. Februar 1918 mit dem Lazarett-Zug ins Vereins-Lazarett Aalen verlegt. Am 8. März 1918 kam er von Aalen in die Lungenheilanstalt Elisabethenberg in Waldhausen bei Welzheim. Am 28. Mai 1918  zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 120 versetzt, wurde Christof Wieland am 15. Juli 1918 als arbeitsfähig Heimat mit einer Erwerbsbe-schränkung von unter 10 % in die Heimat entlassen, nachdem er als älterer Jahrgang 32 Monate Kriegs-dienst abgeleistet hatte.
Christof Wieland starb am 30. Mai 1920 in seiner Heimatstadt Heilbronn an den Folgen seiner Lungen-erkrankung.

Bild: Registerkarte des Ersatz-Bataillons/LIR 120, Hauptstaatsarchiv Stuttgart Bestand M 484



Samstag, 23. Mai 2020

23. Mai 1920




Josef Hiß trat bereits am 2. Oktober 1902 beim Dragoner-Regiment 26 in Cannstatt ein. Er zog im August 1914 als Vizewachtmeister nach Lothringen ins Feld und kämpfte nachfolgend an beinahe allen Fronten im Westen und in Rumänien. Nach der Rückkehr in die Heimat am 30. November 1918 verblieb Josef Hiß im Militärdienst und diente in mehreren Nachkriegsformationen (siehe Bild unten).
Josef Hiß verstarb am 23. Mai 1920 an Kriegsfolgen. Die genaue Todesursache kann nicht mehr festgestellt werden. Er hinterließ seine Frau Martha als Witwe mit vier Kindern.

Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 511
Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 511

Sonntag, 17. Mai 2020

17. Mai 1920



Wilhelm Klumpp, Weber aus Urach, wurde am 22. Juni 1915 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 127 eingezogen. Nach der infanteristischen Grundausbildung wurde er am 5. Oktober 1915 dem Reserve-Infanterie-Regiment 122 zugeteilt, das in Stellungskämpfen nordwestlich Reims stand. Am 16. November 1915 an Lungenspitzenkatharr erkrankt, kam Wilhelm Klumpp nach Behandlung in mehreren Lazaretten am 20. Februar 1916 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 122 und rückte von dort am 25. Dezember 1916 erneut ins Feld zum Infanterie-Regiment 126 in die Champagne. Verwundet durch ein Artillerie-Geschoß am Oberarm am 08. Juli 1917 im Artois kam er nach erneuten Aufenthalten in Lazaretten und beim Ersatz-Bataillon am 10. September 1917 zu seinem Regiment zurück, mußte sich aber nach Aufbrechen der Verwundung am 23. November 1917 bis zum 5. Dezember 1917 nochmals in Lazarett-Behandlung begeben. 
Am 2. Juli 1918 erkrankte Wilhelm Klumpp an Grippe und wurde bis zum 9. September 1918 wiederum in mehreren Lazaretten behandelt. Nach Rückkehr zur Truppe wurde er am 11. September 1918 wegen seiner angeschlagenen Gesundheit zum Feld-Rekruten-Depot der 39. Infanterie-Division versetzt und kehrte von dort aus in die Heimat zurück. Wilhelm Klumpp starb am 17. Mai 1920 in seiner Heimatstadt Urach an den Folgen von Krankheit und Verwundung.

Grabstein auf dem Friedhof in Urach

Mittwoch, 13. Mai 2020

13. Mai 1920


Otto Schenk trat am 24. August 1914 als Kriegsfreiwilliger bei der II. Ersatz-Abteilung des Feldar-tillerie-Regiments Nr. 29 ein. Nach der artilleristischen Grundausbildung wurde er am 20. Dezember 1914 dem Feldartillerie-Regiment 13 zugeteilt, das sich zu diesem Zeitpunkt in Stellungskämpfen in russisch Polen befand. Otto Schenk kämpfte 1915 und 1916 mit seinem Regiment im Osten und Westen. Am 23. Dezember 1916 wurde er zur Ablegung der Dienstprüfung für den mittleren Verwaltungsdienst in die Heimat beurlaubt. Einen Tag vor Urlaubsende, am 30. Januar 1917, wurde er ins Weimarspital in Stuttgart aufgenommen. Die Diagnose lautete: „durch die Anstrengungen, Erkältungs- und Durchnäs-sungsschädlichkeiten des 24 monatlichen Feldaufenthalts ausgelöste Lungentuberkulose“.
Otto Schenk wurde am 14. April 1917 der II. Ersatz-Abteilung des Feldartillerie-Regiments 13 „zur Durchführung des Rentenverfahrens“ zugeteilt. Er kam am 7. Februar 1917 ins Genesungsheim Neue Heilanstalt in Schömberg bei Wildberg im Schwarzwald. Am 21. Mai 1917 wurde er „weil dauernd kriegsunbrauchbar und mithin für jetzt dienstunbrauchbar“ mit einer Versorgung von 40 % aus dem Heeresdienst entlassen. Er verstarb drei Jahre später am 13. Mai 1920 in seiner Heimatgemeinde Ohrnberg an den Folgen seiner Erkrankung.

Sonntag, 10. Mai 2020

10. Mai 1920


Adolf Schaider wurde am 28. September 1915 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 119 eingezogen und kam nach der infanteristischen Grundausbildung zur weiteren Ausbildung hinter der Front am 2. Mai 1916 zum Feld-Rekruten-Depot der 26. Reserve-Division. Am 18. August 1916 wurde er der 3. Kompagnie des Reserve-Infanterie-Regiments 119 zugeteilt, bei der er am 1. Oktober 1916 in der Schlacht an der Somme bei Grandcourt durch ein Artillerie-Geschoß an der Schulter leicht ver-wundet wurde.
Nach Behandlung seiner Wunde kam Adolf Schaider am 18. Oktober 1916 vom Lazarett zur Genesen-den-Kompagnie des Ersatz-Bataillons und wurde am 15. Januar 1917 zum neu aufgestellten Infanterie-Regiment 627 versetzt. Nachdem dieses Regiment wegen des großen Ersatz-Bedarfs bei den bereits vor-handenen Einheiten wieder aufgelöst wurde, rückte Adolf Schaider am 23. April 1917 zum Infanterie-Regiment 124 ins Feld, wo er am 29. April 1917 eintraf und in der Frühjahrsschlacht bei Arras der 11. Kompagnie zugeteilt wurde. Adolf Schaider kämpfte mit seiner Kompagnie in den Jahren 1917 und 1918 an beinahe allen Stellen der Westfront zwischen Oberelsaß und Flandern. Nach dem Durchbruch der Alliierten an der Somme am 8. August 1918 wurde er am 22. August 1918 bei Bray-sur Somme ver-mißt. Die Regimentsgeschichte berichtet über den Untergang seines Bataillons an diesem Tage: 

„Am 20. begann der Gegner sich mit schweren und schwersten Kalibern auf die Bereitschaften einzuschießen. Am 21. steigerte sich dieses Feuer, ebenso nahm die Flie-gertätigkeit zu. In der Nacht vom 21./22. August wurde die Bereitstellung des Gegners erkannt und gemeldet. In dieser Nacht sollte die vordere Linie nur noch mit einer Kom-pagnie besetzt bleiben, die zweite sollte in die Tiefenzone rücken. Da am 22. Ablösung innerhalb des Regiments geplant war, wurde dieser Befehl nur teilweise ausgeführt, das Bereitschaftsbataillon hatte sich nach vor- und rückwärts tiefer gegliedert. Die Minen-werfer und schweren M.-G. hatte auch das Kampfbataillon zurückgeschickt. Als unsere Artillerie die erkannte Bereitstellung des Gegners unter Vernichtungsfeuer nahm, das teilweise wieder sehr kurz lag, setzte 5.45 Uhr vormittags ein überwältigendes Artiller-iefeuer des Gegners ein, das bis zur Straße Bray – Fricourt zurückreichte und die Bereit-schaften mit voller Wucht traf. Nach kurzer Dauer ging das Feuer in die Feuerwalze über, das Bataillon Schaidler war verloren. Durchgebrochene Engländer schnitten es ab und nahmen die Überlebenden gefangen.“
aus: „Das Infanterie-Regiment „König Wilhelm I“ (6. Württ.) Nr. 124 im Weltkrieg 1914–1918ׅ, Stuttgart 1921

Auch Adolf Schaider war in englische Gefangenschaft geraten. Als er im Herbst 1919 aus der Gefan-genschaft zurückkehrte, trug er die tödliche Krankheit bereits in sich. Er verstarb am 10. Mai 1919 im Reserve-Lazarett Solitude bei Gerlingen.

Bilder: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 590



Donnerstag, 30. April 2020

30. April 1920


Wilhelm Seeger wurde am 29. April 1914 als gedienter Landsturmmann zum Württembergischen 2. Landsturm-Infanterie-Bataillon Stuttgart XIII/3. eingezogen und wurde dort zunächst für Wach- und Sicherungsdienste in der Heimat verwendet. Am 11. Juni 1915 wurde er zum Landsturm-Infanterie-Regiment 13 versetzt und kam in die Stellungskämpfe vor Warschau. Am 11. Februar 1916 wurde Wilhelm Seeger in die Heimat zurückversetzt und am 18. Februar 1916 zum kriegswichtigen Arbeitsein-satz vom Ersatz-Bataillon des Landsturm-Infanterie-Regiments 13 entlassen.
Am 11. September 1916 erneut zum Landsturm-Infanterie-Bataillon Rottweil XIII/6. eingezogen, wurde Wilhelm Seeger am 23. September 1916 zum Landsturm-Infanterie-Bataillon Heilbronn versetzt, das sich in den Stellungskämpfen vor Verdun befand. Nach sechsmonatigem Frontdienst kam er als scho-nungsbedürftig, er war Vater von sieben Kindern, wieder in die Heimat zum 2. Landsturm-Infanterie-Ersatz-Bataillon XIII/22., wurde von dort nach mehrmonatigem Einsatz im Wach- und Sicherungsdienst zum 6. Landsturm-Rekruten Depot in Hall versetzt und schließlich am 21. Januar 1918 aus dem Heeres-dienst entlassen.
Wilhelm Seeger verstarb am 30. April 1920 an den Folgen von schlechter Unterbringung,  körperlicher Überanstrengung und Mangelernährung während des Krieges und in der Nachkriegszeit.

Freitag, 24. April 2020

24. April 1920


Karl Wolff wurde am 21. März 1916 als ungedienter Landsturm-Rekrut zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 246 eingezogen und kam am 1. Mai 1916 zur Ausbildung am Maschinengewehr zur 3. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie XIII. Karl Wolff zog am 8. Juni 1916 zum Landwehr-Infanterie-Regiment 119 ins Feld in die Stellungskämpfe ins Oberelsaß und in den Vogesen, wo er bis zu seiner schweren Verwundung am 8. Oktober 1918 verblieb. Die Regeiments-geschichte berichtet über diesen Tag:

 „Nur einmal versuchte der Feind noch einen Vorstoß. Am 6. Oktober beginnt er mit 4 bis 6 Minenwerfern eine Bresche in das Drahtverhau zwischen P- und V-Weg in der Stellung Uffholz A zu schießen. Über 300 mittlere und schwere Minen gehen an der alten Einbruchsstelle der Franzosen nieder, wo sie schon am 19. Februar eingebrochen sind. Aus den rückwärtigen Linien sieht man dem stundenlangen Schießen zu, man sieht die Minen hoch in die Luft steigen, sieht sie niedergleiten, hört den krachenden Schlag, mit dem sie sich in den Boden einwühlen, sieht die Erdspringbrunnen hochgehen. Zwei Stunden lang dauert das Schießen, da stoppt der Franzose ab. Man wundert sich darüber. Das ist so gar nicht seine Art. Ein paar Artillerieschüsse legt er auf Höhe 371,5 und prüft mit ein paar weiterenh sein Feuer auf die anschließenden Gräben. Seine Absicht ist klar, nur weiß man noch nicht, wann der eigentliche Schlag kommt. Man ist aber auf der Hut. Die Posten und Unterstände in der gefährdeten Zone werden geräumt, das Angriffsfeld seitlich abgeriegelt. Die schweren Maschinengewehre werden zur Abwehr des feind-lichen Angriffs weiter rückwärts aufgebaut, sie sollen ihr indirektes Feuer auf die Ein-bruchsstelle legen, die leichten Maschinengewehre der 4. und der anschließenden 9. Kompagnie stehen ebenfalls schußbereit; die eigene Artillerie ist genau verständigt und bereitet ihr Sperr- und Vernichtungsfeuer auf die gefährdete Stelle vor. Die Nacht auf den 7. Oktober vergeht, aber der Franzose ist nicht gekommen. Am Mittag fliegen zwei feindliche Flieger über den Abschnitt. Sie scheinen die Verhältnisse noch einmal zu überprüfen. Die Nacht senkt sich noch einmal auf die Gräben, wo der Deutsche ge-spannt lauscht und abwehrbereit steht. Schon dämmert in der Ferne der Morgen. Da geht’s schlagartig los. 5.30 Uhr morgens läßt der Franzose Artillerie und Minenwerfer spielen; an die 500 Minen suchen das von uns in den beiden vorangegangenen Nächten notdürftig geflickte Drahtverhau noch einmal zu zerschlagen. Über 600 Artillerieschuß leichten und schweren Kalibers gehen auf die Einbruchsstelle und alle Unterstände der Umgebung nieder. Tadellos klappen die vorbereiteten Maßnahmen. Die eigenen Maschi-nengewehre rattern unaufhörlich, die eigenen Minenwerfer und die Artillerie legen auf Anruf ihr Vernichtungsfeuer auf die gefährdete Stelle. Als der Sturm vorbeibraust, gehtt der Stoßtrupp der 4. Kompagnie, deren rechter Flügelstellung der französische Angriff gegolten hatte, sofort vor. Die Spuren des Gegners sind deutlich zu sehen, Blutspuren kennzeichnen seinen Weg.“

aus: „Das Württembergische Landwehr-Inf.-Regiment Nr. 119 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1923

Karl Wolff war durch einen Granatsplitter an der Stirn schwer verwundet worden. Er kam ins Lazarett und wurde am 8. Februar 1919 vom Ersatz-Bataillon entlassen. Er verstarb am 24. April 1920 in seiner Heimatstadt Eßlingen am Neckar an den Folgen seiner Verwundung.

Sonntag, 19. April 2020

19. April 1920


Richard Pregizer.

Geboren 12. März 1888 in Essingen bei Aalen als Sohn des Pfarrers Albert Pregizer, späteren Dekans in Böblingen. Besuchte das Gymnasium in Heilbronn. Studierte 1906–12, erst Theologie, dann neuere Philologie und Geschichte, großenteils in Tübingen, dazwischen in Freiburg und Paris. Trat Herbst 1906 in die Normannia ein. Doktorierte im Februar 1912. War nach seinem Examen (Herbst 1912) als Hilfslehrer in Eßlingen, Göppingen und seit Herbst 1913 in Kirchheim tätig. Wurde während seiner Abwesenheit im Krieg zum Oberreallehrer ernannt.
Zum Militär eingerückt 1. Mai 1916 (Inf.-Rgt. 246). Ins Feld am 23. August 1916 zum Füs.-Rgt. 122. Geriet am 5. September 1916 in der schweren Katastrophe seines Regiments bei Halicz in Galizien in russische Gefangenschaft, kam zunächst in das Gefangenenlager Jerni-jar bei Astrachan an der unteren Wolga, dann kurze Zeit zum Arbeitsdienst nach Mologa und war seit April 1917 in Sibirien in dem Gefangenenlager Krasnojarsk am Jenissei. Dort starb er am 19. April 1920 am Fleckfieber.
Als Richard Pregizer im Herbst 1912 die Hochschule verließ, war er noch immer der belebende Mittelpunkt eines großen Freundeskreises. Er genoß jene unbedingte Liebe und Verehrung, die dem älteren Studenten so gerne von den jüngeren zufließt, wenn er auch mit dem Blick auf die ernsteren Lebensaufgaben nicht matt und eng geworden ist. Seine Persönlichkeit war damals ganz entfaltet und auf dem Höhepunkt ihrer Wirkung, lachend, genießend, begeistert und doch voll Maß, voll stiller Treue und Freundesgüte. Er verstand seine Pflicht zu tun, ohne daß jemand es merkte. Man sah nicht, wenn er arbeitete. Der notwendige Alltag lief geräuschlos hinter der Szene ab. Er war voll reichen Wissens, so als ob das alles in ihm selbst gewachsen wäre, eine schöne selbst-verständliche Blüte eines feinen Gemüts, das sich in guten und reifen Gedanken entfaltete. Ohne Hast und ohne banausische Mühe nahm er das aus der Welt auf, was zu seinem Wesen paßte. Sein Temperament wiegte sich in jener schönen Mitte eben-mäßiger Freude und Tätigkeit, die sich nicht in jähem Ehrgeiz stürmisch verzehrt, noch weniger zu versanden vermag in dem schlaffen Vergnügen am Niederen.
So hat er gerade in jener Zeit sein Erstlingswerk geschaffen, vielleicht den Torso von dem kommenden Lebenswerk eines deutschen Historikers, das wir, schmerzlich auf seine Rückkehr hoffend, in der Stille unserer Phantasie schon künftig unter seinen Händen vielleicht entstehen sahen. „Die politischen Ideen des Karl Follen“ nannte er die Abhandlung, die die politische Geschichte der deutschen Burschenschaft und ein Stück deutscher Einheits- und Freiheitsbewegung  in dem Spiegel einer eigenartig düsteren und fanatischen, am Horizont der Tagesgeschichte wie ein Blitz aufluchtenden und verlöschenden Persönlichkeit zusammenfaßte. Sein Lehrer, Professor Adalbert Wahl in Tübingen, der bis zuletzt mit herzlicher Anteilnahme seinen Lebensgang verfolgte, suchte ihn damals für eine wissenschaftliche Laufbahn zu gewinnen. In der Tat hat Pregizers Monographie über Karl Follen in ihrem knappen, schlichten und sachlichen Stil, der anschaulichen Gestaltungskraft und dem warmen, persönlichen Temperament in der Darstellung, ihrer kritischen Sicherheit und wesentlichen Gedrängtheit recht wenig von einer Anfängerarbeit an sich. Sie zeigt die instinktive geistige Sicherheit des Sohnes aus altem Gelehrtengeschlecht und das künstlerische Erbteil seines Urgroßvaters, des Liederkomponisten und Mörikefreundes Kauffmann. Die Früchte dieser reichen geisti-gen Anlage hatten eben bei ihm zu reifen begonnen.
Zuweilen suchen wir uns in schmerzlichem Erinnern seinen Lebensgang zu Ende zu denken. Es trieb ihn kein Ehrgeiz nach hohen Zielen. Er konnte, wann die Gelegenheit an ihn herankam, Großes leisten, fast ohne es selbst zu merken. So hat er mit seinem starken Vaterlandsgefühl den Kriegsdienst, der seinem zarten und guten Gemüt innerlich so fremd war, mit einer schönen Gelassenheit ertragen, die mehr sagte als eine heroische Gebärde und die den ganzen Adel seines Wesens enthielt. So tief er das Pathos dieser Tage innerlich empfand, so wenig war äußerlich an ihm zu merken. Er hätte vielleicht, wenn das Schicksal es erlaubt hätte, ein stilles Gelehrtendasein abseits der großen Welt gewählt, wie es der schwäbischen Natur so nahe liegt. Denn es war in ihm vor allem eine Neigung zu stillem, beschaulichem Betrachten und Genießen, zu einem prunklosen aber ebenmäßigen Aufbauen seines Persönlichkeitskreises. Er hatte sich als Lehrer, besonders zuletzt in Kirchheim, so eingelebt, daß er sich Besseres nicht wünschen konnte. Er hatte eine gutherzige, warme Menschenfreundlichkeit, die niemand verletzte, die nie seine geistige Überlegenheit fühlen ließ und doch unmerklich die Besten zum Umgang um sich sammelte. Auch in Kirchheim gehörte er einem kleinen privaten Zirkel an, der das Schöne pflegte und der ihn nach seinem Tode besonders herzlich betrauert hat. Sein Talent im lebendigen dichterischen Vortrag, der das Dramatische, Pathetische und sodann auch das Humoristische bevorzugte, und die Leichtigkeit, mit der er im Familien- und Freundeskreis kleine gesellige Feiern improvisierte, kam ihm dabei wohl zustatten.
Auch in der Gefangenschaft in Sibirien finden wir ihn bald wieder als den treuesten Freund seiner Kameraden, von allen geliebt und geehrt, auch in der Öde und Ferne gestaltend und belebend. Er leitete die Unterrichtskurse des großen Gefangenenlagers, er verwaltete die Bibliothek, er hielt vor allem selbst Vorträge über Geschichte, die großen Zulauf hatten und von seinen gebildeten Hörern als glänzend und bedeutend geschildert werden. Dies ist nicht das meiste. Er behielt den Mut und erhielt ihn den andern. In jahrelangem und immer hoffnungsloserem Warten, in dem fruchtlosen Dahin-streichen seiner besten jungen Mannesjahre, in hundert Schwierigkeiten, eine dunkle, bedrohte Zukunft vor Augen, abgeschnitten von der Heimat und umringt von tödlichen Seuchen war er heiter und fest. Die Briefe von ihm, die die Heimat erreichten, sind sorglos, freundlich, selbstverständlich; hinter ihrer Gelassenheit verbirgt sich die rüh-rendste Liebe und zarteste Schonung für seine Familie.
Als das Frühjahr 1920 und immer noch keine Änderung in der Lage der Gefangenen heranrückte, betrieb er energisch die selbständige Flucht und Heimkehr. Mit den drei ihm eng verbundenen Kameraden, mit denen er den Winter durch in der Schulbaracke allein gewohnt hatte, machte er die Vorbereitungen fertig. Die drei sind inzwischen heimgekehrt. Er selbst wurde, als schon die ersten Strahlen der Frühlingssonne zum Aufbruch mahnten, vom Fleckfieber überfallen und liegt, von treuen Freundeshänden bestattet, auf dem Friedhof von Krasnojarsk in der weiten asiatischen Ebene.
Das Schicksal dieses lieben Freundes, des guten und edlen Menschen ist so schwer, daß wir schweigen müssen, ohne es zu verstehen.“

aus: „Gedenkbuch der Tübinger Normannia für ihre Gefallenen“, Stuttgart 1921

Freitag, 17. April 2020

17. April 1920


Theodor Asperger, Maschinenbau-Ingenieur in Stuttgart hatte in den Jahren 1907 und 1908 den Einjährig-Freiwilligen-Dienst beim Grenadier-Regiment 119 abgeleistet und war 1910 anläßlich einer Übung zum Unteroffizier befördert worden. Als solcher wurde er unmittelbar nach Kriegsausbruch zum Brigade-Ersatz-Bataillon 51 einberufen und zog mit diesem ins Feld. Er wurde am 30. Oktober 1914 beim Croix des Carmes durch einen Schrapnellschuß in den Oberarm verwundet und kam nach seiner Wiederherstellung am 21. Februar 1915 zu seinem alten Regiment an die Rawka nach russisch Polen. Dort erkrankte er am 23. April 1915 an Furunkulose und einem Bluterguß am Knie. Nach kurzem Lazarettaufenthalt und Erholung im Leichtverwundetenheim in Neidenburg in Ostpreußen kehrte er am 30. Juni 1915 zum Grenadier-Regiment zurück.
Theodor Asperger wurde am 12. Juli 1915 bei Fuzki vor Przasnysz von einem Gewehr-Geschoß in den Rücken getroffen. Der Schuß verletzte das Rückenmark und führte zur Lähmung beider Beine. An die Verwundung schloß sich eine beinahe zweijährige Odyssee durch verschiedene Lazarette an: 
  • Am 13. Juli 1915 ins Feld-Lazarett 4 der 26. (Württembergischen) Infanterie-Division in Krzynowloga Mala (Klein-Mühlen).
  • Am 18. Juli 1915 ins Etappen-Lazarett in Neidenburg in Ostpreußen.
  • Am 22. Juli 1915 ins Vereins-Lazarett „Herzogliches Krankenhaus“ in Oldenburg.
  • Am 22. Oktober 1915 ins Reserve-Lazarett II in Stuttgart.
  • Am 5. März 1916 ins Vereins-Lazarett „Dinkelacker“ in Stuttgart.
  • Am 11. Mai 1916 ins Zweig-Lazarett „Bürgerhospital“ in Stuttgart.
  • Am 26. Mai 1916 ins Vereins-Lazarett „Karl-Olga-Krankenhaus“ in Stuttgart.
  • Am 18. August 1916 wieder ins Zweig-Lazarett „Bürgerhospital“ zurück.
  • Am 18. November 1916 ins Reserve-Lazarett „Katharinenstift“ in Wildbad.

Am 6. März 1917 wurde Theodor Asperger in Wildbad entlassen und wurde zur Genesenden-Kompag-nie beim Ersatzbataillons des Grenadier-Regiments 119. Er wurde am 1. April 1918, zwischenzeitlich noch zum überzähligen Vizefeldwebel befördert, als zu 100 % kriegsunbrauchbar mit einer monatlichen Rente von 146 Mark einschließlich „Verstümmelungszulage“ aus dem Heeresdienst entlassen. Theodor Asperger verstarb nach weiteren zwei Jahren Leidenszeit am 17. April 1920 im Garnisons-Lazarett Stuttgart an den Folgen seiner Verwundung.

Samstag, 11. April 2020

11. April 1920


Karl Kläger, Maurer aus Stuttgart-Ostheim, wurde am 15. Februar 1915 zum Ersatz-Pionier-Bataillon 13 eingezogen und rückte am 17. Mai 1915 mit der 5. Feld-Pionier-Kompagnie/XIII. ins Feld nach russisch Polen. Karl Kläger verblieb während der gesamten Kriegsdauer bei der Kompagnie und kämpfte unter anderem in Serbien, Flandern, an der Somme, in Italien, im Oberelsaß und in den Rückzugskämpfen ab 8. August 1918.
Obwohl er am 15. Juni 1916 schwer an Hämorrhoiden erkrankte und nach Aufenthalten im Lazarett, einem Erholungsheim bei Brüssel und anschließend beim Ersatz-Pionier-Bataillon 13 erst am 17. September 1916 wieder zur Kompagnie zurückkehrte, wurde er am 15. Dezember 1918 mit der Beurteilung „gesund kv. (kriegsverwendungsfähig)“ entlassen. Nach einem erneuten Ausbruch seiner Krankheit verstarb er am 11. April 1920 in seiner Heimatstadt Stuttgart.

Sonntag, 5. April 2020

5. April 1920


Eugen Jordan, Friseur aus Stuttgart, wurde am 1. Mai 1916 als Ungedienter  zum 4. Landsturm-Rekru-ten-Depot in Aalen eingezogen, kam am 30. Juni 1916 zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 123 und schließlich am 27. September 1916 zum Reserve-Infanterie-Regiment 247 an die Somme. Er erkrankte am 22.12.1916 in der feuchtkalten Stellung vor Verdun an Sehnenscheidenent-zündung und kam, nachdem sich im Regiments-Krankenrevier nach mehrtägigem Aufenthalt keine Besserung einstellte, am 7. Januar 1917 in das in der Schule von Pierrepont eingerichtete Etappen-Laza-rett. Am 23. Januar 1917 wurde er von dort ins Reserve-Lazarett Wiesbaden, Teillazarett Wiesbadener Hof, und am 12. Februar 1917 ins Reserve-Lazarett Stuttgart X Kunstgewerbeschule verlegt. 
Weitgehend wiederhergestellt, wurde Eugen Jordan am 4. Mai 1917 dem Ersatz-Bataillon seines Regiments überwiesen und dort der 1. Genesenden-Kompagnie zugeteilt, erkrankte aber am 12. Mai 1917 erneut an Rippfellentzündung und wurde wieder ins Reserve-Lazarett X eingewiesen. Am 31. Oktober 1917 kehrte er vom Vereins-Lazarett vom Roten Kreuz in Weilheim unter Teck, in das er am 14. August 1917 verlegt worden war. zur 1. Genesenden-Kompagnie zurück.
Eugen Jordan wurde am 28. Februar 1918 zur Arbeitsleistung bei der Firma Hermann Maier in Stuttgart entlassen. Ein Versorgungsanspruch wegen Kriegsdienstbeschädigung wurde nicht anerkannt. Er ver-starb am 5. April 1920 im Marien-Hospital in Stuttgart an der Folgen seiner Erkrankungen.

Samstag, 4. April 2020

4. April 1920


„Norbert  B e u t e r, Wilhelmstraße.
Geb. 5. Juni 1885.
Verheiratet mit Katharine geb. Stauß von Heffingen-Honenzollern seit 27. April 1912.
Sohn des Matthias Beuter
und der Helene geb. Saile.
W e h r d i e n s t:        aktiv: Gren.-Regt. 119
         im Krieg: Landw.-Inf.-Regt. 124.
Gestorben an Krankheit am 4. April 1920 im Lazarett in Ulm als Reservist.

Die 2. Württ. Landw.-Div., der das Landw.-Inf.-Regt. 124 angehörte, hatte als Abschluß im Verein mit der preuß. Garde jene furchtbaren Kämpfe im September und Oktober 1918 in den Argonnen zu bestehen, die die Räumung des hartumstrittenen Waldgebirges zur Folge hatten.
Die Amerikaner, die mit Übermacht an schweren und schwersten Geschützen, an Tanks und besonders an Menschenmassen gegen die schwachen und ausgepumpten deutschen Formationen anrannten, brachten von Mitte September 1918 an die zähen Verteidiger schrittweise zum Weichen. Unter unvorstellbarer Feuerwirkung schmolzen die Kom-panien dahin. Den Tanks und dem Massenaufgebot von Menschen der Amerikaner standen die Landwehrmänner nur mit M. G. gegenüber. Die unerhörten Leistungen der 2. Landw.-Div. können den schönsten Taten aktiver Bataillone während des Krieges gleichgestellt werden.
Die Trümmer der Division sammelten sich mit der Garde, die noch aus 300 Mann bestand, am Nordrand der Argonnen am 10. Oktober 1918 zu neuem Widerstand.
Beuter hat den ganzen Krieg hauptsächlich in ruhigen Stellungen mitgemacht, einmal wurde er leicht am Bein verwundet. Die ihm anhaftende Krankheit wurde durch die Strapazen gefördert und bald nach Kriegsende zwang ihn der Halskrebs aufs Kranken-lager, dem er erlag.
Beuter hatte aktiv gedient, wurde 35 Jahre alt und hinterließ die Witwe und 3 Kinder.“

aus: „Hirrlingen Kreis Tübingen (Württemberg) Ehrenbuch 1914-18“, Cannstatt ca. 1939

Montag, 23. März 2020

23. März 1920


Josef Bareis war bereits im Jahre 1903 zum Wehrdienst eingezogen und nach einer Woche wegen Dienstunfähigkeit wieder entlassen worden. Wegen des Krieges wurde er am 23. März 1915 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 127 eingezogen, am 5. Mai 1915 aber wieder aus dem Heeresdienst entlassen. Nochmals eingezogen am 1. September 1915 kam Josef Bareis zunächst zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 126 und am 21. Januar 1916 zum Landwehr-Infanterie-Regiment 124 ins Feld in den Argonnenwald. Nach wenigen Tagen, am 29. Januar 1916, wurde er dort mit starken Ohren-schmerzen nach der Explosion einer Mine ins Lazarett eingeliefert. Nach Aufenthalten in mehreren Lazaretten kam er am 5. August 1916 zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 124, wurde am 1. Februar 1917 dem Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 248 überwiesen, kam am 4. Oktober 1917 wieder ins Feld zum Feld-Rekruten-Depot der 26. (Württembergischen) Reserve-Division, wurde dort sofort der Genesenden-Kompagnie zugeteilt und am 30. Dezember 1917 wieder zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 180 zurückversetzt.
Am 21. Januar 1918 wurde Josef Bareis mit de Begründung „Ohrenleiden und Schwerhörigkeit“ als „arbeitsverwendungsfähig für Armierung“ eingestuft und am 23. Januar 1918 „zur Fortführung seines eigenen landwirtschaftlichen Betriebes“ zurückgestellt und nach seinem Heimatort Felldorf entlassen.
Josef Bareis verstarb am 23. März 1920 im Garnisons-Lazarett in Tübingen. Der Eintrag im Totenbuch des 10. Württembergischen Infanterie-Regiments Nr. 180 lautet: „infolge früherer Verwundung verstor-ben, Näheres nicht zu ermitteln“.

Dienstag, 17. März 2020

17. März 1920


Paul Klamser wurde am 5. November 1915 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 248 eingezogen. Er kam am 14. Juni 1916 zum Feld-Rekruten Depot der 54. (Württembergischen) Reserve-Division zur weiteren Ausbildung hinter der Front ins Feld und am 8. Juli 1916 zum Reserve-Infanterie-Regiment 248 an die Front in französisch Flandern. Wenige Tage später, am 16. Juli 1916 wurde Paul Klamser am Kopf verwundet und kam ins Lazarett. Am 15. August 1916 zur Truppe zurückgekehrt nahm er in den Jahren 1916 und 1917 an den Kämpfen seines Regiments in den Vogesen, im Artois, vor Verdun und in der Champagne teil, bis er am 16. September 1917 in den Stellungskämpfen vor Verdun schwer an Magen- und Darmkatarrh erkrankte.
Paul Klamser hätte am 16. Dezember 1917 laut ärztlichem Gutachten wieder zur Truppe zurückkehren sollen. Sein Gesundheitszustand besserte sich jedoch nur unwesentlich. Er wurde am 31. Oktober 1917 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments zurückversetzt und dort zunächst bis 22. Ok-tober 1918, später bis 22. April 1918 garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Am 30. November 1918 wurde Paul Klamser infolge Demobilmachung aus dem Heeresdienst entlassen. Eine Kriegsdienst-beschädigung wurde anerkannt, jedoch ohne Versorgung, da die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit unter 10 % eingestuft wurde. Paul Klamser starb am 17. März 1920 im Lazarett in Cannstatt an den Folgen seiner Erkrankung.

Dienstag, 10. März 2020

10. März 1920


Julius Kruck muß sich Anfang 1915 im Saarland aufgehalten haben. Er wurde am 1. März 1915 vom Bezirkskommando Saarbrücken zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 166 in Bitsch eingezo-gen. Nach absolvierter Grundausbildung kam er am 14. Juni 1915 zu einer württembergischen Einheit, dem Grenadier-Regiment 119, das zu dieser Zeit bei Przasnysz in russisch Polen im Felde stand. Laut Stammrolle geriet er am 17. Oktober 1915 dort in russische Gefangenschaft – das Regiment befand sich zu diesem Zeitpunkt aber bereits in Serbien. 
Julius Kruck wurde am 14. August 1918 ausgetauscht und kam am 18. August 1918 zur 9. Besatzungs-Kompagnie in Warschau, die vorwiegend Bahnsicherung für die aus der Ukraine zurückkehrenden Truppen zu übernehmen hatte. 
Am 14. Dezember 1918 kehrte auch Julius Kruck in die Heimat zurück und wurde dem Ersatz-Bataillon des Grenadier-Regiments 119 zugeteilt und am 28. Dezember 1918 aus dem Heeresdient entlassen. Er erkrankte am 30. Dezember 1919 an den Folgen der durchlittenen Strapazen und verstarb am 10. März 1920 im Reserve-Lazarett II in Cannstatt.

Dienstag, 3. März 2020

3. März 1920


Karl Teufel war als gedienter Artillerist drei Wochen von einer vierzehntägigen Übung beim Feld-artillerie-Regiment 65 zurück, als er am 3. August 1914 infolge Mobilmachung wieder zur leichten Munitions-Kolonne der II. Abteilung des Feldartillerie-Regiments 29 eingezogen wurde und mit dieser eine Woche später als Fahrer eines Munitionswagens nach Frankreich ins Feld zog. Am 25. August 1914 wurde er innerhalb seines Regiments zur 5. Batterie versetzt und nahm als Fahrer einer Geschützprotze an den Feldzügen in Nordfrankreich, Rußland, Serbien, Flandern und schließlich 1916 an der Schlacht an der Somme teil. 
Im August und September 1916 lazarettkrank, wurde Karl Teufel am 19. September 1916 zur II. Ersatz-Abteilung seines Regiments versetzt und am 31. Januar 1917 „als dauernd dienstunbrauchbar  ohne Versorgung – Erwerbsbeschränkung unter 10 % – nach Bondorf O./A. Herrenberg entlassen“. Sein Gesundheitszustand verbesserte sich in den Folgejahren nicht. Karl Teufel mußte wieder ins Lazarett und verstarb am 3. März 1920 in Stuttgart. 

Montag, 2. März 2020

2. März 1920


Julius Rummel wurde bei der Musterung am 3. September 1914 auf Grund seiner schwachen Gesund-heit für „dauernd feld- und garnisonsdienstunfähig“ erklärt. Nach der Nachmusterung am 7. Dezember 1915 wurde er der II. Ersatz-Abteilung des Feldartillerie-Regiments 65 und am 7. April 1916 der Train-Ersatz-Abteilung 13 zur Verwendung als Ökonomiehandwerker beim Feld-Lazarett Nr. 8/XIII. (später in 256 umbenannt) zugeteilt. Dort fand Julius Rummel als gelernter Schneider ab dem 14. April 1916 als Lazarettschneider Verwendung. Das Lazarett verblieb bis zum 16. November 1918 im Oberelsaß und kehrte dann in die Heimat zurück.
Julius Rummel wurde nach dem Rückmarsch aus dem Heeresdienst entlassen. Er bestätigte bei seiner Entlassung „Ich erkenne die Stammrolle als richtig an, habe keine Versorgungsansprüche und bestätige, daß ich in einem brauchbaren Anzug entlassen wurde.“ Er war bereits im Jahre 1916 wegen einer Nierenentzündung im Lazarett. Sein ohnehin beeinträchtigter Gesundheitszustand besserte sich nicht mehr. Er verstarb am 2. März 1920 in Stuttgart und hinterließ neben seiner Frau Therese drei unver-sorgte Kinder.

Dienstag, 25. Februar 2020

25. Februar 1920



„Am 23. 1. hatte es die feindliche Artillerie besonders auf die Ortschaften im Regimentsabschnitt abgesehen. Niederburnhaupt wurde nicht weniger als sechsmal beschossen. Dabei geriet wieder einmal eine der stattlichen Scheunen in Brand. um eine weitere Ausdehnung des Feuers zu verhindern, wollte Major Graf, begleitet von seinem Adjutanten, Leutnant Seebaß, dem Führer der in der Ortschaft liegenden 4. Komp., Oberleutnant Kemmler, und dem Offizier vom Ortsdienst, Leutnant d. L. Hollweg, Maßnahmen zum löschen treffen. Plötzlich fuhr eine feindliche Granate mitten in den Kreis der 4 Offiziere, warf sie zu Boden, verwundete sie sämtlich und einen Wehrmann der 4. Komp. und tötete einen daneben stehenden Mann der 9. Komp. Leutnant Seebaß wurde an Lunge und Fuß sehr schwer, Major Graf an der Brust, und Oberleutnant Kemmler am Ohr leicht verwundet. Während die beiden letzteren zunächst bei der Truppe verbleiben konnten, mußten Leutnant Seebaß und Hollweg schleunigst ins Feldlazarett nach Lutterbach bei Mülhausen befördert werden. Die Schwere ihrer Verletzung machte ein weiteres Verbleiben beim Feldregiment unmöglich. Damit schie-den wiederum zwei außerordentlich tüchtige, umsichtige und zuverlässige Offiziere aus, die seit Kriegsbeginn im Regiment gedient hatten. Aber auch die Verwundung von Major Graf war schwerer als es zunächst den Anschein hatte. Doch blieb er mit Auf-bietung aller Kräfte auf seinem Posten“
aus: „Württembergisches Landw.-Inf.-Regiment Nr. 123 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1922

Andreas Graf verstarb am 25. Februar 1920 an den Folgen seiner Verwundung.

Dienstag, 18. Februar 2020

18. Februar 1920



Karl Ringer meldete sich am 28. August 1914 freiwillig beim Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 121. Er kam nach der infanteristischen Grundausbildung am 7. Januar 1915 zum Feld-Regiment nach russisch Polen und erkrankte dort am 10. März 1915 an Lungenspitzenkatarrh, einer Vorstufe zur Lungentuberkulose.
Karl Ringer wurde nicht wieder gesund. Er verstarb fünf Jahre später in seiner Heimatstadt Heilbronn.

Samstag, 15. Februar 2020

15. Februar 1920


Hugo Brösamle meldete sich mit 18 Jahren am 21. November 1914 freiwillig beim Grenadier-Regiment 119. Er wurde dem dortigen Ersatz-Bataillon zur Ausbildung zugeteilt und kam am 25. Juni 1915 zum neu aufgestellten Reserve-Infanterie-Regiment 122 an die Front. Er nahm zunächst mit seinem Regiment an den Stellungskämpfen an der Schwarzen Lauter südlich Châtau-Salins teil. Im September 1915 in die Champagne verlegt, wurde Hugo Brosämle am 25. September 1915 in der Herbstschlacht in der Cham-pagne bei Somme-Py vermißt und war in französische Gefangenschaft geraten.
In der Zitadelle von Blaye an der Gironde-Mündung gefangen gehalten, schöpfte wohl auch Hugo Brösamle Hoffnung auf baldige Heimkehr, als die deutschen Kriegsgefangenen im Januar 1919 mit Zügen Richtung Nordosten abtransportiert wurden. Diese Hoffnung wurde enttäuscht. Die Kriegsge-fangenen hatten noch ein Jahr unter harten Bedingungen Aufräumungs- und Wiederherstellungsarbeiten im ehemaligen Kampfgebiet abzuleisten.
Hugo Brösamle erreichte am 9. Februar 1920 das Durchgangslager Münsingen. Die Entlassung aus dem Heeresdienst erlebte er nicht mehr. Er verstarb am 15. Februar 1920 im Reserve-Lazarett Münsingen.

Samstag, 8. Februar 2020

8. Februar 1920


Adam Lamparth wurde am 30. August 1914 zum Landsturm-Infanterie-Bataillon Horb eingezugen. Als gedienter Artillerist kam er am 19. September 1914 zur Reserve-Artillerie-Munitions-Kolonne 74 an die Westfront ins Feld. Am 19. April 1917 wurde er zur Zuteilung zu einer neu aufgestellten Formation zur II. Ersatz-Abteilung des Feld-Artillerie-Regiments 29 versetzt und zog am 19. September 1917 mit der Etappen-Munitions-Kolonne 27 wieder in den Westen.
Adam Lamparth erkrankte am 16. April 1918 schwer. Er wurde zunächst in ein Feld-Lazarett in Frontnähe eingewiesen und wurde später ins Reserve-Lazarett Buchau am Federsee verlegt. Am 24. Juli 1918 kam er als garnisonsverwendungsfähig zur Garnisons-Batterie der II. Ersatz-Abteilung des Feld-Artillerie-Regiments 29 zurück, wurde am 1. November 1918 zur 3. Ersatz-Batterie versetzt und am 15. November 1918 entlassen. Er verstarb am 8. Februar 1920 an den Folgen seiner Erkrankung im Lazarett in Tübingen.

Grabstein auf dem Ehrenfeld des Tübinger Friedhofes

Montag, 3. Februar 2020

3. Februar 1920


Josef Ehrler wurde am 2. Dezember 1914 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 121 einge-zogen. Er kam nach der infanteristischen Grundausbildung am 20. Februar 1915 zum Regiment an die Westfront und im Oktober 1915 an die serbische Grenze.
Josef Ehrler wurde am 3. November 1915 bei Tavnik durch einen Bauchschuß schwer verwundet. Er verstarb am 3. Februar 1920 an den Spätfolgen seiner Verwundung.

Freitag, 31. Januar 2020

31. Januar 1920


Karl Stähle wurde am 15. Oktober 1914 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 125 eingezogen und kam am 30. November 1914 zum Regiment ins Feld. Acht Tage später, am 7. Dezember 1914 wurde er bei Ilow in russisch Polen als vermißt gemeldet und war in russische Gefangenschaft geraten. Die Kriegsstammrolle enthält folgenden Nachtrag: 
„Nachtrag: Laut VL (Verlustliste) 876 ist Stähle laut russischem Totenschein am 31. Jan. 1920 im 4. Nowo-Nikolajewsker Mlitärlazarett an Flecktyphus gestorben u. auf dem Friedhof der fremdländischen Soldaten in dem Militärstadtteil beerdigt worden. Sterbefallanzeige wurde am 21. Juni 1922 dem Standesamt Mönsheim O/A. Leonberg erstattet,
Stuttgart, den 14. 9. 28                                          Maximilian von Haldenwang Archivrat“

Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 465

Montag, 27. Januar 2020

27. Januar 1920


Wilhelm Lang wurde am 5. November 1915 zur II. Ersatz-Abteilung des Feld-Artillerie-Regiments 65 eingezogen. Nach artilleristischer Grundausbildung wurde er am 27. Februar 1916 der 1. Batterie des Feld-Regiments vor Ypern zugeteilt, wo er am 1. September 1916 durch eine in der Nähe einschlagende Granate eine Gasvergiftung und Gehirnerschütterung erlitt. 
Am 20. September 1916 zur Batterie zurückgekehrt, wurde Wilhelm Lang auf Grund seines Zivilberufes als Elektrotechniker am 17. Oktober 1916 zur Ausbildung zum Funker kommandiert und kam am 8. April 1917 wieder ins Feld zur Divisions-Funker-Abteilung 76. Am 23. Februar 1918 zur Divisions-Funker-Abteilung 155 versetzt, erkrankte er am 2. November 1918 an Grippe und Lungenentzündung und kehrte am 28. November 1918 in die Heimat zur Funker-Ersatz-Kompagnie der Nachrichten-Ersatz-Abteilung 13 zurück.
Wilhelm Lang wurde am 9. Januar 1919 mit einer anerkannten Kriegsdienstbeschädigung von unter 10 % infolge Demobilmachung aus dem Heeresdienst entlassen. Er verstarb am 27. Januar 1920 in seiner Heimatstadt Stuttgart an den Folgen der Gasvergiftung vom 1. September 1916.