Mittwoch, 17. Januar 2018

17. Januar 1918


„Mitte Januar belegt die feindliche Artillerie Stadt und Stellung mit starkem Störungs-feuer. Ein Unternehmen erfolgt jedoch nicht. In der Stellung erscheinen Gasonkels und fangen zu arbeiten an. Sie sind keine gern gesehenen Gäste, denn es ist doch immer so, daß sie, wenn sie endlich ihr Gas an den Mann gebracht haben, schnell verschwinden, und daß dann die Stellungstruppe das feindliche Vergeltungsfeuer über sich ergehen lassen muß.“


aus: „Ehrenbuch des württembergischen Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 248“, Stuttgart 1932

Dienstag, 16. Januar 2018

16. Januar 1918


Zusätze zu den Personal-Notizen:
In Baalon (Frankreich) am 16. 1. 18 Vorm. 7.30º gestorben infolge Selbstmord (durch Erschießen mit dem Dienstgewehr)
Brouennes, den 17. 1. 18.
Hermann Lempp

Hauptmann u. Komp.-Führer.“

„Zusätze zu den Personal-Notizen:
Großmann war mit der Gefangenenbewachung in der Etappe beschäftigt. Ursache des Selbstmordes scheint durch die Kriegstätigkeit & Trennung von der Familie hervor-gerufene Schwermut gewesen zu sein. Kriegsdienstbeschädigung wird angenommen.
Dienstbeschädigungsliste liegt bei.
gez. Lempp“

Bilder: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 493

Montag, 15. Januar 2018

15. Januar 1918


„Der Januar brachte dem Regiment keine Änderungen seiner taktischen Lage, nur Ar-beit und immer wieder Arbeit! Das um die Monatsmitte einsetzende Tauwetter hatte umfangreiche Beschädigungen der Stellung zur Folge. Die Entwässerung wurde unter-brochen, nachdem infolge feindlicher Artilleriewirkung der Betrieb der elektrischen Pumpwerke in Violaines und La Bassée ins Stocken geraten war. Ganze Gräben rutsch-ten ein; viele Strecken standen völlig unter Wasser. Die Wiederherstellungsarbeiten litten außerordentlich unter der bis gegen Monatsende auffallend gesteigerten, mit reger Luftaufklärung verbundenen englischen Fliegertätigkeit. Die Nässe und die starke phy-sische Inanspruchnahme der Truppe machte eine Änderung im Ablösungsturnus nötig: fortan blieben die Kompagnien nur 10 Tage anstatt wie seither 12 in Stellung und Be-reitschaft, hatten aber dafür auch nur 5 (bisher 6) Tage Ruhe.“


aus: „Das 8. Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 126 „Großherzog Friedrich von Baden“ im Weltkrieg 1914-1918ׅ, Stuttgart 1929

Sonntag, 14. Januar 2018

14. Januar 1918


„Jetzt ging es an die Ausbildung für die Angriffsschlacht. Die Unteroffizierlehrkom-pagnien und Rekrutendepot brauchten die neue Taktik zur Anschauung. Durch sie konnte der Divisionskommandeur die neuen Formen zeigen lassen. Die höheren Führer legten um so mehr Wert darauf, als in erster Linie durch die Division bis ins Einzelne gehende Pläne ausgearbeitet waren, die als Grundlage für einen großen Angriff dienen sollten, der uns in den Besitz der beherrschenden Vogesenberge bringen mußte.“


aus: „Die 26. (württ.) Landwehr-Division im Weltkrieg 1914-18“, Stuttgart 1922

Samstag, 13. Januar 2018

13. Januar 1917


„Fliegerleutnant Max Pappenheimer, Sohn des Lehrers der jüdischen Gemeinde, der am 13. vorigen Monats bei einem Beobachtungsflug von der Kugel eines englischen Jagd-flugzeuges ins Herz getroffen war, wurde kürzlich bestattet. Dem bescheidenen Sinne ihres Sohnes entsprechend, hatten die Eltern davon abgesehen, die Bahre in die Stadt bringen zu lassen, sie hatten für Musik und Kondukt des Bataillons gedankt (sc. diese abgesagt), und so bewegte sich der lange Trauerzuge vom Bahnhofe Königshofen nach dem Jahrhunderte alten jüdischen Friedhofe in Unterbalbach, woselbst eine militärische Abordnung Aufstellung genommen hatte. Dortselbst angekommen, nahm der Rabbiner das Wort: Auf Wunsch der Eltern müsse er davon absehen, die Verdienste des verbli-chenen Helden zu feiern; nur ein Gebet zu sprechen sei ihm gestattet. 
Im engen Rahmen eines selbstverfassten Gebets gab nun der Rabbiner an der Hand des Klagelied Davids um Saul und Jonathan eine Schilderung des Wesens des prächtigen Mannes, seiner geraden, aufrechten, gerechtigkeitsliebenden Gesinnung, seiner An-spruchslosigkeit und Herzensgüte, seiner glühenden Vaterlandsliebe, seiner alles durch-dringenden Pflichttreue und vor nichts halt machenden Freudigkeit im Dienste, die ihm alles, das Höchste wie das Geringste, mit Feuereifer zu vollbringen antrieben. Darauf teilte der Redner noch mit: dass von zuständiger Seite aus dem Felde gemeldet wurde, dass Pappenheimer einer der eifrigsten und erfolgreichsten Flieger, nicht allein seiner Flugabteilung, sondern der ganzen Westfront gewesen sei. In einem Jahre habe er 228 Flüge vollbracht und mehr als 100 Batterien eingeschossen. Noch von seinem Todes-fluge habe er wertvolle Beobachtungen und Fotografien mitgebracht. In seiner Ab-teilung hätte er eine Sonderstellung eingenommen, denn alle bewunderten ihn ob seiner Leistungen und liebten ihn wegen seiner vornehmen, bescheidenen Gesinnung. Wegen seiner Verdienste sei er zum Ritterkreuze des königlichen Hausordens von Hohenzollern eingegeben gewesen. Pappenheimer besaß bereits das Eiserne Kreuz 2. und 1. Klasse, sowie die Württembergische goldene Tapferkeitsmedaille und Auszeichnung für Flie-ger.“

aus: „Frankfurter Israelitisches Familienblatt“ Frankfurt a./M.,  8. Februar 1918
Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 708

Freitag, 12. Januar 2018

12. Januar 1918


„Das Jahr 1918 begann mit der üblichen Schießerei, besonders an der Front; in Handzaeme beteiligten sich daran feindliche Flieger mit Bomben, ohne jedoch Schaden anzurichten. Die Stellung wurde Anfang Januar etwas nach links verschoben. Mitte Januar kam das Regiment vom linken Flügel der Division nach dem rechten an den Blancartsee. Dort war die Unterbringung etwas besser, das Gelände nicht zu sehr zer-schossen und die Verbindung nach hinten besser. In den Trümmern des Schlosses Blancart wurden Küchen eingerichtet, wodurch die Verpflegung wesentlich verbessert und erleichtert wurde.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1922

Donnerstag, 11. Januar 2018

11. Januar 1918


„Während nun für die Mannschaft in der vorderen Stellung der Kampf mit dem Feind ein mäßiger blieb und dementsprechend auch die Verluste, so wurde der Kampf gegen Nässe und Kälte über alle seitherigen Begriffe schlimm, das Wetter war bald Eis und Schnee, bald naßkaltes Tauwetter mit Regen. Kein Wunder, daß der Krankenstand von Tag zu Tag mehr in die Höhe schnellte.
Die Trichter waren in ihrem untersten Teil voll eisigen Wassers. In diesen Trichtern dicht über dem Wasser, ja oft mit den Füßen darin, mußte eine ganze Anzahl Menschen Tag und Nacht leben. in die Trichter eingebaute Gestelle konnten das Elend mildern, aber nicht beseitigen, denn bei neuem Regen stieg eben das Wasser und ein zu hohes Gestell beeinträchtigte die Deckung.
Unterstände waren nur in geringer Zahl vorhanden, jeder Verkehr zwischen diesen und der Trichterbesatzung blieb auf Nacht und Nebel beschränkt.
Das sogenannte Ruhebataillon, die Reserve des Regiments, war in den stark zerschosse-nen Häusern zwischen Westrosebeke und Sleyhage untergebracht, später teilweise in der Ölmühle. Es erhielt oft Artilleriefeuer, die Fenster waren davon längst alle zertrümmert, Dächer und Wände durchlöchert, also von Erholung, von der Möglichkeit, sich zu er-wärmen, und gar von Ruhe konnte keine Rede sein.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 120 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1920

Mittwoch, 10. Januar 2018

10. Januar 1918


„Die Tuberkulosebekämpfung und -Behandlung wurde in der Heimat unter Leitung des Kriegs-Sanitätsinspekteurs in großzügiger Weise eingeleitet. Bleibende Verdienste er-warb sich hier insbesondere der Tübinger innere Kliniker Professor Dr. Otfried Müller. Von den wichtigsten Maßregeln sei die Einrichtung von Lungenbeobachtungsstationen abgeführt, die erforderlich wurden, weil anfangs viele verdächtige Fälle in Heilanstalten verlegt wurden, bei denen sich die Diagnose Tuberkulose nicht bestätigte. Die Heilstät-ten mußten für die wirklich Tuberkulösen vorbehalten bleiben, und zwar für diejenigen, bei denen Aussicht auf Heilung oder Besserung bestand. Von der Medizinalabteilung des Kriegsministeriums wurden eingehende Vorschriften über das Verfahren bei der Be-handlung und Entlassung tuberkulöser Heeresangehöriger herausgegeben, womit einer-seits einer Weiterverbreitung vorgebeugt, andererseits möglichste Fürsorge für den ein-zelnen Erkrankten getroffen wurde.
Die wichtigsten Punkte seien hier kurz erwähnt: Strenge Isolierung innerhalb der Laza-rette, Verbot der Revierbehandlung auch der verdächtigen Fälle, beschleunigte Entlas-sung aller Tuberkulösen, bei denen Dienstbeschädigung nicht in Frage kam, Überweis-ung der Tuberkulösen mit Dienstbeschädigung, soweit Heilungs- oder Besserungsaus-sicht vorhanden war, an die Lungenheilstätten, wo Besserung nicht mehr erreicht wer-den konnte, Überweisung in ein ihrem Heimatort naheliegendes Lazarett, strengstes Verbot, Tuberkulöse zum Ersatztruppenteil zu entlassen oder dem Berufsleben zurück-zugeben ohne Anmeldung bei den bürgerlichen Verwaltungsstellen (Landesversicher-ungsanstalt), welchen für den Kranken und seine Familie die weitere Fürsorge zu über-nehmen hatte.
Verteilung und Verlegung aller Tuberkulösen war bei der Krankenverteilungsstelle des Sanitätsamts zentralisiert, wo über alle Lungenkranken eine Kartothek geführt wurde. Jeder Tuberkulöse, sowie das Pflegepersonal, unter dem zahlreiche Ansteckungen bei Schwestern und Wärtern vorkamen, erhielt das Tuberkulose-Merkblatt des Kaiserlichen Gesundheitsamts ausgehändigt.
Die Zahl der tuberkulösen Heeresangehörigen in Württemberg beginnt im August 1914 mit 53 und steigt im Herbst 1916 auf über 1000, um gegen Ende des Kriegs auf etwa 700 zu sinken.“


aus: „Das Sanitätswesen im Weltkrieg 1914–18“, Stuttgart 1924

Dienstag, 9. Januar 2018

9. Januar 1918



„( … ) Am 29. 10. 17 ins Revier mit Quetschwunde lk. Unterkiefer mit Blutung aus r. Ohr (Contrecoup) Kr. d. B.
Am 30. 10. 17 der Krankensammelstelle Brieulles überwiesn.
 “ 31. 10. 17 im Kriegs laz. Abt. 28 aufgenommen.
 “ 9. 1. 18 5º Nachm. im Kriegslaz. Stenay. Kriegslaz. Abtlg. 28 infolge Sepsis gestorben u. auf dem Friedhof in Stenay begraben ( … )“


Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 462

Montag, 8. Januar 2018

8. Januar 1918


Pionier Anton Zeiler.
Pionier-Rgt. 35, 3. Komp., gefallen 8. Januar 1918.
Der ledige Maschinen-Arbeiter Anton Zeiler ist geboren am 28. April 1898 in Ehe-stetten O.-A. Münsingen als Sohn der früheren Bauers- jetzt Taglöhners-Eheleute Joh. Bapt. und Kreszentia Zeiler, geboren Treß. Nach 7 jährigem Volksschulbesuch lernte er in der hiesigen Maschinenfabrik als Fräser, arbeitete ebenda 4 Jahre als Geselle, zuletzt im Luftschiffbau Friedrichshafen, bis zu seiner Einberufung am 11. Januar 1917. Nach seiner militärischen Ausbildung beim Pionier-Regiment 13 in Ulm wurde er zum Pionier-Bat. 36 nach Berlin versetzt, von dort nach dem Munsterlager bei Hannover. Im Oktober 1917 rückte er ins Feld zum Pionier-Bat. 35. Nach kurzem Dienst an der italienischen Front wurde er an die Westfront gezogen, wo er am 8. Januar 1918 im Walde Rauff, Höhe 2, den Heldentod für das Vaterland erlitt. Der brave Sohn seiner Eltern, der treuliebende Bruder von 6 Geschwistern liegt begraben auf dem Pionier-friedhof Thiaucourt.
Die Kameraden der Korporalschaft schreiben an die Familie Zeiler:

Geschrieben den 11. Januar 1918.
Werte Familie Zeiler!
Ein trauriges Ereignis in unserer Kompagnie zwingt uns, Euch eine traurige Nachricht mitzuteilen. Am 8. Januar nachmittags mußten durch einen Volltreffer in unsere Baracke im Waldlager Rauff, ca. 2 km südlich von Thiaucourt, 8 unserer lieben Kameraden ihr junges Leben lassen, darunter auch Euer lieber Sohn Anton; außerdem wurden noch 4 schwer verwundet. Am 10. Januar nachmittags 1 Uhr wurden sie auf dem Soldaten-friedhof Thiaucourt beerdigt. Den eßbaren Inhalt der an ihn adressierten Pakete haben wir in unserer Korporalschaft verteilt. Die Uhr sowie auch die Bekleidungsstücke schicken wir wieder zurück. Wir sagen Euch für das uns dadurch Zugefallene unseren herzlichen Dank und sind zu näheren Mitteilungen gerne bereit. Wir verlieren in Anton einen guten Kameraden und werden ihm ei ehrendes Andenken bewahren. Für die erste Korporalschaft:
Leonhard Paulus, Hans Burkhardt. Hermann Weiler.“


aus: „Schwäbische Helden Weingarten (in Wttbg.) im Weltkrieg“, Stuttgart 1920

Sonntag, 7. Januar 2018

7. Januar 1918


„Am 7. Januar mißlang eine gegen den Stützpunkt Tölz gerichtete Unternehmung „Sil-vester“ dadurch, daß kurz vor dem festgesetzten Beginn Artilleriefeuer aus dem Nachbarabschnitte in der Nähe des Angriffszieles einschlug und die Aufmerksamkeit der französischen Grabenbesatzung erregte. Zwei Stoßtrupp fanden die von ihnen abzu-suchenden Grabenstücke von ihrer Besatzung verlassen und muten deshalb unver-richteter Dinge zurückkehren, die beiden anderen Stoßtrupp stießen auf die zur Abwehr zusammengezogene überlegene Grabenbesatzung. Trotzdem drang der Führer, Leutnant d. R. Göhle, gefolgt von dem Unteroffizier Schlecht, den Gefreiten Knaus und Fischer und dem Musketier Schelling nach erbittertem Handgranatenkampfe in den franzö-sischen Graben ein. Aber beim Vordringen im Graben, den eine Leuchtkugel im ungün-stigsten Augenblicke erhellte, liefen die Stürmenden in das Feuer einer Gruppe Fran-zosen hinein, welche hinter einer Schulterwehr im Anschlage lagen. Leutnant Göhle fiel, Unteroffizier Schlecht erhielt einen Schuß durch den Arm, Gefreiter Fischer wurde durch einen Schuß in die Hüfte, Musketier Schelling durch einen Bauchschuß schwer verwundet. Auch die folgenden Teile der beiden Stoßtrupp erhielten durch das franzö-sische Gewehrfeuer so schwere Verluste, daß ein weiteres Vorgehen unmöglich wurde. Zwei Mann fielen, drei weitere wurden verwundet. Unteroffizier Schlecht bemühte sich trotz der eigenen Verwundung, die verwundeten Kameraden zu bergen. Er schleppte Fischer und Schelling in den nächsten, vor dem Drahthindernisse befindlichen Ein-schlagtrichter und verbrachte den Landsturmmann Brändle, den er mit einer Schußver-letzung durch beide Beine antraf, in die deutsche Stellung zurück. Einer Offizier-patrouille, welche sofort abging, um den Gefreiten Fischer und den Musketier Schelling zurückzubringen, waren die Franzosen zuvorgekommen, denen die Bergung der beiden Verwundeten, in Rücksichtnahme auf diese, nicht mit Feuer verwehrt werden konnte.“

aus: „Das Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 479“, Stuttgart 1923
Bild: Schwäbisches Kriegstagbuch

Samstag, 6. Januar 2018

6. Januar 1918


„Die Kampfzone war ein Meer von Schlamm und Trichtern, letztere von bisher nie gesehenem Umfang und Tiefe. Stollenbau war unmöglich, da man beim Graben nach ½ m schon auf Grundwasser stieß – das war ja von Flandern längst bekannt. Darum dienten Betonklötze als Unterstände, die zur Hälfte aus dem Boden ragten, durch Zweige, Netze der Beobachtung möglichst entzogen. In vorderer Linie konnten sie darum nur nieder sein und waren so eng, daß nur 4 Personen darin sitzen konnten, und dabei boten diese Hundehütten mit ihrer Deckung von ½-1 m keinen Schutz gegen Volltreffer. Und hier sollten Verwundete verbunden und bis zum Abtransport gelagert werden!“


aus: „Das Sanitätswesen im Weltkrieg 1914–18“, Stuttgart 1924

Freitag, 5. Januar 2018

5. Januar 1918


„( … ) Seit 7. 8. 16 im Gefecht bei Kolince vermißt.
Lt. Mittlg. Schultheißenamt Massenbach vom 27. 12. 16 befindet sich B. in russ. Gefangenschaft. Adresse: Eisenbahnlinie Murmann Station Maselskaja Post Lumbusa, Donjanetz Gouv. Olanetz. Russland. Ber. 3. 1. 17.
( … )
Gemäß kgl. W. Kriegsministerium Nachweisbüro No. 6115 Ausk. a. 31. 10. 18 ist Boger lt. beigelegten Angaben des Gefr. Georg Simon, z. Zt. Ers. Batln. 8. Rhein. Inf. Regt. 70 am 5. 1. 18, 6.00 abends im Hospital 4 in Baku am Kaspischen Meer gestorben. Ber. 6. 11. 18.“


Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 462

Donnerstag, 4. Januar 2018

4. Januar 1918


„Während des Winters waren die Verbindungswege geradezu heillos. Außer der Siche-rung des Landes und der rückwärtigen Verbindungen handelte es sich vor allem um die Erfassung der Lebensmittelvorräte und um Durchführung von Maßnahmen zur Bewirt-schaftung des fruchtbaren Landes. Von der Möglichkeit, Lebensmittel zu kaufen, wurde fleißig Gebrauch gemacht; manches 5 kg-Kistchen mit Lebensmitteln wanderte in den folgenden Monaten in die Heimat. Auch die häufig allzu knappen Rationen wurden nach dem Beispiel der einheimischen Bevölkerung von vielen Landstürmern durch Mamelica (Maiskuchen), Kukuruz (Maiskörner), Melonen, Tomaten, Zwiebel und Gurken ergänzt, und der Sliwowiz oder die Tsuica (gebranntes Zwetschgenwasser) half über manche weniger angenehme Stunde weg. Nur eines fehlte: die gewohnte Kartoffel, die fast nirgends anzutreffen war.
Durch die Versetzungen kam viel Wechsel in die Kompagnien; vor allem aber rissen die Krankheiten – Ruhr, Fleckfieber, Malaria – empfindliche Lücken.“


aus: „Landsturm vor! Der mobile württembergische Landsturm im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart, 1929

Mittwoch, 3. Januar 2018

3. Januar 1918


„Der Jahresschluß fand die Regimenter der 39. Inf.-Division leider noch immer nicht auf der vollen Höhe der früheren Leistungsfähigkeit. Den Anforderungen, welche die Verteidigung des Frontabschnitts bei La Bassée stellte, waren sie freilich wohl gewach-sen; für neue Großkämpfe hätte ihre Kraft aber schwerlich ausgereicht. denn die Nach-wirkungen der Flandernschlacht waren noch nicht ganz behoben, die in den letzten Monaten eingestellten Ersatzmannschaften auch beim Regiment teils zu jung, teils zu alt, vielfach nicht genügend ausgebildet und wenig kriegsfreudig gewesen..“


aus: „Das 8. Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 126 „Großherzog Friedrich von Baden“ im Weltkrieg 1914-1918ׅ, Stuttgart 1929

Dienstag, 2. Januar 2018

2. Januar 1918


„Das zweite Unternehmen am 27./28. Dezember unter Leitung von Hauptmann Rüdinger (Calw) richtete sich gegen die sogenannte Trichterstellung (vier große Trichter, die der Feind besetzt und ausgebaut hatte). Diesmal handelte es sich um die Feststellung, ob von jenen Sprengtrichtern aus die deutsche Stellung unterminiert war; ferner sollten die feindlichen Verteidigungsanlagen zerstört und Gefangene eingebracht werden. Auch diese Aufgabe wurde glücklich und mit ganz geringen Verlusten gelöst. Außer vier unverwundeten Gefangenen wurden auch einige wertvolle Schriftstücke eingebracht. Dazu wurde festgestellt, daß der Gegner keine Minierarbeiten vorbereitet hatte.“


aus: „Landsturm vor! Der mobile württembergische Landsturm im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart, 1929

Montag, 1. Januar 2018

1. Januar 1918


„In der Neujahrsnacht war das Regiment zum Teil – es wurden 2 Marschgruppen gebil-det – schon wieder im Marschquartier. Die Division zog über die Alpen zurück über Cividale – Karfeit – Tolmein nach St. Luzia, wo vom 5. Januar 1918 ab – Teile des Re-giments auch in Grahovo – verladen wurden, fast genau die Siegesstraße, die das Regi-ment beim Einbruch in Italien gezogen war. Wundervoll war der Marsch durch das im Schnee begrabene Hochgebirge, wenn auch auf den spiegelglatten, vereisten Straßen für Mann und Pferd sehr anstrengend.“


aus: „Das Grenadier-Regiment „Königin Olga“ (1. Württ.) Nr. 119 im Weltkrieg 1914-1918“, Stuttgart 1927