Samstag, 15. Juni 2019

15. Juni 1919


Der ledige Schuhmacher Wilhelm Braun wurde am 21. März 1916 im Alter von 19 Jahren zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 119 eingezogen. Nach der infanteristischen Grundausbil-dung kam er am 1. Mai 1916 zur 1. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie/XIII. zur Ausbildung am Maschinengewehr. Am 26. Oktober 1916 zog Wilhelm Braun zum kurz zuvor neu aufgestellten Infan-terie-Regiment 413 in die Stellungskämpfe an der Yser. Wilhelm Braun wurde am 7. April 1918 bei Amiens durch ein Artillerie-Geschoß am Kopf schwer verwundet. Er verstarb nach über einjähriger Leidenszeit am 15. Juni 1919 im Garnisons-Lazarett in Tübingen.

Freitag, 14. Juni 2019

14. Juni 1919


Karl Krathwohl, lediger Bauernsohn aus Unterbrüden bei Backnang, wurde am 22. September 1916 im Alter von 19 Jahren zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 246 eingezogen. Er kam am 15. Januar 1917 zum neu aufgestellten Infanterie-Regiment 627, und, nachdem dieses Regiment nicht mobil gemacht wurde, am 21. März 1917 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 126. Am 4. Mai 1917 kam er zum Feld-Rekruten-Depot der 26. Infanterie-Division ins Feld und von dort am 11. Mai 1917 zum Infanterie-Regiment 125 an die Front. Karl Krathwohl wurde seit 1. August 1918 bei Cramaille vermißt und war in französische Gefangenschaft geraten. Er verstarb laut amtlicher franzö-sischer Totenliste am 14. Juni 1919 fünfeinhalb Uhr nachmittags im Hôpital Mitxte, rue Porte Madelaine 1, in Orléans. Die Todesursache ist nicht bekannt.

Mittwoch, 12. Juni 2019

12. Juni 1919



„Oberst Vowinkel war ein besonderer Typ von einem Frontsoldaten gewesen. Bei Offizieren und bei Mannschaften hatte er sich große Achtung und vielfach auch Liebe und Verehrung erworben. Als ein im Frieden lang gedienter, erfahrener Offizier eignete er sich durch seine klare Auffassung militärischer Verhältnisse, seine sprichwörtliche Ruhe und Bestimmtheit ganz besonders zum Kommandeur eines Landw.-Regiments. Von Ende November 1915 bis 17. Oktober 1918 hat er an der Spitze des Landw.-Inf.-Reg. 123 gestanden. Das Regiment hat unter seinem Kommando Großes geleistet, in Abwehr feindlicher Vorstöße wie im eigenen Angriff. Als geborener Frontoffizier hat er trotz mancher körperlicher Beschwerden stets die vorne eingesetzten Kompagnien, Feldwachen und Posten aufgesucht und Gefahren, die durch Beschießungen drohten, nie gescheut. Kein Freund vom Schützengraben, ist er hundert Male mit seinem Adjutanten und seinem „Feldmann“ über das freie Feld der Höhe 425 gegangen. „Auf mich schießen sie nicht“, pflegte er lächelnd zu den Umstehenden zu sagen. Für das Wohl und Wehe seiner Bataillone und Kompagnien hat er sich unaufhörlich eingesetzt, mehr als die meisten Regimentsangehörigen wissen. in durchaus gerader, offener Charakter, scheute er sich nicht, die Wahrheit beim Namen zu nennen, und dies ebensosehr nach oben wie nach unten. Das Wahrheitsgefühl ging ihm über die Form und Etikette. Und wenn er auch manchmal im äußeren Verkehr eine rauhe Schale zeigte – „wenn’s sei mueß au saugrob“ – so hatte er doch im Innern ein außerordentlich weich empfindendes Herz. Jeder Tote, der für das Vaterland sein Leben hergab, tat ihm in der Seele weh. Und was hatte er nicht für eine Freude an Tieren; davon wissen die Pferdepfleger des Regiments ein Liedlein zu singen. Sein Herz schlug für König und Reich; an Vater-landsliebe, die von persönlichem Ehrgeiz völlig frei war, ließ er sich nicht übertreffen. Den Offizieren seines Stabes stand er nah. Leider war ihm kein langer Lebensabend mehr beschieden. Am Morgen des 12. Juni 1919 starb er als Bezirkskommandeur in Mergentheim plötzlich an einem Gehirnschlag. In aller Stille wurde er dort beigesetzt. Der Verfasser, der drei Jahre als sein Adjutant mit ihm Freud und Leid geteilt hatte, schloß den Nachruf am Grabe seines Kommandeurs mit den Worten: „Solange es 123er gibt, wird Oberst Vowinkel im Gedächtnis leben. Sein Name hat in den Annalen des Landw.-Inf.-Reg. 123 einen guten, einen hellen Klang.“

aus: „Württembergisches Landw.-Inf.-Regiment Nr. 123 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1922

Montag, 10. Juni 2019

10. Juni 1919


Der ledige Pferdeknecht Karl Weller wurde am 4. August 1914 zur Sanitäts-Kompagnie 2/XIII. eingezogen und rückte mit dieser am 10. August 1914 ins Feld. Karl Weller erkrankte am 21. Juli 1915 in Lançon auf Grund der großen dienstlichen Beanspruchung an einem Nervenleiden. Er wurde am 29. Juli 1915 vom Krankenrevier ins Reserve-Feld-Lazarett Grandpré und von dort am 30. Juli 1915 ins Reserve-Feld-Lazarett in Montmédy verlegt. Am 1. August 1915 kam er ins Vereins-Lazarett nach Mühlacker, von dort am 21. August 1915 bis zum 12. Januar 1916 ins Reserve-Lazarett II Tübingen und schließlich am 12,. Januar 1916 ins Vereins-Lazarett in Murrhardt. Von dort wurde er am 7. Februar 1916 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 121 entlassen. Vom 1. April 1916 bis 15. Juni 1916 vom Waffendienst zur Mithilfe im elterlichen Betrieb befreit, wurde Karl Weller am 16. Juni 1916 wieder zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 121 eingezogen, erkrankte erneut und wurde vorübergehend der dortigen Genesenden-Kompagnie zugeteilt. Am 20. Februar 1917 wurde Karl Weller wieder nervenkrank ins Reserve-Lazarett II Ludwigsburg aufgenommen und schließlich am 9. Mai 1917 als „kriegsunbrauchbar ohne Versorgung“ entlassen.
Karl Weller wurde nicht mehr gesund. Er verstarb am 10. Juni 1919 im im Volksmund „Hustenburg“ genannten Vereins-Lazarett Wilhemsheim in Reichenberg bei Backnang im Alter von 28 Jahren an „Erkrankung infolge militärischen Dienstes“.


Samstag, 8. Juni 2019

8. Juni 1919


Karl Griesinger, Mechaniker aus Urach, wurde 18-jährig am 20. Juni 1917 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 247 eingezogen. Nach infanteristischer Grundausbildung wurde er am 31. Oktober 1917 zur 3. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie/XIII. zu weiteren Ausbildung am Maschinen-gewehr versetzt. Am 29. Mai 1918 kam Karl Griesinger an die Front zum Infanterie-Regiment 180 in die Kämpfe zwischen Arras und Albert, später nach Flandern und wieder nach Nordfrankreich. Nach dem Rückmarsch in die Heimat erkrankte er im Urlaub, wurde am 27. Dezember 1919 ins Reserve-Lazarett Reutlingen aufgenommen und am 17. Februar 1919 ins Vereins-Lazarett Wilhelmsheim verlegt. Karl Griesinger verstarb am 8. Juni 1919 nach halbjähriger Leidenszeit im Alter von 20 Jahren an Lungentuberkulose.

Donnerstag, 6. Juni 2019

6. Juni 1919


„† Bolter Josef, Bäcker, wurde 18. 6. 17, 18 J. alt, nach Weingarten eingezogen. Im Herbst 17 stand er auf Russenwacht am Bodensee. Im I.-Reg. 123 kam er um Weihnachten 17 nach Oberelsaß. Im Frühjahr 18 erkrankte er und wurde zur Heilung nach Göttingen, später nach Ulm überwiesen. Im Herbst stand er wieder an der Front. Auf dem Heimmarsch erkrankte er und kränkelte fortan. Nach langem Leiden ist er im Festungshauptlazarett Ulm 6. 6. 19 gestorben und wurde dahier zur Ruhe bestattet..“

aus „Das Eiserne Buch der Stadt Mengen“, Mengen 1924

Dienstag, 4. Juni 2019

4. Juni 1919



“Punkt 7 Uhr abends brachen ungeachtet der noch niederfallenden Erdmassen und des feindlichen Abwehrfeuers die Sturmtrupps los, die rückwärtigen Wellen rückten nach. Hierbei zeichnete sich besonders Hauptmann d. R. Bammert mit der 8./124 aus. Unter den größten Anstrengungen mußte die feindliche Sperrfeuerzone durchschritten werden, die Kompagnie kam aber zeitgerecht an ihren befohlenen Platz.
7.05 Uhr abends war die erste feindliche Linie genommen. Bei der 6./124 zeichnete sich Vizefeldwebel Weiß mit seinem Sturmtrupp besonders aus, durch Wegnahme eines englischen M.-G.s, ebenso der Gefreite Kern von Ravensburg, der den verwundeten Sturmtruppführer ersetzte und, obwohl selbst verwundet, umsichtig und entschlossen weit über das gesteckte Ziel vorstieß.
Bei Punkt 13 wehrte sich ein englisches M.-G. verzweifelt, der tapfere Sturmtruppführer Vizefeldwebel Fischer, 7./124, fand beim gewaltsamen Vorstürmen den Heldentod.
7.32 Uhr abends war überall das gesteckte Ziel erreicht mit Ausnahme des Punktes 13, die 12./124 auf der Bastion dagegen hatte ihr Ziel überschritten. Hier hatte sich wieder der Gefreite Friedrich Goral ausgezeichnet, indem er weit voraus jeden Widerstand mit Bajonett und Handgranate brach.
Zum Ausbau der eroberten Stellungen und zum Graben der Verbindungen wurden Verstärkungen vorgeschickt, hierbei wurde Oberleutnant d. R. Weitbrecht durch einen Infanterieschuß schwer verwundet.“

aus: „Das Infanterie-Regiment „König Wilhelm I“ (6. Württ.) Nr. 124 im Weltkrieg 1914–1918ׅ, Stuttgart 1921

Montag, 3. Juni 2019

3. Juni 1919


Benedikt Jäger wurde am 21. September 1916 zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 122 eingezogen und kam von dort am 27. Juli 1917 in die Stellungskämpfe an Styr uns Stochod, zunächst zum Feld-Rekruten-Depot der 7. Landwehr-Division, dann, am 6. August 1917 zum Landwehr-Infanterie-Regiment 126. Nach Besetzung der Ukraine wurde er am 8. Juni 1918 altershalber wieder zum Feld-Rekruten-Depot der 7. Landwehr-Division zurückversetzt. Benedikt Jäger war zur Rückkehr in die Heimat vorgesehen. Wie viele andere Angehörige der Division wurde er durch die Unruhen in der Ukraine von der Heimat abgeschnitten und verstarb auf dem Rückweg in die Heimat im französischen Internierungslager Mikra bei Saloniki.
Ein Bericht über die Internierung der 7. Landwehr-Division findet sich unter dem 30. Juni 1919.

Samstag, 1. Juni 2019

1. Juni 1919


Friedrich Späth wurde am 22. April 1915 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 246 eingezogen und kam am 13. Juni 1915 zum Reserve-Infanterie-Regiment 120 ins Feld, wo er am 2. April 1916 vor Verdun verwundet wurde. Nach seiner Wiederherstellung im Lazarett kam er am 21. Juli 1916 vom Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 120 zum Infanterie-Regiment 413 an die Front in die Stellungskämpfe in Flandern. In der Schlacht bei Hooge geriet er am 7. Juni 1917 in englische Gefangenschaft, in der er an an Tuberkulose erkrankte. Er wurde am 17. September 1918 als Schwerkranker ausgetauscht, kam am 11. Oktober 1918 ins Reserve-Lazarett Überruh bei Isny im Allgäu. Er verstarb nach Mitteilung der Lungenheilanstalt Überruh am 1. Juni 1919 an tuberkuloser Hirnhautentzündung bei offener Lungentuberkulose.


Bilder: Hauptstaatsarchiv Stuttgart Bestand M 469 und M 590