Dienstag, 14. September 2021

14. September 1921

 


Otto Müller, lediger Sattler aus Markgröningen wurde am 1. Mai 1916 als ungedienter Landsturm-Rekrut zum Landsturm-Rekruten-Depot in Urach eingezogen. Nach kurzer Grundausbildung wurde er am 21. Juli 1916 dem Landsturm-Infanterie-Ersatz-Bataillon XIII/23. und kurz darauf dem 2. Land-sturm-Infanterie-Bataillon Ludwigsburg XIII/9. zugeteilt, das im Etappengebiet hinter der Siegfried-linie hauptsächlich mit Schanzarbeiten und Bewachungsaufgaben beauftragt war.. Am 13. August 1917 kam er zur weiteren Ausbildung hinter der Front zum Feld-Rekruten-Depot der 27. (Württembergi-schen) Infanterie-Division Feld und wurde am 3. Oktober 1917 dem in Flandern stehenden Infanterie-Regiment 120 zugeteilt, gerade rechtzeitig zum Eintritt des Regiments in die Flandernschlacht.
Nach der sich an die Flandernschlacht anschließenden Ruhezeit im Elsaß und der Ende März 1918 beginnenden Großen Schlacht in Frankreich befand sich Otto Müller von Mitte April bis Ende Mai 1918 krankheitshalber im Lazarett in Lüttich. Sein Regiment kam nach Ruhe bei Tournai am 29. Juli 1918 in die Umgebung von Morlancourt. Am 8. August 1918 folgte mit dem Großangriff der Alliierten der „Schwarze Tag des deutschen Heeres“. Otto Müller wird seitdem vermißt. Er wurde am 14. September 1921 vom Amtsgericht Stuttgart-Stadt für tot erklärt.
Der Bericht der Regimentsgeschichte des IR 120 zum 8. August 1918 findet sich hier.




Mittwoch, 8. September 2021

8. September 1921

 


Wilhelm Schöttle, lediger Mechaniker aus Ebhausen, wurde am 4. Januar 1917 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 125 eingezogen. Auf die infanteristische Grundausbildung folgte ab 1. Juni 1917 die Spezialausbildung am Maschinengewehr bei der 1. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie/XIII. auf dem Truppenübungsplatz Münsingen. Am 17. Oktober 1917 kam Wilhelm Schöttle zum Reserve-Infanterie-Regiment 120, das in Stellungskämpfen in der Siegfriedstellung stand. Es folgten die Schlacht in Flandern und die Große Schlacht in Frankreich, danach Stellungskämpfe bei Noyon. Bei den Rückzugskämpfen an der Somme erlitt Wilhelm Schöttle am 15. September 1918 eine Kampfgas-vergiftung und mußte ins Lazarett. Nach seiner Rückkehr zum Regiment nahm er weiter an den Ab-wehrkämpfen vor der Antwerpen – Maas-Stellung teil und marschierte anschließend mit diesem zurück in die Heimat. Ende Dezember 1918 dort angekommen, wurden zunächst die älteren Jahrgänge infolge Demobilmachung entlassen. 

Wilhelm Schöttle wurde am 11. Januar 1919 zum Ersatz-Bataillon versetzt und schließlich von dort in die Heimat entlassen. Dort erkrankte er an den Folgen der Gasvergiftung vom August 1918 und verstarb am 9. September 1921 in seiner Heimatgemeinde Ebhausen.

Freitag, 27. August 2021

27. August 1921


Albert Schick, verheirateter Schuhmacher in Stuttgart und Vater von zwei Kindern, wurde am 7. April 1915 als ungedienter Landsturm-Rekrut zur Ausbildung zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 119 eingezogen. Am 27. Juli 1915 zog er zur 51. Ersatz-Brigade ins Feld in die Stellungs-kämpfe an Maas und Mosel. Im Juli 1916 zum neu gebildeten Ersatz-Infanterie-Regiment 52 über-getreten, folgten Einsätze in den Schlachten an Somme und Aisne und in den Stellungskämpfen vor Verdun und Reims. Albert Schick nahm im März und April mit seinem inzwischen zum Württem-bergischen Infanterie-Regiment 479 umbenannten Regiment an der Großen Schlacht in Frankreich und den nachfolgenden Stellungskämpfen teil. Ab August 1918 bis zum Waffenstillstand folgten die Abwehrschlachten zwischen Somme und Sambre. Nach Räumung des besetzten Gebietes und Rück-marsch in die Heimat wurde Albert Schick am 22. Dezember 1918 infolge Demobilmachung nach Stuttgart entlassen. Dort erkrankte er an den Folgen der Strapazen des Kriegsdienstes und verstarb am 27. August 1921.