Mittwoch, 18. Mai 2022

18. Mai 1922

 

Johannes Knapp, lediger Goldarbeiter aus Mönsheim bei Leonberg, hatte in den Jahren 1907 bis 1909 beim Infanterie-Regiment „Alt Württemberg“ seinen Wehrdienst abgeleistet. Als ausgebildeter Reservist wurde er zu Beginn der Mobilmachung am 4. August 1914 zum Reserve-Infanterie-Regiment 120 ein-berufen und zog mit diesem am 10. August 1914 Richtung Westen an der Rhein. Das Regiment kämpfte nachfolgend in den Vogesen und kam am 27. September 1914 in die berüchtigten Stellungskämpfe in und bei La Boisselle.

Johannes Knapp wurde am zweiten Einsatztag des Regiments bei La Boisselle durch einen Gewehr-schuß an der Hand verwundet. Er kehrte nach seiner Wiederherstellung Anfang März 1915 zum Regiment zurück, rechtzeitig um mit diesem in die Gegend von Givenchy-en Gohelle verlegt zu werden. Die letzte Meldung über Johannes Knapp berichtete über eine leichte Verwundung am 10. Juni 1915 südwestlich Thélus. Man vermutete ihn wohl auf dem Weg zum nächstgelegenen Verbandplatz. Erst später wurde festgestellt, daß er dort nie angekommen war. Sein Schicksal blieb ungeklärt. Er wurde am 18. Mai 1922 vom Amtsgericht Leonberg offiziell für tot erklärt.

Bild: Württembergische Verlustliste Nr. 336 vom 28. Januar 1916


Montag, 2. Mai 2022

2. Mai 1922

 


Am 18. November 1916 durchbrachen britische Einheiten bei einem Nachbarregiment des Reserve-Infanterie-Regiments 120 die deutschen Linien und kamen in den Rücken des I. Bataillons. Nach dem Angriff wurden rund 300 Mann des Bataillons vermißt, der Großteil war in Gefangenschaft geraten. 

Mathäus Schwertle, lediger Sattler aus Justingen bei Münsingen kam am 8. Januar 1915 als ungedienter Landsturmrekrut zum Ersatz-Bataillon des Grenadier-Regiments 123. Am 9. September 1915 wurde er zu landwirtschaftlichen Arbeiten im elterlichen Betrieb in Ingstetten bei Münsingen beurlaubt. Die erneute Einberufung erfolgte am 21. November 1915 zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 124. Von dort wurde er am 15. März 1916 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 120 versetzt. Nach erneutem Ernteurlaub ab 21. August 1916 kehrte er am 16. Oktober 1916 zum Ersatz-Bataillon zurück und wurde kurz darauf, am 5. November 1916, zum Feld-Regiment an die Somme entsandt. Zwei Wochen später gehörte er zu den Angehörigen des I. Bataillons, deren Schicksal nach der Umgehung durch die Briten nicht mehr geklärt werden konnte. Er wurde am 2. Mai 1922 vom Amtsgericht Münsingen gerichtlich für tot erklärt.

Mittwoch, 27. April 2022

27. April 1922


 

Karl Bens, lediger Monteur in Stuttgart, war am 26. September 1913 vom Grenadier-Regiment 119 zur Reserve entlassen worden. Anfang August 1914 wurde er im Rahmen der allgemeinen Mobilmachung wieder eingezogen und kam am 25. August 1914 zum Reserve-Infanterie-Regiment 120 in die Vogesen. Schon fünf Tage später, am 30. August 1914, wurde er in der Schlacht von Nancy – Epinal bei La Bolle verwundet und gilt seither als vermißt. Sein Schicksal konnte nicht aufgeklärt werden. Er wurde am 27. April 1922 vom Amtsgericht seiner Geburtsstadt Osthofen in Hessen gerichtlich für tot erklärt.

Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 477