Donnerstag, 24. Mai 2018

24. Mai 1918



„Zunächst mit der Bahn bis Montauban befördert, dann mit Fußmarsch nach dem berüchtigten Combles, dann nach dem Ostrand des Mametzwaldes (jetzt nur noch niedriges Gestrüpp), löste unsere Kompagnie die Minenwerfer-Kompagnie 401 ab. Diese lebte in Erdhöhlen, die in den Hang eingegraben waren. Erste Arbeit unserer Kompagnie war daher der Bau wohnlicher Hütten. Bei den dazu nötigen Erdarbeiten kamen allerhand Dinge zutage, Konservenbüchsen, Munition, hin und wieder auch Lei-chen verschütteter Kameraden, denen wenigstens nachher noch ein ehrenvolles Grab bereitet wurde. Die Stellung wurde am 16. Mai übernommen. Sie lag westlich der Straße Albert – Aveluy mit 3 nördlichen Werfergruppen Nürnberg, Augsburg und Ulm und der südlichen Gruppe Wildbad am Westrand von Albert und war mit 8 mittleren und 4 schweren (Wildbad) Werfern bestückt. Des Engländers Artillerie feuerte, was das Zeug hielt. Auch Gas- und Petroleum-Minen schleuderte der Tommy in unsere Gräben. Die letzteren explodierten 2 – 4 Meter über dem Boden und schleuderten eine bren-nende Flüssigkeit umher, die Löcher in die Gasmasken brennen und sie dadurch un-brauchbar machen sollte. Da die Mannschafts- und Munitionsnischen der Stellung noch nicht fertig waren, mußte noch tüchtig miniert werden. Gekocht wurde in der Stellung selbst und die Verpflegung jede Nacht mit der Post in einem Wagen dorthin gefahren. Es war keine leichte Aufgabe, bei dunkler Nacht auf den im stärksten Artilleriefeuer liegen-den Straßen die Wagen vorzubringen, die oft zerbeult und von Granatsplittern durch-löchert ankamen. Die braven Fahrer und die Wagenbegleiter, die an Pferd und Wagen gebunden, nicht von den Straßen abbiegen oder sich in Gräben seitwärts decken konn-ten, mußten durch den Eisenhagel hindurch. Hierbei wurden Fahrer Koch und Pionier Arnold schwer verwundet; letzterer starb auf dem Hauptverbandplatz.“

aus: „Das Württembergische Pionier-Bataillon Nr. 13 im Weltkrieg 1914-1918“, Stuttgart 1927