Freitag, 19. Juli 2019

19. Juli 1919

Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 709

„In tiefster Trauer stehen wir alten Kriegskameraden vom Württ. Gebirgs-Bataillon am Grabe unseres lieben Leutnants Ortlieb. Wehmütige Erinnerungen werden in uns lebendig, an Kampftage, an welchen es dem Gebirgs-Bataillon gelungen ist, den stolzen Namen Württemberg bei Freund und Feind zu höchstem Ansehen zu bringen. Mit einem Schlage war das junge Bataillon bekannt durch die glänzende Waffentat des Leutnants Ortlieb und seiner 36 Schützen gegen das französische Köpfle in den Vogesen, eine Waffentat, die höchsten Orts in Vorbereitung, Ausführung und Erfolg als vorbildlich bezeichnet wurde. Erst wägen, dann wagen, das war seine Losung. Aufmerksam und dienstfreudig vorausdenken, vorausplanen, vorbereiten – dann unter voller Einsetzung der eigenen Person mit Gewandtheit und Schneid zur Ausführung, zur Tat und zum Erfolg! Das war der Geist, in welchem er mit seinem Kommandeur arbeitete, das war der Geist, in dem er seine Schützen führte. So ist sein Name eng verknüpft mit den glänzendsten Waffentaten und Erfolgen des Gebirgs-Bataillons. Mit höchster Auszeichnung hat er teilgenommen am 1. rumänischen Feldzug im  Jahre 1916 beim Durchbruch aus Siebenbürgen durch die transsylvanischen Alpen in die Walachei, am Ehrentage von Valari, am Siegeszuge über Targu Jiu, Kraiova, Bukarest, am Durchbruch durch die Südostkarpathen in die Putna, am Sturmlauf auf Magura Odobesti. Im Jahre 1917, im 2. rumänischen Feldzuge, ward er schwer verwundet, in den schweren Kämpfen um den trutzigen D. Cosna, der vom Gebirgs-Bataillon erstürmt, zäh verteidigt und gehalten wurde. Nach seinem Ausscheiden aus dem Gebirgs-Bataillon infolge schwerer Verwundung blieb er unser aller treuer Freund und Kamerad und es ist mir persönlich eine freudige Genugtuung, daß ich noch vor kurzer Zeit ihn sehen, sprechen und ihm nochmals uneinge-schränkt Dank und Anerkennung sagen konnte für das, was er uns war und was er für uns tat. So lege ich denn den ehrlich und rechtschaffen verdienten Kranz aus deutscher Eiche an seinem Grabe nieder im Namen des ehemaligen stolzen Württ. Gebirgs-Bataillons.“

Ansprache des ehemaligen Kommandeurs des Württembergischen Gebirgs-Bataillons, Major Theodor Sproesser am Grab von Leutnant Ortlieb am 23. Juli 1919.

Mittwoch, 17. Juli 2019

17. Juli 1919

Jakob Strom (rechts)
Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 709

Jakob Strom, Fahrradhändler aus Trossingen, wurde am 5. August 1914 als gedienter Unteroffizier ein-gezogen und rückte am 9. August 1914 mit der 7. Kompagnie des Reserve-Infanterie-Regiments 119 ins Feld. Er wurde am 10. März 1915 bei La Boisselle durch ein Gewehr-Geschoß am Kopf so schwer verwundet, daß er nach der Entlassung aus dem Lazarett am 31. März 1916 halbseitig gelähmt als kriegsuntauglich aus dem Militärdienst entlassen wurde.
Jakob Strom erlitt am 8. Juli 1919 bei einer Explosion in seinem Fahrradgeschäft in Trossingen schwerste Verbrennungen, an denen er am 17. Juli 1919 verstarb. Er hinterließ seine Ehefrau Katharina mit zwei unmündigen Kindern.

Sonntag, 14. Juli 2019

14. Juli 1919


Willi Oster, lediger Schreiner in Stuttgart, wurde am 18. Juni 1917 im Alter von 17 Jahren zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 124 eingezogen. Am 2. April 1918 dem Infanterie-Regiment 124 zugeteilt, geriet er direkt in die Große Schlacht in Frankreich und die sich anschließenden Stellungs-kämpfe. Willi Oster geriet am 22. August 1918 bei Bray-sur Somme in englische Gefangenschaft. Er wurde am 14. Juli 1919 im Gefangenenlager East-Nestroy bei Birmingham von einem englischen Wach-soldaten versehentlich erschossen.

Bild: Internationales Komitee des Roten Kreuzes

Die richtige Bezeichnung des Gefangenenlagers ist Oswestry (siehe die Kommentare auf der zugehörigen Facebook-Seite).

Freitag, 12. Juli 2019

12. Juli 1919


Hugo Starke kam am 6. September 1918 nach Auflösung der 54. Reserve-Division mit Teilen des Reserve-Infanterie-Regiments 248 zum Infanterie-Regiment 479. Er führte noch die zusammengefaßte 2. und 6. Kompagnie 479 nach dem Waffenstillstand in langen Fußmärschen in die Heimat, erkrankte dann an der Folgen einer früheren Gasvergiftung und verstarb am 12. Juli 1919 in Cannstatt.

Mittwoch, 10. Juli 2019

10. Juli 1919


Hubertus Baumgart, Maschinenschlosser aus Ödheim wurde am 30. Juli 1917, 18-jährig, zum Ersatz-Bataillon des Füsilier-Regiments 122 eingezogen. Nach infanteristischer Grundausbildung wurde er am 24. September 1917 zur Ausbildung am Maschinengewehr der 4. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie XIII. und am 2. Februar 1918 der 5. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie XIII. zugeteilt. Am 2. Mai 1918 kam Hubertus Baumgart an die Westfront zum Infanterie-Regiment 478. Er wurde am 17. Juli 1918 bei Albert durch eine Fliegerbombe am Unterschenkel verwundet, kam am 29. September 1918 zum Regiment zurück und geriet am 18. Oktober 1918 bei Le Cateau in Gefangenschaft. Hubertus Baumgart wurde am 9. Juli 1919 bei einer Pulverexplosion im amerikanischen Artillerie-Depot Saint Loubès durch multiple Verbrennungen 3. Grades und Schock schwer verletzt. Er verstarb am darauf-folgenden Tag im Krankenrevier des Gefangenenlagers Saint Sulpice bei Bordeaux.

Bild: Internationales Komittee des Roten Kreuzes

Dienstag, 9. Juli 2019

9. Juli 1919


Karl Beuttler, lediger Drahtflechter aus Magstadt, wurde am 1. August 1916 im Alter von 18 Jahren zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 126 eingezogen. Nach der infanteristischen Grundausbildung kam er am 7. Dezember 1916 ins Feld zum Feld-Rekruten-Depot der 54. Reserve-Division zur weiteren Ausbildung hinter der Front und wurde am 4. Februar 1917 der 8. Kompagnie des Reserve-Infanterie-Regiments 248 zugeteilt. Karl Beuttler kämpfte zunächst in der Champagne, wurde in der Doppel-schlacht Aisne-Champagne am 27. Mai 1917 am Pöhlberg durch ein Artillerie-Geschoß an der Hand verwundet, verblieb bei der Truppe und kämpfte vor Verdun und in Flandern. Bei der Frühjahrsoffensive in Frankreich wurde Karl Beuttler am 30. März 1918 bei Aveluy durch ein Artillerie-Geschoß am Rücken leicht verwundet, verblieb wieder bei der Truppe, wurde am 6. September 1918 wegen der Auflösung der 54. Reserve-Division nach großen Verlusten mit den Resten seiner Kompagnie zur 11. Kompagnie des Füsilier-Regiments 122 versetzt und schließlich am 7. Oktober 1918 bei Le Cateau vermißt.
Karl Beuttler war in amerikanische Gefangenschaft geraten. Er verunglückte am 9. Juli 1919 bei einer Pulverexplosion im amerikanischen Artillerie-Depot in Saint Loubès tödlich.

Sonntag, 7. Juli 2019

7. Juli 1919



Kriegsfreiwilliger Ulrich Sonntag.
XIII. Armeek., 27. Div., Infanterie-Regiment 124, 12. Komp.,
.gestorben am 7. Juli 1919.
Der ledige Maurer Ulrich Sonntag ist am 24. Dezbr. 1895 in Zollenreute Oberamts Waldsee geboren. Sein Vater, Anton Sonntag, wohnhaft in Weingarten, Wolfeggerstraße 31, ist Landwirt; die Mutter. Monika Sonntag, eine geborene Heußler. U. Sonntag besuchte die Volksschule 7 Jahre und lernte hernach das Maurerhandwerk bei Herrn Maurermeister Heinzelmann hier. Später arbeitete er im Motorenbau in Friedrichshafen. Mit seinem schlichten Wesen paarte sich Fleiß.
Am 2. August 1914 rückte er zum Regiment 124 ein und wurde der 12. Kompagnie zugeteilt. Nach 3-monatlicher Ausbildung zog er am Kirchweihsamstag mit einem Trupp ins Feld, kämpfte tapfer mit in den Argonnen, in der Champagne, bei Messiges und vor Ypern. Von hier aus schickte er seinen Angehörigen eine schöne Erinnerungs-tafel. Vor Ypern wurde ar am 14. Februar 1916 folgenschwer verwundet. Schuß durch Oberarm und Brust, das Herz leicht schürfend. Längere Zeit lag er im Feldlazarett Menin, dann in Dortmund, im Reservelazarett II in Weingarten, im Reservelazarett in Friedrichshafen. Am 4. August 1916 war er soweit hergestellt, daß er dem Ersatzbatail-lon des Regiments 124, 4. Kompagnie, zugeteilt werden konnte; am 23. September selben Jahres wurde er zum 3. Ersatz-Bataillon 124 überstellt. Doch die Folgen der Verwundung veranlaßten bald seine völlige Entlassung. Nach derselben arbeitete er mit Unterbrechungen bis Herbst 1918 in Langenargen und in Friedrichshafen im Bauge-schäft Dyckerhoff-Widmann. Nach längerem Siechtum starb er 3½ Jahre nach der Verwundung am 7. Juli 1919 in seiner Heimat Weingarten. Unter den Gebeten seiner Kirche wurde er auf dem hiesigen Friedhof mit militärischen Ehren bestattet. Hinter-blieben sind die Eltern und 7 Geschwister.“

aus: „Schwäbische Helden Weingarten (in Wttbg.) im Weltkrieg“, Stuttgart 1920

Dienstag, 2. Juli 2019

2. Juli 1919


Max Urban, Metzger in Stuttgart und Vater von drei Kindern, wurde am 6. August 1914 zum Landwehr-Infanterie-Regiment 121 eingezogen. Er wurde bereits beim ersten Gefecht des Regiments bei Günsbach am Oberschenkel verwundet und geriet auf dem durch einen französischen Gegenangriff abgeschnit-tenen Regimentsverbandplatz in Gefangenschaft.
Über vier Jahre später, am 22. Oktober 1918, kehrte Max Urban als Austauschgefangener über die Schweiz in die Heimat zurück, wurde am 22. November 1918 dem Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 120 zugeteilt und am folgenden Tag aus dem Militärdienst entlassen. Er verstarb am 2. Juli 1919 in Stuttgart an den Folgen seiner Verwundung und den Strapazen der Gefangenschaft.

Donnerstag, 27. Juni 2019

27. Juni 1919


Friedrich Paal, lediger Eisenbahnanwärter aus Stuttgart, wurde am 22. Mai 1915 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 121 eingezogen und kam am 19. Mai 1915 zum Reserve-Infanterie-Regiment 247 nach Flandern in die Stellungskämpfe an der Yser. Am 2. Dezember 1916 wurde Friedrich Paal zur Württembergischen Kompagnie des Bayerischen Sturm-Bataillons 15 versetzt, bei dem er mehrfach an gewaltsamen Erkundungen in Lothringen und in den Vogesen teilnahm. Er wurde am 7. April 1918 „infolge Blutarmut und Abnahme des Körpergewichts“ in ein Lazarett eingewiesen und verstarb nach über einjähriger Leidenszeit in seiner Heimatstadt Stuttgart.

Mittwoch, 26. Juni 2019

26. Juni 1919


Der verheiratete Familienvater von fünf Kindern Jakob Steidinger wurde am 30. August 1914 zum Landsturm-Infanterie-Bataillon Horb XIII/5. eingezogen und kam am 10. Oktober 1914 nach Belgien, wo das Bataillon im Bahnschutz eingesetzt wurde. Er wurde am 21. Februar 1916 als überzählig wieder entlassen.
Am 2. Oktober 1916 wurde Jakob Steidinger erneut zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 125 eingezogen, wurde am 31. Mai 1917 zum Feld-Rekruten-Depot der 7. Landwehr-Division in Marsch gesetzt und wurde von dort am 10. Oktober 1917 dem Landwehr-Infanterie-Regiment 126 zugeteilt. Er kam zunächst in die Stellungskämpfe in Wolhynien, war ab Mitte Februar 1918 an der Besetzung der Ukraine beteiligt und gehörte bis Mitte März 1919 zur deutschen Schutztruppe in Odessa. Nach Internierung bei Saloniki auf der Heimfahrt Ende März 1919 konnten die Reste der 7. Landwehr-Division ab 10. Juni 1919 ihre Heimreise über Mittelmeer und Atlantik fort-setzen. Jakob Steidinger erreichte die Heimat nicht mehr. Er starb am 26. Juni 1919 auf dem Dampfer „Constantin“ im Golf von Biskaya an akuter Herzschwäche.

Die Regimentsgeschichte schreibt über diese Etappe der Heimreise:
„So kam langsam, aber endlich eben doch der 8. Juni heran, der Tag unserer Einschif-fung. Auf offenen Flößen, die von Trajektdampfern gezogen wurden, fuhr Kompagnie um Kompagnie hinüber nach zwei alten gebrechlichen Schiffen, dem „Christian Nebe“ und dem „Konstantin“. Am 10. Juni abends lichteten diese die Anker zur Fahrt nach der Heimat. Um Griechenland herum führte die Reise, am 13. Juni kam zwischen Rauch-wolken der Ätnagipfel in Sicht, an Siziliens Südküste entlang fuhren wir in sengender Sonnenglut. Tage darauf leuchteten die schneebedeckten Gipfel der Sierra Newada aus Spanien herüber.
Am 19. Juni wurde bei Gibraltar vor Anker gegangen und Kohlen eingenommen. Durch korbweises Weitergeben von Mann zu Mann gingen die Kohlen hinunter in ihren Raum.
Den 21. Juni setzte man die Fahrt wieder fort. Während der ganzen Zeit des Aufenthalts vor Gibraltar wurden die beiden deutschen Dampfer von englischen Motorbooten umkreist und streng bewacht. Jede Art Verkehr vom einen zum andern war verboten. Auch auf der weiteren Reise begleitete uns ein englischer Torpedobootszerstörer.
Nach einem Tag der Fahrt, am 22. Juni, wurde auf offener See ein längerer Aufenthalt erforderlich, weil der alte „Christian Nebe“ einen Maschinendefekt hatte. Nach Besei-tigung des Schadens konnte langsam weiterdgedampft werden. Da wurde am 23. und 24. Juni der Atlantische Ozean stürmisch. Über das englische Begleitschiff hinweg rollten der ganzen Länge nach die Wogen und unsere Transportdampfer gingen bis zu 4 Meter auf und nieder. Einmal wurde „Konstantin“ völlig auf die Seite gelegt, alles, was nicht niet- und nagelfest war, rollte durch- und übereinander.
Dem Sturm folgte am 25. Juni dichter Nebel und fortwährend mußten die Sirenen heulen, um Zusammenstöße zu vermeiden. Einen Toten von der 4./L. 126 versenkten wir am 26. Juni in das Meer*.“

aus: „Das Württemberg. Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 126 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1921

*Hier irrt die Regimentsgeschichte. Es handelt sich zweifellos um Christian Steidinger von der 5./LIR 126. 

Dienstag, 25. Juni 2019

25. Juni 1919


Traugott Fritz, lediger Maurer aus Stuttgart, wurde am 1. Dezember 1915 im Alter von 38 Jahren zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 119 eingezogen. Er kam am 20. März 1916 zum Feld-Rekruten-Depot der 26. (Württembergischen) Reserve-Division ins Feld zur Ausbildung hinter der Front. Am 9. Oktober 1916 wurde er dem Reserve-Infanterie-Regiment 119 zugeteilt und kam direkt in die Schlacht an der Somme, wo er nach Abflauen der Schlacht noch bis Mitte März in den Stellungskämpfen in der Schlammwüste an der Somme kämpfte. Am 16. März 1917 hinter die Siegfriedlinie verlegt, wurde Traugott Fritz am 2. April 1917 bei Noreuil vermißt und war in englische Gefangenschaft geraten. Dort verstarb er am 25. Juni 1919 an einer Herzklappenerkrankung.

Montag, 24. Juni 2019

24. Juni 1919


Theophil Reusch, lediger Maschinentechniker, wurde am 16. November 1914 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 119 eingezogen und kam am 6. März 1915 zum Landwehr-Infanterie-Regiment 124 in die Stellungskämpfe in den Argonnen. Vom 31. August bis 17. Oktober 1915 nahm er beim Ersatz-Bataillon in Ulm am 4. Ausbildungskursus für Offiziers-Aspiranten des Beurlaubtenstandes teil. Im Januar 1917 wurde das Regiment ins Oberelsaß verlegt. Theophil Breusch erkrankte am 21. Februar 1917 am Hartmannsweilerkopf an Schleimbeutelentzündung. Nach Aufenthalt in wechselnden Lazaretten wurde er am 19. Oktober 1917 zur Genesenden-Kompagnie des Ersatz-Bataillons Landwehr-Infanterie-Regiment 124 versetzt. 
Von der Musterungskommission am 4. Dezember 1917 zeitig kriegsunbrauchbar gemustert, wurde Theo-phil Breusch am 15. Dezember 1917 „ohne Versorgung, weil B. sofort den für seinen Lebensunterhalt notwendigen Arbeitsverdienst findet“ aus dem Militärdienst entlassen. Er verstarb am 24. Juni 1919 im Alter von 25 Jahren an den Folgen seiner Erkrankung.

Donnerstag, 20. Juni 2019

20. Juni 1919


Ernst Jocher, lediger Pulverfabrikarbeiter, wurde am 1. September 1916 zum Landsturm-Rekruten-Depot VII eingezogen und kam von dort am 3. November 1916 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 127. Am 17. März 1917 traf er im Feld beim Füsilier-Regiment 122 ein, das sich nach der Rückkehr aus dem Baltikum in Nordfrankreich in Ruhe befand, und wurde dort der 12. Kompagnie zugeteilt. Er kämpfte ab April 1917 an verschiedenen Fronten in Nordfrankreich bis er am 15. November 1917 als Köhler zur Ortskommandantur Doulcon kommandiert wurde. Am 30. Januar 1918 bei der Kompagnie zurück, wurde er vom 24. März bis 28. September 1918 zum Stellungsbau zur Infanterie-Pionier-Kompagnie kommandiert. Bei seiner Rückkehr war seine Kompagnie auf Grund der großen Verluste in den Rückzugskämpfen aufgelöst worden. Ernst Jocher wurde mit den Resten seiner Kompagnie der 10. Kompagnie zugeteilt und wurde kurz darauf am 17. Oktober 1918 in den Kämpfen bei Le Cateau vermißt.
Ernst Jocher war in französische Gefangenschaft geraten, in der er ernsthaft erkrankte. Am 31. Mai 1919 traf er nach Entlassung aus der Gefangenschaft im Durchgangslager Gießen ein. Wegen seines Gesund-heitszustandes wurde er sofort ins örtliche Lazarett verlegt, in dem der drei Wochen später verstarb. Die Todesursache ist nicht bekannt.

Mittwoch, 19. Juni 2019

19. Juni 1919

 

Franz Xaver Hahn wurde am 31. März 1916 im Alter von 18 Jahren zum Ersatz-Pionier-Bataillon 13 eingezogen. Er kam am 21. Juli 1916 zum Ersatz-Bataillon des Grenadier-Regiments 123 und von dort am 30. September 1916 zum Feld-Rekruten-Depot der 27. Infanterie-Division ins Feld. Am 24. April 1917 zum Grenadier-Regiment 123 versetzt, wurde er bereits am 11. Mai 1917 in der Frühjahrsschlacht bei Arras durch ein Maschinengewehr-Geschoß am Fuß verwundet. 
Am 10. Oktober 1917 zum Regiment zurückgekehrt, erkrankte Franz Xaver Hahn am 19. Oktober 1917 in der Abwehrschlacht in Flandern an Bronchitis. Er kam am 25. Oktober 1917 vom Regimentsrevier zur Krankenstammelstelle Gits, von dort über das Kriegs-Lazarett 130 am 10. November 1917 ins Reserve-Lazarett Hafenkrankenhaus nach Hamburg und schließlich am 14. Februar 1918 ins Reserve-Lazarett I in Gmünd. Zwischenzeitlich zu 2. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie/XIII. versetzt, wurde er am 11. April 1918 als kriegsuntauglich mit einer monatlichen Rente von 48.75 Mk. entlassen. Franz Xaver Hahn verstarb am 19. Juni 1919 in der Lungenheilanstalt Überruh im Allgäu on offener Lungen-tuberkulose. 

Sonntag, 16. Juni 2019

16. Juni 1919


Josef Schoch wurde als württembergischer Staatsbürger in der Schweiz geboren. Er wurde am 4. Oktober 1915 als Armierungssoldat eingezogen und kam bereits am 9. Oktober 1915 zum Armierungs-Bataillon 59 ins Feld und wurde dort auf Grund seiner kaufmännischen Ausbildung als Schreiber beim Bataillon in Nordfrankreich eingesetzt. Nach den großen Verlusten im Sommer 1916 und Frühjahr 1917 wurde auch Josef Schoch als kriegsverwendungsfähig bei den Etappen-Formationen „ausgekehrt“ und am 16. September 1917 zur infanteristischen Ausbildung zum Ersatz-Bataillon des Grenadier-Regiments 123 versetzt. Am 16. Februar 1918 rückte er von dort ins Feld zum Reserve-Infanterie-Regiment 121. Bereits am 24. März 1918 bei St. Martin südöstlich Arras durch ein Artillerie-Geschoß am Hals verwundet, kam Josef Schoch nach kurzer Lazarett-Behandlung am 28. April 1918 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 121 und nach dessen Auflösung am 20. Dezember 1918 zum Infanterie-Regiment 180 nach Gmünd. Josef Schoch wurde am 31. Januar 1919 mit Typhus ins Garnisons-Lazarett Gmünd und verstarb dort am 16. Juni 1919 an Lungentuberkulose.

Samstag, 15. Juni 2019

15. Juni 1919


Der ledige Schuhmacher Wilhelm Braun wurde am 21. März 1916 im Alter von 19 Jahren zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 119 eingezogen. Nach der infanteristischen Grundausbil-dung kam er am 1. Mai 1916 zur 1. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie/XIII. zur Ausbildung am Maschinengewehr. Am 26. Oktober 1916 zog Wilhelm Braun zum kurz zuvor neu aufgestellten Infan-terie-Regiment 413 in die Stellungskämpfe an der Yser. Wilhelm Braun wurde am 7. April 1918 bei Amiens durch ein Artillerie-Geschoß am Kopf schwer verwundet. Er verstarb nach über einjähriger Leidenszeit am 15. Juni 1919 im Garnisons-Lazarett in Tübingen.

Freitag, 14. Juni 2019

14. Juni 1919


Karl Krathwohl, lediger Bauernsohn aus Unterbrüden bei Backnang, wurde am 22. September 1916 im Alter von 19 Jahren zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 246 eingezogen. Er kam am 15. Januar 1917 zum neu aufgestellten Infanterie-Regiment 627, und, nachdem dieses Regiment nicht mobil gemacht wurde, am 21. März 1917 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 126. Am 4. Mai 1917 kam er zum Feld-Rekruten-Depot der 26. Infanterie-Division ins Feld und von dort am 11. Mai 1917 zum Infanterie-Regiment 125 an die Front. Karl Krathwohl wurde seit 1. August 1918 bei Cramaille vermißt und war in französische Gefangenschaft geraten. Er verstarb laut amtlicher franzö-sischer Totenliste am 14. Juni 1919 fünfeinhalb Uhr nachmittags im Hôpital Mitxte, rue Porte Madelaine 1, in Orléans. Die Todesursache ist nicht bekannt.

Mittwoch, 12. Juni 2019

12. Juni 1919



„Oberst Vowinkel war ein besonderer Typ von einem Frontsoldaten gewesen. Bei Offizieren und bei Mannschaften hatte er sich große Achtung und vielfach auch Liebe und Verehrung erworben. Als ein im Frieden lang gedienter, erfahrener Offizier eignete er sich durch seine klare Auffassung militärischer Verhältnisse, seine sprichwörtliche Ruhe und Bestimmtheit ganz besonders zum Kommandeur eines Landw.-Regiments. Von Ende November 1915 bis 17. Oktober 1918 hat er an der Spitze des Landw.-Inf.-Reg. 123 gestanden. Das Regiment hat unter seinem Kommando Großes geleistet, in Abwehr feindlicher Vorstöße wie im eigenen Angriff. Als geborener Frontoffizier hat er trotz mancher körperlicher Beschwerden stets die vorne eingesetzten Kompagnien, Feldwachen und Posten aufgesucht und Gefahren, die durch Beschießungen drohten, nie gescheut. Kein Freund vom Schützengraben, ist er hundert Male mit seinem Adjutanten und seinem „Feldmann“ über das freie Feld der Höhe 425 gegangen. „Auf mich schießen sie nicht“, pflegte er lächelnd zu den Umstehenden zu sagen. Für das Wohl und Wehe seiner Bataillone und Kompagnien hat er sich unaufhörlich eingesetzt, mehr als die meisten Regimentsangehörigen wissen. in durchaus gerader, offener Charakter, scheute er sich nicht, die Wahrheit beim Namen zu nennen, und dies ebensosehr nach oben wie nach unten. Das Wahrheitsgefühl ging ihm über die Form und Etikette. Und wenn er auch manchmal im äußeren Verkehr eine rauhe Schale zeigte – „wenn’s sei mueß au saugrob“ – so hatte er doch im Innern ein außerordentlich weich empfindendes Herz. Jeder Tote, der für das Vaterland sein Leben hergab, tat ihm in der Seele weh. Und was hatte er nicht für eine Freude an Tieren; davon wissen die Pferdepfleger des Regiments ein Liedlein zu singen. Sein Herz schlug für König und Reich; an Vater-landsliebe, die von persönlichem Ehrgeiz völlig frei war, ließ er sich nicht übertreffen. Den Offizieren seines Stabes stand er nah. Leider war ihm kein langer Lebensabend mehr beschieden. Am Morgen des 12. Juni 1919 starb er als Bezirkskommandeur in Mergentheim plötzlich an einem Gehirnschlag. In aller Stille wurde er dort beigesetzt. Der Verfasser, der drei Jahre als sein Adjutant mit ihm Freud und Leid geteilt hatte, schloß den Nachruf am Grabe seines Kommandeurs mit den Worten: „Solange es 123er gibt, wird Oberst Vowinkel im Gedächtnis leben. Sein Name hat in den Annalen des Landw.-Inf.-Reg. 123 einen guten, einen hellen Klang.“

aus: „Württembergisches Landw.-Inf.-Regiment Nr. 123 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1922

Montag, 10. Juni 2019

10. Juni 1919


Der ledige Pferdeknecht Karl Weller wurde am 4. August 1914 zur Sanitäts-Kompagnie 2/XIII. eingezogen und rückte mit dieser am 10. August 1914 ins Feld. Karl Weller erkrankte am 21. Juli 1915 in Lançon auf Grund der großen dienstlichen Beanspruchung an einem Nervenleiden. Er wurde am 29. Juli 1915 vom Krankenrevier ins Reserve-Feld-Lazarett Grandpré und von dort am 30. Juli 1915 ins Reserve-Feld-Lazarett in Montmédy verlegt. Am 1. August 1915 kam er ins Vereins-Lazarett nach Mühlacker, von dort am 21. August 1915 bis zum 12. Januar 1916 ins Reserve-Lazarett II Tübingen und schließlich am 12,. Januar 1916 ins Vereins-Lazarett in Murrhardt. Von dort wurde er am 7. Februar 1916 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 121 entlassen. Vom 1. April 1916 bis 15. Juni 1916 vom Waffendienst zur Mithilfe im elterlichen Betrieb befreit, wurde Karl Weller am 16. Juni 1916 wieder zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 121 eingezogen, erkrankte erneut und wurde vorübergehend der dortigen Genesenden-Kompagnie zugeteilt. Am 20. Februar 1917 wurde Karl Weller wieder nervenkrank ins Reserve-Lazarett II Ludwigsburg aufgenommen und schließlich am 9. Mai 1917 als „kriegsunbrauchbar ohne Versorgung“ entlassen.
Karl Weller wurde nicht mehr gesund. Er verstarb am 10. Juni 1919 im im Volksmund „Hustenburg“ genannten Vereins-Lazarett Wilhemsheim in Reichenberg bei Backnang im Alter von 28 Jahren an „Erkrankung infolge militärischen Dienstes“.


Samstag, 8. Juni 2019

8. Juni 1919


Karl Griesinger, Mechaniker aus Urach, wurde 18-jährig am 20. Juni 1917 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 247 eingezogen. Nach infanteristischer Grundausbildung wurde er am 31. Oktober 1917 zur 3. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie/XIII. zu weiteren Ausbildung am Maschinen-gewehr versetzt. Am 29. Mai 1918 kam Karl Griesinger an die Front zum Infanterie-Regiment 180 in die Kämpfe zwischen Arras und Albert, später nach Flandern und wieder nach Nordfrankreich. Nach dem Rückmarsch in die Heimat erkrankte er im Urlaub, wurde am 27. Dezember 1919 ins Reserve-Lazarett Reutlingen aufgenommen und am 17. Februar 1919 ins Vereins-Lazarett Wilhelmsheim verlegt. Karl Griesinger verstarb am 8. Juni 1919 nach halbjähriger Leidenszeit im Alter von 20 Jahren an Lungentuberkulose.

Donnerstag, 6. Juni 2019

6. Juni 1919


„† Bolter Josef, Bäcker, wurde 18. 6. 17, 18 J. alt, nach Weingarten eingezogen. Im Herbst 17 stand er auf Russenwacht am Bodensee. Im I.-Reg. 123 kam er um Weihnachten 17 nach Oberelsaß. Im Frühjahr 18 erkrankte er und wurde zur Heilung nach Göttingen, später nach Ulm überwiesen. Im Herbst stand er wieder an der Front. Auf dem Heimmarsch erkrankte er und kränkelte fortan. Nach langem Leiden ist er im Festungshauptlazarett Ulm 6. 6. 19 gestorben und wurde dahier zur Ruhe bestattet..“

aus „Das Eiserne Buch der Stadt Mengen“, Mengen 1924

Dienstag, 4. Juni 2019

4. Juni 1919



“Punkt 7 Uhr abends brachen ungeachtet der noch niederfallenden Erdmassen und des feindlichen Abwehrfeuers die Sturmtrupps los, die rückwärtigen Wellen rückten nach. Hierbei zeichnete sich besonders Hauptmann d. R. Bammert mit der 8./124 aus. Unter den größten Anstrengungen mußte die feindliche Sperrfeuerzone durchschritten werden, die Kompagnie kam aber zeitgerecht an ihren befohlenen Platz.
7.05 Uhr abends war die erste feindliche Linie genommen. Bei der 6./124 zeichnete sich Vizefeldwebel Weiß mit seinem Sturmtrupp besonders aus, durch Wegnahme eines englischen M.-G.s, ebenso der Gefreite Kern von Ravensburg, der den verwundeten Sturmtruppführer ersetzte und, obwohl selbst verwundet, umsichtig und entschlossen weit über das gesteckte Ziel vorstieß.
Bei Punkt 13 wehrte sich ein englisches M.-G. verzweifelt, der tapfere Sturmtruppführer Vizefeldwebel Fischer, 7./124, fand beim gewaltsamen Vorstürmen den Heldentod.
7.32 Uhr abends war überall das gesteckte Ziel erreicht mit Ausnahme des Punktes 13, die 12./124 auf der Bastion dagegen hatte ihr Ziel überschritten. Hier hatte sich wieder der Gefreite Friedrich Goral ausgezeichnet, indem er weit voraus jeden Widerstand mit Bajonett und Handgranate brach.
Zum Ausbau der eroberten Stellungen und zum Graben der Verbindungen wurden Verstärkungen vorgeschickt, hierbei wurde Oberleutnant d. R. Weitbrecht durch einen Infanterieschuß schwer verwundet.“

aus: „Das Infanterie-Regiment „König Wilhelm I“ (6. Württ.) Nr. 124 im Weltkrieg 1914–1918ׅ, Stuttgart 1921

Montag, 3. Juni 2019

3. Juni 1919


Benedikt Jäger wurde am 21. September 1916 zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 122 eingezogen und kam von dort am 27. Juli 1917 in die Stellungskämpfe an Styr uns Stochod, zunächst zum Feld-Rekruten-Depot der 7. Landwehr-Division, dann, am 6. August 1917 zum Landwehr-Infanterie-Regiment 126. Nach Besetzung der Ukraine wurde er am 8. Juni 1918 altershalber wieder zum Feld-Rekruten-Depot der 7. Landwehr-Division zurückversetzt. Benedikt Jäger war zur Rückkehr in die Heimat vorgesehen. Wie viele andere Angehörige der Division wurde er durch die Unruhen in der Ukraine von der Heimat abgeschnitten und verstarb auf dem Rückweg in die Heimat im französischen Internierungslager Mikra bei Saloniki.
Ein Bericht über die Internierung der 7. Landwehr-Division findet sich unter dem 30. Juni 1919.

Samstag, 1. Juni 2019

1. Juni 1919


Friedrich Späth wurde am 22. April 1915 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 246 eingezogen und kam am 13. Juni 1915 zum Reserve-Infanterie-Regiment 120 ins Feld, wo er am 2. April 1916 vor Verdun verwundet wurde. Nach seiner Wiederherstellung im Lazarett kam er am 21. Juli 1916 vom Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 120 zum Infanterie-Regiment 413 an die Front in die Stellungskämpfe in Flandern. In der Schlacht bei Hooge geriet er am 7. Juni 1917 in englische Gefangenschaft, in der er an an Tuberkulose erkrankte. Er wurde am 17. September 1918 als Schwerkranker ausgetauscht, kam am 11. Oktober 1918 ins Reserve-Lazarett Überruh bei Isny im Allgäu. Er verstarb nach Mitteilung der Lungenheilanstalt Überruh am 1. Juni 1919 an tuberkuloser Hirnhautentzündung bei offener Lungentuberkulose.


Bilder: Hauptstaatsarchiv Stuttgart Bestand M 469 und M 590

Freitag, 31. Mai 2019

31. Mai 1919


Josef Geldreich wurde am 21. August 1915 zum Landsturm-Rekruten-Depot 8 in Öhringen eingezogen. Von dort kam er am 8. November 1915 zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 126, am 4. Januar 1916 zum Landsturm-Infanterie-Bataillon Münsingen XIII/20, am 15. März 1916 zum Landsturm-Infanterie-Bataillon Ehingen XIII/15 und schließlich am 11. September 1916 zum Land-sturm-Infanterie-Bataillon Heilbronn XIII/10. in die Stellungskämpfe nördlich Verdun. Er wurde am 20. August 1918 in den Gefechten um die Regensburg-Stellung bei Forges vermißt und war in französische Gefangenschaft geraten.

Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 493

Hannover, den 19. 4. 20.
Der ehemalige Unteroffizier, jetzige Kaufmann, Max Steffens erklärt auf Vorhalt folgendes:
„Der Landsturmmann Geldreich ist am 31. Mai 1919 an Herzschlag, infolge von Krämpfen, verstorben und am 2. Juni 1919 auf dem Friedhof in Ansauville bei Toul beerdigt worden. Nach der Beerdigung des Geldreich sind die von ihm hinterlassenen Sachen nebst Geld an die französische Regierung in Paris zwecks Aushändigung an die Hinterbliebenen geschickt worden.“

Donnerstag, 30. Mai 2019

30. Mai 1919


Eduard Lorch wurde am 15. Oktober 1915 zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 123 eingezogen und kam am 12. Februar 1916 über das Feld-Rekruten-Depot der 7. (Württembergi-schen) Landwehr-Division ins Feld zum Landwehr-Infanterie-Regiment 126. Er kämpfte zunächst im Oberelsaß und in Lothringen, wurde im Mai 1917 mit der 7. Landwehr-Division an den Stochod verlegt und nahm ab Februar 1918 an der Besetzung der Ukraine teil. Eduard Lorch gehörte zu den letzten deutschen Besatzungstruppen, die am 14. März 1919 auf den Dampfern „Sadko“ und „Anatoli Molt-schanoff“ Odessa verließen.

Die Regimentsgeschichte schreibt über diesen Abschnitt der Rückreise:


„Am 16. März, 7 – 10 Uhr vormittags ging die Fahrt durch den Bosporus. Alles stand auf Deck, dicht gedrängt, Kopf an Kopf, und freute sich der Schönheit von Land und Meer. Bei Konstantinopel wurde Anker geworfen, doch an Land durfte niemand. Zwei weitere deutsche Truppenschiffe lagen da; auch aus Nikolajew war der Abtransport fast gleichzeitig mit dem unsrigen erfolgt. Wiederholt mußten all diese Dampfer den Anker-platz wechseln. Das machte die Angst vor den Taten, auf welche die bösen Deutschen vielleicht sannen.
So blieb es bis zum 23. März. Dann signalisierte das französische Flaggschiff, daß der Dampfer „Anatoli Moltschanoff“ in See zu gehen habe, Ziel Saloniki. „Sadko“ und der aus Nikolajew gekommene „Stambul“ blieben noch einige Tage vor Konstantinopel liegen.
Man war guter Dinge an Bord. Die Wartezeit vor Konstantinopel war ja zu Ende und niemand zweifelte, daß es weiter gehe und immer weiter, der lieben deutschen Heimat zu. Zu diesem Gefühl kam der Anblick der herrlichen Gegend; man fuhr durch die Dardanellen, später am Olymp vorbei, am 25. März in den Hafen von Saloniki.
Es däuchte uns nicht unwahrscheinlich, daß wir hier ebenso wie vor Konstantinopel ein paar Tage liegen müßten. Das ließ sich aber schließlich verschmerzen; nach den Mona-ten in Odessa kam es darauf nicht mehr an. Und Hauptmann Bernard hatte den Geleit-brief des französischen Generals Borius in der Tasche. Der letztere, ferner General d‘ Anselme und dessen Stabschef Oberst Lejay hatten doch wiederholt versichert, wir kämen heim ohne längeren Aufenthalt, als vielleicht nötig sei um die Schiffe abzuwar-ten, die aus Hamburg kommen und uns abholen sollten.
Das Essen wurde an Bord ausgegeben wie alle Tage. Ein zweiter Dampfer mit deut-schen Truppen langte an, wir sahen zu, wie er festlegte. Da ging plötzlich von Mund zu Mund die Nachricht, unser Transportführer, Hauptmann Bernard, ist verhaftet worden. So gaben die Franzosen allerdings auf recht einfache und bequeme Art die Antwort, als Bernard auf seinen Geleitsbrief pochte.
Angeblicher Grund der Verhaftung war die Art, wie der deutsche Hauptmann sein Recht geltend machen wollte. Aber selbst angenommen, ohne es zuzugeben, daß hier eine Ungehörigkeit vorgelegen habe, so unterstand Bernard ja gar nicht französischer Straf-gewalt. Und ein Gefangensetzen der sämtlichen deutschen Transporte wäre selbst durch Mord und Totschlag von seiten Bernards nicht gerechtfertigt gewesen. Übrigens war für unsere Gefangensetzung alles schon vorher vorbereitet. Bewachungsmannschaft, Unter-bringung und dergleichen, wie es sogleich erzählt werden soll.
„Eiligst alles packen, es wird sofort ausgeladen“, lautete ein Befehl. Drüben an Land marschierte gleichzeitig ein Bataillon Senegalneger auf und bildete eine zehn Schritt breite Gasse, in welche die Deutschen schwer bepackt hinein mußten. Rechts und links starrten die aufgepflanzten Seitengewehre in die Luft, hinter den schwarzen Franzosen hielt ein Trupp berittener Gendarmen.
Mit Mühe nur konnte die Erlaubnis ausgewirkt werden, daß zum Schutz des an Bord zurückbleibenden Verpflegungsvorrats und dergleichen eine ganz kleine deutsche Wa-che belassen werden durfte, Aber in dem Augenblick, als die Masse des deutschen Transportes das Schiff verlassen hatte, stürzten sich Scharen von französischen Plün-derern hinauf, die deutsche Wache war hiegegen ebenso machtlos wie die französischen Offiziere. Das Gesindel stahl und raubte alles.
In mehreren Kolonnen nacheinander erreichten die Deutschen zwischen ihrer schwarzen Bewachung ein Barackenlager. Es war stockfinstere Nacht, als die letzten eintrafen. Unterwegs war die Behandlung derart, daß auch die zuschauende griechische Zivilbevölkerung sich entrüstet darüber äußerte. Betrunkene weiße Franzosen mit Rote-Kreuz-Schwestern am Arm kühlten ihr Mütchen an den wehrlosen Deutschen. Boche Bolschewist, hörte man überall den Zuruf. Als die anständigsten und menschlichsten erwiesen sich noch die Senegalesen, wenigstens so lange sie sich nicht unter franzö-sischen Augen wußten.
Die Unterkunft in den Holzbaracken war sehr schlecht. Abendessen oder Frühstück am andern Morgen gab es nicht. Dagegen kam um 9 Uhr vormittags der Befehl: „Alles sich fertig machen zum Marsch in ein anderes Lager“. Optimisten fragten, warum denn das alles wegen der paar Tage, die wir ja doch nur hier bleiben. Wir haben ja das Verspre-chen der französischen Generale für die rasche Heimreise!
Wir erreichten das neue Lager, eine Zeltstadt nahe am Meer, Mikra geheißen. Das war am 26. März. An diesem Tag begann die Leidenszeit, über welche klassische Bildung und Galgenhumor den Kalauer Omikra verbrachen.
Bald langte hier eine neue deutsche Kolonne an. Hinter der schwarzen Spitze kam der Regimentskommandeur L. 121 und Transportführer, Oberst Freiherr von Schellerer und seine Offiziere, schwer beladen mit Packtaschen, Decken und Tornistern. Lebensalter und Rang war ja den Franzosen ebenso gleichgültig wie Versprechen und Geleitbrief.
In Mikra wurden Offiziere und Mannschaften nach wenigen Tagen getrennt. Nur ein paar der ersteren blieben im Mannschaftslager. Unsere Feinde befolgten überall den Grundsatz, mit den Offizieren etwaigen Aufstandsgelüsten das Rückgrat und die fach-männische Führung zu nehmen.
Als es sich bei unserer Ankunft im Lager darum handelte, zwei schwerkranke Leute irgendwo entsprechend unterzubringen – einer starb schon zwei Tage darauf – da sagte der französische Kommandant gleichgültig: „Vorerst kann da nichts geschehen“. Dann wendete er sich zu seinem Adjudanten und fügte hinzu: „Zwei weniger oder mehr, was tut das!“
Der Bruder dieses Kommandanten war angeblich in deutscher Gefangenschaft verhun-gert. Dabei war es doch tatsächlich bei uns so, daß die Gefangenen aus lauter Rücksicht zumeist besser genährt wurden, als das eigene deutsche Volk.
Man teilte die Deutschen ein in Gruppen zu 100 Köpfen. Sogenanntes Aufsichtspersonal der Gruppen untersuchte das Gepäck und stahl dabei in schamloser Weise. Einige Hun-de, die sich noch in unserem Besitz befanden, wurden abgeführt und als Zielscheibe für die Schießübungen der Schwarzen benutzt.
Je 25 Mann wurden jetzt in ein Zelt zusammengepreßt. Hier ging es so eng her, daß die armen Kerle nur auf der Seite liegend Platz zum Schlafen fanden.
Österreicher, Bulgaren und Deutsche der verschiedensten Verbände teilten sich in das Mikra-Lager. Betten oder auch nur Stroh gab es nicht. Tagsüber brannte die Sonne glühend heiß auf die Zeltleinwand und über Nacht trat empfindliche Kühle ein. Diese Hölle, dazu mit ganz ungenügender Nahrung, fast ohne jede sanitäre Einrichtung, mit völlig ungenügender Latrine, währte mehrere Tage lang.
Dann besserten sich die Verhältnisse allmählich einigermaßen. Die Lagergrenzen wur-den erweitert, die Zahl der Zelte vermehrt, mit der Zeit entstanden sogar Sportplätze. Die Drahtzäune um das Lager herum hatten längst eine namhafte Anzahl von Durch-gängen, dennoch pendelten die schwarzen Schildwachen sinnlos an den noch dazwi-schen bestehenden Drahtstücken entlang.
Am 6. und 7. Mai überschwemmte ein Wolkenbruch ganz Mikra. Es gab kein trockenes Fleckchen mehr, wo man sich hinlegen konnte.
Auch die Verpflegung – anfangs litt man ja Hunger – besserte sich. Allerdings spielte Pferdefleisch dabei eine bedeutende Rolle, aber das törichte Vorurteil hiegegen haben wir ja in Deutschland seit den Segnungen des Friedens überwinden lernen. Schandbare Preise forderte aber die französische Kantine für ihre Waren. Die Kantine hatten unsere Gefängnishalter wohlweislich in eigener Hand behalten, denn sie brachte ihnen Geld ein. Die Feldküchen zur deutschen Beköstigung ließen sie uns selbst bedienen.
Die französischen Lagerkommandanten wechselten wiederholt und mit ihnen die Art der Behandlung. Ein Kommandant liebte es, die Deutschen, die ihm unter die Finger kamen, zu boxen. Ein anderer verlieh seinen Worten mit der Reitpeitsche Nachdruck. Das viel benutzte Arrestlokal bestand aus einem Drahtkäfig, 1.20 Meter hoch, 5 Meter lang und 2 Meter breit. Hier hockten die aus geringstem Anlaß Bestraften wochenlang, Tag und Nacht, ohne irgend einen Schutz gegen Kälte, Sonne und Regen. Vor unserer Ankunft soll ein noch scheußlicheres Arrestlokal bestanden haben.
Wir sahen bald ein, daß unseres Bleibens hier nun doch ein langes sein würde. Es galt also, sich damit abzufinden, dem Stumpfsinn zu steuern und durch Tätigkeit sich fähig zu halten, auch später in der Heimat wieder zu wirken und zu schaffen. Da entwickelte sich der Sport jeglicher Art. Fußballvereine entstanden, es wurde gerungen, gelaufen und geturnt. See- und Flußbäder mit Wettschwimmen und Tauchen kamen in Mode, desgleichen Schlamm- und Sonnenbäder. Die Kapelle eines Regiments befand sich mit in Gefangenschaft; sie ließ regelmäßig ihre Weisen hören und bald entwickelten sich Gesangvereine mit vorzüglichen Leistungen. Es gab Vokal-, Instrumental- und gemisch-te Konzerte.“

aus: „Das Württemberg. Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 126 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1921

Mittwoch, 29. Mai 2019

29. Mai 1919


Gustav Wagner wurde am 3. November 1914 als Ersatzreservist zur II. Ersatz-Abteilung des Feld-artillerie-Regiments Nr. 29 eingezogen. Er kam am 7. Januar 1915 zur Landwehr-Infanterie-Munitions-Kolonne Nr. 3 in Feld und wurde am 29. August 1915 durch einen Granatsplitter am Oberschenkel verwundet. Nach seiner Wiederherstellung kam Gustav Wagner am 9. Oktober 1915 zur II. Ersatz-Ab-teilung des Feldartillerieregiments 49 und wurde am 6. Dezember 1915 der neu aufgestellten Feld-artillerie-Batterie 887 zugeteilt und am 14. Februar 1917 zum Reserve-Feldartillerie-Regiment 26 versetzt. Er erkrankte am 2. Februar 1918 an Grippe, kam nochmals zum Regiment zurück, erkrankte erneut und verstarb nach längerer Krankheit am 29. Mai 1919 im Garnisons-Lazarett in seiner Hei-matstadt Heilbronn.

Dienstag, 28. Mai 2019

28. Mai 1919


Josef Gerbis kam als Reservist am 2. Mobilmachungstag zum Reserve-Infanterie-Regiment 119 und zog mit diesem ins Feld. Am 29. November 1914 wurde er zur neu aufgestellten 2. Radfahrer-Kompagnie kommandiert und am 14. April 1915 endgültig dorthin versetzt. Nachdem er über vier Jahre hinweg an sämtlichen Gefechten der Kompagnie zwischen Nordfrankreich und der Insel Ösel unbeschadet teilgenommen hatte, wurde er am 8. Oktober 1918 bei Brancourt vermißt und war in amerikanische Gefangenschaft geraten. 

Bild: Hauptstaatsarich Stuttgart, Bestand M 497

Protokollarische Vernehmung beim Schultheißenamt Neckarweihingen.
Es erscheint Adolf Blank, wohnhaft daselbst und giebt an: Gerbis ist tot. Wir waren in St. Nazaire beschäftigt, ich im Hafen u. er in einem Sägewerk. Er kam zwischen die Puffer zweier Eisenbahnwagen, wodurch ihm der Brustkorb eingedrückt wurde. Nach ungefähr 3 Stunden war er tot. Er wurde auf dem amerik. Kirchhof begraben; ich selbst war zugegen. gez. Adolf Blank“

Sonntag, 26. Mai 2019

26. Mai 1919



Immanuel Kamm wurde bereits am 26. Mai 1907 wegen schwacher Gesundheit „als zeitig erwerbs-unfähig 50 %“ nach nur sieben Monaten wieder entlassen. Nach Kriegsausbruch am 12. September 1914 erneut eingezogen, kam er zunächst zum 2. Landsturm-Infanterie-Bataillon Stuttgart XIII/2., wurde aber am 12. Februar 1915 als „feld- und garnisonsdienstunfähig“ wieder entlassen. Am 1. September 1916 wieder zum Landsturm-Infanterie-Bataillon XIII/3. eingezogen, kam Immanuel Kamm am 17. Januar 1917, zwischenzeitlich zum 1. Landsturm-Infanterie-Bataillon Stuttgart XIII/2. versetzt, ins Feld in die Stellungskämpfe nach französisch Flandern und ins Artois. Er erkrankte am 11. März 1918 und wurde als lazarettkrank am 2. April 1918 wieder zum Landsturm-Infanterie-Bataillon XIII/3. und nach dessen Auflösung am 16. September 1918 zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 119 versetzt. 
Immanuel Kamm wurde am 31. Januar 1919 vom Reserve-Lazarett VI in Stuttgart mit 75 % Kriegs-dienstbeschädigung und einer monatlichen Rente von 68.75 Mk. entlassen. Er erkrankte nach seiner Entlassung erneut und verstarb am 26. Mai 1919 in der Beobachtungsstation für innere Krankheiten des Garnisons-Lazaretts Stuttgart.

Samstag, 25. Mai 2019

25. Mai 1919


Christian Fritz war einer von knapp 50.000 männlichen und über 200.000 weiblichen Angehörigen der freiwilligen Krankenpflege, die während des Weltkrieges in Heimat- und Etappen-Lazaretten ihren Dienst verrichteten. Zu alt für den Frontdienst meldete er sich als freiwilliger Krankenpfleger, infizierte sich während seiner Tätigkeit in einem Lazarett in Valenciennes und verstarb am 25. Mai 1919 im Reserve-Lazarett Ditzenbach.

Donnerstag, 23. Mai 2019

23. Mai 1919


Die deutsche Militär-Eisenbahn war noch bis Juli 1919 im Baltikum zur Unterstützung der dort gegen die Bolschewiken kämpfenden Truppen im Einsatz. Karl Saile wurde als Lokomotivführer zum Feldeisen-bahndienst zur Militär-Eisenbahn-Direktion V in Wilna kommandiert. Er verstarb am 23. Mai 1919 in Suwalki im umkämpften polnisch-litauischen Grenzgebiet infolge Krankheit.

Mittwoch, 22. Mai 2019

22. Mai 1919


Bernhard Stett war wohl aus beruflichen Gründen von seinem Geburtsort Höhreute in Baden in das benachbarte württembergische Zußdorf gekommen. Als badischer Staatsbürger wurde er zu einer preußi-schen Einheit eingezogen. Er geriet am 1. November 1918 bei Valenciennes in englische Gefangenschaft und verstarb am 22. Mai 1919 in der Nähe von Béthune an Lungenentzündung.

Sonntag, 19. Mai 2019

19. Mai 1919


Albert Maier trat am 2. September 1914 freiwillig beim Ersatz-Bataillon des Grenadier-Regiments 123 ein. Er kam am 4. Oktober 1914 zum Reserve-Infanterie-Regiment 247 ins Feld und wurde am 22. Oktober 1914 bei Becelaere verwundet. Nach seiner Wiederherstellung kam er am 22. März 1915 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 120 und am 21. Februar 1915 zu diesem Regiment erneut an die Front. Am 26. März 1915 erkrankt, kam er am 20. Mai 1915 vom Lazarett wiederum zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 120. Dort wurde er am 14. Juni 1916 als vermißt gemeldet.
Albert Maier schien mit der militärischen Disziplin nicht mehr zurecht gekommen zu sein. Bereits am 1. Mai 1915 wurde er zu „7 Wochen Gefängnis unter Anrechnung eines Monats der Untersuchungshaft wegen eines Vergehens der unerlaubten Entfernung im Felde in der Dauer von mehr als drei Tagen“ verurteilt, die er vom 21. September bis 10. Oktober 1915 im Festungsgefängnis Ulm verbüßte.
Am 18. November 1915 wurde er zu „2 Jahre, 6 Mon. Gefängnis unter Versetzung in die II. Klasse des Soldatenstandes wegen eines Vergehens der unerlaubten Entfernung im Felde in der Dauer von mehr als 7 Tagen, wegen eines Verbrechens des Betrugs im Rückfall, zusammentreffend mit erschwerter Urkun-denfälschung, wegen zweier Verbrechen des Diebstahls im Rückfall“ verurteilt, die er vom 13. Dezem-ber 1915 ab im Festungsgefängnis Ulm und ab 5. Januar 1916 im Zellengefängnis Heilbronn verbüßte. Am 11. Februar 1916 wurde die Haft aus dienstlichen Gründen widerruflich unterbrochen – Albert Maier kam zum Reserve-Infanterie-Regiment 120 an die Front. 
Nachdem er am 14. Juni 1916 vermißt gemeldet worden war, kam Albert Maier nach seiner Ergreifung am 14. August 1916 in Untersuchungshaft. Er erkrankte am 25. August 1916 an Lungentuberkulose, kam ins Reserve-Lazarett Stuttgart I und am 24. Oktober 1916 ins Reserve-Lazarett Nagold. Am 14. September 1917 wurde er vom Reserve-Lazarett Nagold zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 120 zur Verbüßung seiner Strafe zurückversetzt. Auf Verfügung des Gerichts der Landwehr-Inspektion Stuttgart wurde die Strafe am 15. September 1917 aufgehoben. Albert Maier wurde am 18. September 1917 aus dem Militärdienst entlassen und verstarb am 19. Mai 1919 an den Folgen seiner Tuberkulose-Erkrankung.

Samstag, 18. Mai 2019

18. Mai 1919


Josef Kieninger wurde am 26. August 1914 eingezogen und kam am 21. Juli 1915 vom Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 121 zum Reserve-Infanterie-Regiment 248 an die Westfront. Er erkrankte am 6. August 1918 und kam, nachdem sein Regiment Anfang September 1918 aufgelöst worden war, am 3. November 1918 vom Lazarett zum Füsilier-Regiment 122 in die Rückzugskämpfe in der Hermannstellung. Er geriet kurz nach seiner Rückkehr an die Front am 7. November 1918 in englische Gefangenschaft und verstarb am 18. Mai 1919 in einem englischen Lazarett an Lungenentzün-dung. 

Freitag, 17. Mai 2019

17. Mai 1919


Franz Berchtold war nur vier Monate an der Front. Am 20. Mai 1915 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 247 eingezogen, kam er am 8. Juni 1916 zum Regiment nach französisch Lothringen. Am 9. September 1916 in die Schlacht an der Somme geworfen, erlitt das Regiment bereits in den ersten Tagen schwerste Verluste im feindlichen Trommelfeuer. Auch Franz Berchtold wurde durch Schüsse in die Hüfte und den Bauch schwer verwundet. Er verstarb am 17. Mai 1919 an den Folgen seiner Verwundungen.

Donnerstag, 16. Mai 2019

16. Mai 1919


Emil Gramm wurde am 20. November 1918 zum I. Rekruten-Depot des Ersatz-Bataillons des Grenadier-Regiments 119 eingezogen. Bereits am 21. November 1918 wurde er mit Grippe lazarettkrank in die Leichtkranken-Abteilung des in der Wulle-Brauerei in Stuttgart eingerichteten Reserve-Lazaretts eingewiesen. Er verstarb eine Woche nach seinem 19. Geburtstag im Reserve-Lazarett I in Cannstatt.

Mittwoch, 15. Mai 2019

15. Mai 1915


Wilhelm Müller wurde am 31 Juli 1914 zu einer Reserveübung eingezogen und befand sich bei Kriegsausbruch bereits bei der Truppe. Er wurde am 6. August 1914 dem Reserve-Infanterie-Regiment 121 zugeteilt und zog mit diesem am 11. August 1914 ins Feld. Er nahm mit einer krankheitsbedingten Unterbrechung im Januar 1915 an allen Kämpfen des Regiments von der Vogesen bis zur Somme teil, bis er am 13. Juni 1915 bei Serre vermißt wurde. Wilhelm Müller war in französische Gefangenschaft geraten und verstarb dort am 15. Mai 1919, vermutlich an der Spanischen Grippe. 

Dienstag, 14. Mai 2019

14. Mai 1919


Christian Lederer rückte am 4. August 1914 als gedienter Reservist zum Infanterie-Regiment 180 ein und nahm mit diesem am Vormarsch über die Vogesen und an den Stellungskämpfen bei Thiepval teil. Am 15. Mai 1915 wurde er zur Neuaufstellung des Reserve-Infanterie-Regiments 122 zum bayerischen Infanterie-Regiment 25 versetzt. Am 25. September 1915 wurde das II. Bataillon des am 5. Juli 1915 neu aufgestellten Reserve-Infanterie-Regiments 122 bei einem französischen Angriff südlich Somme-Py beinahe vollständig aufgerieben. Auch Christian Lederer wurde vermißt und war in französische Gefangenschaft geraten. Er wurde in der Gefangenschaft ein Opfer der Spanischen Grippe und verstarb im Mai 1919.

Sonntag, 12. Mai 2019

12. Mai 1919



Lander Hugo, Konditor, Sergeant, ledig, einziges Kind des Josef, Küfermeisters, wurde von Aalen, wo er in Stellung war, 8. 8. 14, 23. J. alt, nach Ulm zum I.-Reg. 123 eingezogen und kam, Gedienter, alsbald mit dem Regiment nach dem Westen. Dort stand er in der 4. Komp. u. a. im Maas- und Argonnengebiet in Kämpfen. Fußverwundet wurde er im September 14 nach Ulm überwiesen und war dann längere Zeit in Münsingen beim Ausbildungspersonal, wo er auch einen Offiziers-Stellvertreterkurs mitmachte. Vom Frühjahr 16 stand er vor Ypern und an der Somme. Wieder fußverwun-det wurde er im August 16 nach Alpirsbach, später nach Ulm überwiesen. Im I.-Reg. 120 kam er im April 17 wieder an die Front. In der Arrasschlacht 4. 5. 17 handver-wundet, kam er nach Berlin, später in das Heimatlazarett Mengen und wieder zum Ausbildungspersonal nach Ulm und Münsingen. Im Oktober 18 grippekrank, stellte sich bei ihm ein dauerhaftes Leiden ein. Nach seiner Entlassung im Dez. 18 war er meist dahier im Elternhaus, wo er 12. 5. 19 starb. V.-Abz.“

aus „Das Eiserne Buch der Stadt Mengen“, Mengen 1924