Sonntag, 15. September 2019

15. September 1919


August Hettler, Kaufmann und Familienvater von drei Kindern hatte in den Jahren 1894/1895 als einjährig Freiwilliger beim Grenadier-Regiment 119 gedient und war zuletzt im Jahre 1900 bei einer Übung zum Unteroffizier befördert worden. Als Unteroffizier des Landsturms II. Aufgebotes wurde er am 29. August 1914 zur Ersatz-Kompagnie des 1. Landsturm-Infanterie-Bataillons Stuttgart XIII/2. eingezogen und am 20. Januar 1916, zwischenzeitlich zum Vizefeldwebel befördert, zur Führung seines Geschäftes wieder entlassen.
Am 2. September 1916 wurde er erneut zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 119 eingezogen, aber bereits am 20. September 1916 wieder entlassen.
Am 22. Januar 1917 wurde August Hettler nochmals zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 119 eingezogen. Von dort kam er am 4. April 1917 zum Landsturm-Infanterie-Bataillon Hall XIII/11., zu dieser Zeit I. Bataillon des Württembergischen Landsturm-Infanterie-Regiments 39, an die Front nach Flandern und war bis zum Waffenstillstand in Flandern, Lothringen, wieder in Flandern und in Nordfrankreich im Einsatz. Nach dem Rückmarsch über Belgien nach Köln am Rhein, von dort mit dem Dampfer nach Mannheim und weiter mit der Eisenbahn nach Hall wurde das Bataillon am 11. Dezember 1918 demobil gemacht.
August Hettler kehrte nach Stuttgart zurück. Zur Ruhe gekommen, machten sich die Strapazen des Krieges durch ständige Verschlechterung seines Gesundheitszustandes bemerkbar. Er verstarb am 15. September 1919 in seiner Heimatstadt Stuttgart.


Freitag, 13. September 2019

13. September 1919


Julius Gehring, Bauer aus Ostelsheim, wurde am 22. November 1916 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 120 eingezogen, kam am 16. Januar 1917 zum neu aufgestellten Infanterie-Regiment 475 und zog mit diesem am 11. März 1915 ins Feld. Er geriet am 21. Mai 1917 bei den Kämpfen um den Cornillet-Berg in französische Gefangenschaft.
Julius Gehring kehrte im Spätsommer 1919 aus der Gefangenschaft zurück. Er wurde infolge seines Gesundheitszustandes ins Reserve-Lazarett Köln Jakobstraße 39 (ehemaliges Festungs-Lazarett XVII) aufgenommen und verstarb dort am 13. September 1919 an Lungentuberkulose und Herzschwäche.

Bilder: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 471

Mittwoch, 11. September 2019

11. September 1919


Wilhelm Drechsler, Kuhbauernsohn aus Gründelhardt wurde am 20. Mai 1915 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 248 eingezogen und kam am 30. September 1915 zum Regiment an die Front in Flandern. Er erkrankte am 9. November 1915 an einer Gesichtsrose, wurde im Feld-Lazarett in Moorslede und im Kriegs-Lazarett in Gent gepflegt und kehrte am 6. Januar 1916 zur Truppe zurück. Am 22. Januar 1916 wurde bei Wilhelm Drechsler ein Herzleiden festgestellt worauf er über die Leicht-kranken-Abteilung in Gent am 8. Februar 1916 in die Heimat zum Ersatz-Bataillon 248 zurückversetzt wurde.
Wieder kampffähig befunden rückte Wilhelm Drechsler am 3. Juli 1916 nochmals ins Feld zum Feld-Rekruten-Depot der 26. (Württembergisches) Reserve-Division und wurde am 11. Juli 1916 dem Infan-terie-Regiment 180 zugeteilt. Dort geriet er am 26. September 1916 beim Angriff der Engländer auf Thiepval leicht verwundet am Knie in englische Gefangenschaft.
Wilhelm Drechsler kehrte am 2. September 1919 schwer nervenkrank aus der Gefangenschaft zurück. Er wurde direkt vom Heimkehrertransport ins Lazarett in Hannover eingeliefert und verstarb dort am 11. September 1919.

Montag, 9. September 2019

9. September 1919


Robert Jaag wurde am 7. August 1914 als gedienter Landwehrmann zum Reserve-Infanterie-Regiment 119 eingezogen und rückte mit diesem ins Feld. Am 17. Januar 1915 erkrankte er erstmals an Darm-katarrh, kam für drei Wochen ins Lazarett und wurde nach seiner Rückkehr zum Regiment am 19. März 1915 wegen seiner gesundheitlichen Einschränkungen zum Ersatz-Bataillon versetzt. Am 30. Juni 1915 wieder beim Regiment im Feld, wurde er am 3. August 1915 wieder zum Ersatz-Bataillon zurück ge-schickt. Dort erkrankte Robert Jaag am 25. August 1915 an einem Leistenbruch, kam ins Reserve-Lazarett VIII Stuttgart und wurde, nachdem er sich ab 4. Oktober 1915 wieder beim Ersatz-Bataillon befunden hatte, am 11. April 1916 dem Rekruten-Depot der 8. Ersatz-Division (später 243. (Württembergische) Infanterie-Division) hinter der Front zugeteilt. Vom 10. August bis 9. September 1916 wegen einer erneuten Leistenbruch-Operation wieder im Lazarett, wurde er als „garnisonsverwen-dungsfähig“ zum Rekruten-Depot entlassen.
Am 13. Februar 1917 stellte sich bei Robert Jaag eine Trübung des Augenlichtes ein. Er kam zunächst am 13. Februar 1917 ins Feld-Lazarett 138 nach Beney-en Woëvre und am 16. Februar 1917 ins Feld-Lazaretts 67 der 5. Landwehr-Division – Nachtblindenanstalt – in Beney. Von dort erfolgte am 9. März 1917 die Verlegung über das Festungs-Lazarett I in Metz in das Reserve-Lazarett Heil- und Pflegeanstalt Saarlouis, in das Robert Jaag am 13. März 1917 aufgenommen wurde. Von dort erfolgte am 12. April 1917 die Verlegung in die königliche Heilanstalt Weissenau bei Ravensburg zur vollständigen Gene-sung. 
Robert Jaag wurde am 19. Juli 1917 dem Ersatz-Bataillon des Füsilier-Regiments 122 zugeteilt und von dort am 14. Dezember 1917 als Kriegsuntauglich entlassen. Er verstarb am 9. September 1919 an den Folgen seiner chronischen Darmkrankheit.

Freitag, 6. September 2019

6. September 1919


Wilhelm Marx, Schmied aus Unterurbach, hatte seinen Wehrdienst in den Jahren 1907 bis 1909 beim Grenadier-Regiment 123 abgeleistet. Er wurde bei Kriegsbeginn, am 4. August 1914 zum Infanterie-Regiment 180 eingezogen und dem Ersatz-Bataillon zugeteilt. Von dort kam er am 31. Mai 1915 zum Reserve-Infanterie-Regiment 248 ins Feld. Am 16. Juni 1915 vor Ypern durch einen Schrapnell-Durch-schuß durch Hals und Gesicht schwer verwundet, wurde er nach Entlassung aus dem Lazarett am 30. August 1915 zurückgestellt und in die Heimat entlassen.
Bereits am 1. November 1915 wurde Wilhelm Marx wieder zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infan-terie-Regiments 248 eingezogen und am 10. Februar 1916 als „garnisonsverwendungsfähig hinter der Front“ wieder zum Regiment ins Feld entsandt, wo er am 18. Oktober 1916 bei Montreux an Schmer-zen an seiner alten Verwundung erkrankte. Nach erneuten Lazarettaufenthalten kam Wilhelm Marx am 2. Juli 1917 nochmals zum Ersatz-Bataillon 248 zurück. Am 30. Oktober 1918 erkrankte er dort wieder an seiner Verwundung und kam ins Vereinslazarett nach Kirchheim unter Teck, später ins Reserve-Lazarett Nürtingen. Wilhelm Marx erholte sich nicht mehr. Er verstarb am 6. September 1919 und hinterließ neben seiner Witwe Pauline fünf unmündige Kinder, das jüngste während des Krieges geboren. 

Donnerstag, 29. August 2019

29. August 1919


Karl Wieland litt unter hochgradiger Sehschwäche, die ihm auch im Zivilleben nur eine Tätigkeit als Taglöhner ermöglichte. Er wurde am 5. März 1915 zum II. Rekruten-Depot des Ersatz-Bataillons Infan-terie-Regiment 121 eingezogen, kam am 22. April 1915 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 248 und am 31. Mai 1915 zu diesem Regiment ins Feld nach Flandern. Auf Grund seiner eingeschränkten Verwendbarkeit wurde Karl Wieland am 2. März 1916 zum Ersatz-Bataillon Reserve 248 zurückversetzt und kam am 8. Juni 1916 wieder zum Ersatz-Bataillon 121. Am 16. Februar 1917 wurde Karl Wieland nochmals ins Feld zum Ersatz-Infanterie-Regiment 51 (später Infanterie-Regiment 478) geschickt, wurde aber bereits nach wenigen Tagen, am 21. Februar 1917, wieder dem Ersatz-Bataillon zurück überwiesen.
Karl Wieland wurde nach seiner Rückkehr als „garnisonsverwendungsfähig Etappe“ eingestuft und verblieb beim Ersatz-Bataillon 121 in Ludwigsburg. Dort erkrankte er am 6. März 1918, wurde ins Reserve-Lazarett I Ludwigsburg eingeliefert und kam anschließend ins Städtische Krankenhaus in Heilbronn. Am 15. Juli 1918 wurde er der Tuberkulose-Heilanstalt Vereins-Lazarett Überruh in Groß-holzleute bei Isny im Allgäu überwiesen. Am 28. Januar 1919 in seinen Heimatort Neuhütten entlassen, erholte er sich nicht mehr und verstarb dort am 29. August 1919.

Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 461

Mittwoch, 21. August 2019

21. August 1919


Robert Nolthenius wurde am 29. August 1914 als gedienter Landsturm (Infanterie-Regiment 121 von 1894-1896) zum 2. Landsturm-Infanterie-Bataillon Stuttgart XIII/3. einberufen und nach vier Monaten Wach- und Garnisonsdienst am 5. Januar 1915 wieder entlassen. Am 11. Juni 1915 wieder einberufen, leistete er bis zu seiner erneuten Entlassung am 15. November 1916 Dienst in der selben Einheit.
Robert Nolthenius wurde am 1. März 1917 nochmals einberufen, kam zunächst zum Ersatz-Bataillon des Landsturm-Infanterie-Regiments 13, dann, am 17. April 1917 zum Landsturm-Infanterie-Bataillon Heilbronn XIII/10. an die Front vor Verdun. Dort geriet er am 20. August 1917 in der Regensburg-Stellung in französische Gefangenschaft. Er verstarb am 21. August 1919 in französischer Gefangen-schaft, die Todesursache konnte nicht mehr festgestellt werden.

Dienstag, 20. August 2019

20. August 1919


Friedrich Fuß hatte seine Wehrdienstzeit in den Jahren 1911 bis 1913 beim Infanterie-Regiment 125 abgeleistet. Er wurde bei Kriegsausbruch am 4. August 1914 zum Grenadier-Regiment 119 eingezogen und rückte mit diesem sofort ins Feld. Friedrich Fuß gehörte während der gesamten Kriegsdauer der 1. Kompagnie des Grenadier Regiments an. Er wurde am 02.01.1915 bei Koszlow-Szlachecki am Oberarm und am 9. Juni 1916 durch Granatsplitter am linken Oberschenkel verwundet. Am 20. April 1918 wurde er infolge seiner Oberschenkelverwundung „fußleidend“ ins Lazarett eingeliefert und am 19. August 1919 dem Reserve-Lazarett Weisenau bei Mainz überwiesen, in dem er am 20. August 1919 den Spät-folgen seiner Verwundung erlag.

Samstag, 17. August 2019

17. August 1919


Otto Rank trat am 8. November 1914 als Kriegsfreiwilliger beim Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 121 ein und kam am 6. Februar 1915 zum Regiment ins Feld. Bereits nach zwei Wochen an der Front wurde er am 20. Februar 1915 am Oberschenkel leicht verwundet und kam nach seiner Wiederherstellung am 21. Juni 1915 zum Ersatz-Bataillon zurück. Am 11. Juli 1915 stand er wieder im Feld, diesmal beim Reserve-Infanterie-Regiment 121 in den Stellungskämpfen bei Thiepval.
Am 9. Oktober 1915 wurde Otto Rank zum neu aufgestellten Württembergischen Gebirgs-Bataillon versetzt. In den Stellungskämpfen in den Vogesen geriet er am 10. September 1916 am Mättle beim Versuch, einen französischen Posten aus dem Graben zu ziehen, in französische Gefangenschaft. Er starb am 17. August 1919 nach einem Fluchtversuch.

Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 494

Donnerstag, 15. August 2019

15. August 1919


Adolf Weller war nur sechs Tage bei seinem Regiment an der Front. Am 7. Mai 1918 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 120 eingezogen, kam er am 12. September 1918 zum Feld-Rekruten-Depot der 204. (Württembergischen) Infanterie-Division zur weiteren Ausbildung hinter der Front und am 12. Oktober 1918 zum Infanterie-Regiment 413 in die Kämpfe in der Hermannstellung. Adolf Weller wurde bereits am 17. Oktober 1918 östlich Saint Souplet vermißt und war in ameri-kanische Gefangenschaft geraten. Er verstarb am 15. August 1919 im Alter von 19 Jahren in einem amerikanischen Hospital in Tours, Frankreich.


Bilder: ICRC historical archives

Mittwoch, 14. August 2019

14. August 1919


August Jauß, lediger Mechaniker aus Merklingen, war bereits vor dem Kriege nach viermonatiger Dienstzeit im Februar 1914 als dienstunbrauchbar aus dem Militärdienst entlassen worden. Nach Kriegsaus-bruch am 15. November 1915 zum Landsturm-Rekruten-Depot 8 in Öhringen eingezogen, wurde er bereits am 22. Januar 1916 wieder zurückgestellt. Die nächste Einberufung erfolgte am 1. Mai 1916 zum Landsturm-Infanterie-Ersatz-Bataillon XIII/22, gefolgt von einer erneuten Zurückstellung am 13. Oktober 1916. Am 20. März 1918 wurde August Jauß nochmals zum Ersatz-Bataillon des Grenadier-Regiments 119 einberufen. Diesmal kam er am 14. Juli 1918 zunächst zum Feld-Rekruten-Depot der 26. Infanterie-Division und kurz darauf, am 25. Juli 1918 zum Grenadier-Regiment 119 an die Front.
August Jauß wurde am 25. Oktober 1918 bei Vesles vermißt und war in französische Gefangenschaft geraten. Die Einträge in der Stammrolle enden hier. Laut Gefangenenkartei des XIII. (Württembergi-schen) Armee-Korps kehrte er im Mai 1919 als Austauschgefangener schwerkrank aus der Gefangen-schaft zurück. 

Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 590

Dienstag, 13. August 2019

13. August 1919


Paul Vogel, verheirateter Familienvater aus Stuttgart, wurde am 15. Januar1915 zum Ersatz-Bataillon des Fuß-Artillerie-Regiments Nr. 13 eingezogen. Er kam am 14. April 1915 zum Regiment ins Feld ins Oberelsaß und wurde als Fernsprecher beim Stab eingesetzt.
Paul Vogel erkrankte am 4. Juli 1916 an Hodentuberkulose und kam ins Lazarett nach Rufach. Am 11. Juli 1916 wurde er nach Neu Breisach ins dortige Lazarett und am 18. September 1916 ins Lazarett in Bad Dürrheim verlegt. Am 1. Februar 1917 beim Ersatz-Bataillon des Fuß-Artillerie-Regiments 13 zurück, wurde Paul Vogel bereits am 19. Februar 1917 ins Festungs-Lazarett Straßburg eingewiesen und von dort am 29. März 1917 bis zur Entlassung wegen Dienstunfähigkeit nach Stuttgart beurlaubt. Im Urlaub erneut erkrankt wurde er am 4. April 1917 im Lazarett Wilhelmsheim in Reichenberg bei Backnang aufgenommen, von wo er nach dreimonatigem Aufenthalt zur Kraftfahr-Ersatz-Abteilung 13 nach Untertürkheim entlassen wurde. 
Paul Vogel wurde am 23. Oktober 1917 von der ärztlichen Bemusterungskommission als im Zivilberuf arbeitsfähig eingestuft. Ob er seine Tätigkeit als Mechaniker wieder aufgenommen hat, ist nicht bekannt. Er verstarb am 13. August 1919 im Garnisons-Lazarett in Stuttgart.

Montag, 12. August 2019

12. August 1919


Josef Rupp, lediger Bauernsohn aus Kottspiel wurde am 5. November 1915 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 127 eingezogen. Er kam am 18. Juli 1916 zum Rekruten-Depot der 26. Reserve-Division ins Feld hinter die Front und wurde am 29. August 1916 der 11. Kompagnie des Infanterie-Regiments 180 zugeteilt. Bereits einen Monat später, am 26. September 1916, wurde er bei Thiepval als vermißt gemeldet. Josef Rupp war in englische Gefangenschaft geraten. Schwer herzkrank wurde er als einer der ersten deutschen Kriegsgefangenen am 6. Mai 1919 aus der Gefangenschaft entlassen und ins Kreiskrankenhaus Dessau eingeliefert. Dort verstarb er am 12. August 1919 vormittags um 5.55 Uhr im Alter von 22 Jahren.

Donnerstag, 8. August 2019

8. August 1919


Der Bauernsohn Wilhelm Hausch wurde am 21. November 1916 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 122 eingezogen. Nach der infanteristischen Grundausbildung kam er am 8. August 1917 zum Feld-Rekruten-Depot der 54. (Württembergischen) Reserve-Division hinter die Front und wurde am 20. August 1917 der 5. Kompagnie des Reserve-Infanterie-Regiments 246 zugeteilt. Wilhelm Hausch kämpfte ein Jahr mit seinem Regiment an der gesamten nördlichen Westfront, bis er am 22. August 1918 bei Méaulte vermißt wurde. Einen Tag später kam sein Regiment in Ruhe und wurde schließlich am 5. September 1918 aufgelöst und als Ersatz auf andere Regimenter verteilt. 
Wilhelm Hausch selbst war in englische Gefangenschaft geraten. Er verstarb ein knappes Jahr später im Alter von 20 Jahren im 24. General Hospital in France in Etaples „infolge Rippfellentzündung mit Erguß“.

Montag, 5. August 2019

5. August 1919


Karl Kircher wurde am 24. August 1915 als ungedienter Landsturmmann zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 123 eingezogen. Nach der infanteristischen Ausbildung wurde er am 1. Februar 1916 zur 51. Infanterie-Brigade in die Gegend von Reginiéville versetzt und dort unter Berück-sichtigung seines fortgeschrittenen Alters dem Wachkommando zugeteilt. Vom 14. Mai 1916 bis zum 3. Juni 1916 kämpfte er in den Reihen der 6. Kompagnie des Ersatz-Infanterie-Regiments 51 in den Stel-lungskämpfen zwischen Maas und Mosel, kam aber bereits nach drei Wochen infolge eingeschränkter gesundheitlicher Verwendungsfähigkeit zum Wach-Kommando des Württembergischen Bataillons beim Rekruten-Depot der 8. Ersatz-Division und am 29. September 1916 zum Armee-Fernsprech-Park 4 der Armee-Abteilung Strantz.
Am 13. April 1917 wurde Karl Kircher zur Ausbildung zum Tegraphisten in die Heimat zur Nachrich-ten-Ersatz-Abteilung 13 versetzt und kam nach erfolgter Ausbildung am 25. Juli 1917 zurück an die Westfont zur Armee-Fernsprech-Abteilung 4 in die Stellungskämpfe in Flandern und die sich ab Mitte 1918 anschließenden Abwehr- und Rückzugskämpfe.
Wieder in der Heimat, wurde Karl Kircher am 1. Dezember 1918 aus dem Heeresdienst entlassen. Mit dem Dank des Vaterlandes in Form von 50 Mark Entlassungsgeld, 15 Mark Marschgeld, einem Tuch-anzug, einem Paar Schuhe und einem Mantel versehen, kehrte er, nachdem er seine Arbeitsstelle als Maler in Vogt kriegsbedingt verloren hatte, in seine Geburtsstadt Öhringen zurück, wo er an den Folgen der Strapazen des Krieges erkrankte und schließlich am 5. August 1919 in einem Lazarett in Stuttgart verstarb.

Mittwoch, 31. Juli 2019

31. Juli 1919


Die Regimentsgeschichte des Württembergischen Reserve-Infanterie-Regiments 121 enthält einen schönen Nachruf auf den ehemaligen Regimentskommandeur Oberst Josenhanß:

„Oberst Josenhanß war ein gerader, aufrichtiger Charakter, mit ernster Pflichterfüllung, der es gut mit seinen Soldaten meinte. Leider fehlte ihm die Gabe, dies zum Ausdruck zu bringen, so daß er meistens falsch beurteilt wurde. Schon damals ein kranker Mann, ist er am 31. Juli 1919 am Herzschlag gestorben.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1922

Montag, 29. Juli 2019

29. Juli 1919



Sergeant Josef Henzler.
7. Landw.-Div., Landw.-Inf.-Regt. 119, 12. Komp.,
.gestorben 29. Juli 1919.
Müller, zweiter gefallener Sohn der Familie Christian Henßler hier, ist geboren am 5. November 1882 in Weingarten. Bei Herrn Kunstmühlebesitzer Rueß-Baienfurt erlernte er seinen Beruf und arbeitete als Gehilfe in Herbranz bei Lindau, bis zu seinem aktiven Militärdienst. Diesen leistete er ab in Neubreisach im Infanterie-Regiment 142, von 1902/04. Hernach arbeitete er in Chur in der Schweiz, dann in Biberach, zuletzt in Liebenzell im Schwarzwald. In schlichtem Wesen, in tüchtiger, treuer Arbeit seinem Bruder gleich, war er wie dieser an seinen Arbeitsstellen geschätzt. Am dritten Mobilmachungstag stellte er sich zur Fahne und marschierte mit dem Landwehr-Infanterie-Regiment 119 ab zur Fahrt nach der Westfront. Für seine Pflichttreue und Tapferkeit im Dienste des Vaterlandes sprechen seine Beförderungen –  im Frühjahr 1916 wurde er Gefreiter, im Herbst Unteroffizier, im Frühjahr 1917 Sergeant. Im Dezember 1918 wurde Josef Henßler wegen Kränklichkeit – rückenmarkleidend – in die Heimat entlassen*. Er kam in das hiesige Lazarett, von da nach Ulm, wo er am 29. Juli 1919 gestorben ist. Überführt in die Heimat, wurde er in deren Friedhof mit militäri-schen Ehren, auch geehrt von der Einwohnerschaft, zur letzten Ruhe bestattet. Segne Gott der hart betroffenen Familie Henßler solche Opfer!“

aus: „Schwäbische Helden Weingarten (in Wttbg.) im Weltkrieg“, Stuttgart 1920

*laut Stammrolle verletzte sich Josef Henzler am 4. Oktober 1918 am Unterarm durch Sturz in eine Säge und kam, nachdem er zusätzlich an Grippe erkrankt war, am 20. Oktober 1918 ins Feld-Lazarett Nr. 256.

Donnerstag, 25. Juli 2019

25. Juli 1919


Fritz Schäfer kämpfte noch zwei Wochen im Weltkrieg. Am 7. Mai 1918 als ungedienter Landsturm zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 119 eingezogen, kam er am 23. September 1918 zum Feld-Rekruten-Depot der 26. Reserve-Division zur Ausbildung hinter der Front und am 29. Oktober 1918 zum Reserve-Infanterie-Regiment 121 in die Hermann-Stellung am Schelde-Kanal. Seine Aufgabe bestand hauptsächlich im Marschieren: ab dem 7. November 1918 begann der Rückzug in die Antwerpen-Maas-Stellung, das Regiment marschierte rund 70 Kilometer bis Hal südwestlich Brüssel. Von dort wurde nach Abschluß des Waffenstillstandes bis Ende November 1918 rund 300 Kilometer bis in die Gegend von Remscheid marschiert. Nach einigen Rasttagen wurde das Regiment verladen und traf am 4. und 5. Dezember 1918 in Gmünd ein. Fritz Schäfer wurde infolge Demobilmachung am 11. Dezember 1918 zur 8. Kompagnie des Infanterie-Regiments 180 versetzt, traf aber nicht mehr bei seiner neuen Einheit ein, sondern kam krankeitshalber ins Lazarett. Dort verstarb er am 25. Juli 1919 im Alter von 19 Jahren.

Mittwoch, 24. Juli 2019

24. Juli 1919


Wilhelm Rieker, lediger Glaser aus Großgartach, wurde am 25. September 1915 zum Ersatz-Bataillon des Füsilier-Regiments 122 eingezogen. Er wurde am 14. April 1916 ins Feld in Marsch gesetzt und kam am 20. April 1916 bei seinem Regiment an, das zu dieser Zeit im Stellungskampf an der griechischen Grenze in Mazedonien lag. Ab Mitte Juni 1916 kämpfte er mit dem Füsilier-Regiment in Galizien, von September 1916 bis Februar 1917 in Kurland und ab Mitte Februar 1917 in Nordfrankreich. Wilhelm Rieker erkrankte am 2. April 1918 an der Lunge und kam ins Lazarett. Er erholte sich nicht mehr und verstarb nach über einjähriger Leidenszeit am 24. Juli 1919 im Alter von 23 Jahren an seinem Lungenleiden.

Freitag, 19. Juli 2019

19. Juli 1919

Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 709

„In tiefster Trauer stehen wir alten Kriegskameraden vom Württ. Gebirgs-Bataillon am Grabe unseres lieben Leutnants Ortlieb. Wehmütige Erinnerungen werden in uns lebendig, an Kampftage, an welchen es dem Gebirgs-Bataillon gelungen ist, den stolzen Namen Württemberg bei Freund und Feind zu höchstem Ansehen zu bringen. Mit einem Schlage war das junge Bataillon bekannt durch die glänzende Waffentat des Leutnants Ortlieb und seiner 36 Schützen gegen das französische Köpfle in den Vogesen, eine Waffentat, die höchsten Orts in Vorbereitung, Ausführung und Erfolg als vorbildlich bezeichnet wurde. Erst wägen, dann wagen, das war seine Losung. Aufmerksam und dienstfreudig vorausdenken, vorausplanen, vorbereiten – dann unter voller Einsetzung der eigenen Person mit Gewandtheit und Schneid zur Ausführung, zur Tat und zum Erfolg! Das war der Geist, in welchem er mit seinem Kommandeur arbeitete, das war der Geist, in dem er seine Schützen führte. So ist sein Name eng verknüpft mit den glänzendsten Waffentaten und Erfolgen des Gebirgs-Bataillons. Mit höchster Auszeichnung hat er teilgenommen am 1. rumänischen Feldzug im  Jahre 1916 beim Durchbruch aus Siebenbürgen durch die transsylvanischen Alpen in die Walachei, am Ehrentage von Valari, am Siegeszuge über Targu Jiu, Kraiova, Bukarest, am Durchbruch durch die Südostkarpathen in die Putna, am Sturmlauf auf Magura Odobesti. Im Jahre 1917, im 2. rumänischen Feldzuge, ward er schwer verwundet, in den schweren Kämpfen um den trutzigen D. Cosna, der vom Gebirgs-Bataillon erstürmt, zäh verteidigt und gehalten wurde. Nach seinem Ausscheiden aus dem Gebirgs-Bataillon infolge schwerer Verwundung blieb er unser aller treuer Freund und Kamerad und es ist mir persönlich eine freudige Genugtuung, daß ich noch vor kurzer Zeit ihn sehen, sprechen und ihm nochmals uneinge-schränkt Dank und Anerkennung sagen konnte für das, was er uns war und was er für uns tat. So lege ich denn den ehrlich und rechtschaffen verdienten Kranz aus deutscher Eiche an seinem Grabe nieder im Namen des ehemaligen stolzen Württ. Gebirgs-Bataillons.“

Ansprache des ehemaligen Kommandeurs des Württembergischen Gebirgs-Bataillons, Major Theodor Sproesser am Grab von Leutnant Ortlieb am 23. Juli 1919.

Mittwoch, 17. Juli 2019

17. Juli 1919

Jakob Strom (rechts)
Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 709

Jakob Strom, Fahrradhändler aus Trossingen, wurde am 5. August 1914 als gedienter Unteroffizier ein-gezogen und rückte am 9. August 1914 mit der 7. Kompagnie des Reserve-Infanterie-Regiments 119 ins Feld. Er wurde am 10. März 1915 bei La Boisselle durch ein Gewehr-Geschoß am Kopf so schwer verwundet, daß er nach der Entlassung aus dem Lazarett am 31. März 1916 halbseitig gelähmt als kriegsuntauglich aus dem Militärdienst entlassen wurde.
Jakob Strom erlitt am 8. Juli 1919 bei einer Explosion in seinem Fahrradgeschäft in Trossingen schwerste Verbrennungen, an denen er am 17. Juli 1919 verstarb. Er hinterließ seine Ehefrau Katharina mit zwei unmündigen Kindern.

Sonntag, 14. Juli 2019

14. Juli 1919


Willi Oster, lediger Schreiner in Stuttgart, wurde am 18. Juni 1917 im Alter von 17 Jahren zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 124 eingezogen. Am 2. April 1918 dem Infanterie-Regiment 124 zugeteilt, geriet er direkt in die Große Schlacht in Frankreich und die sich anschließenden Stellungs-kämpfe. Willi Oster geriet am 22. August 1918 bei Bray-sur Somme in englische Gefangenschaft. Er wurde am 14. Juli 1919 im Gefangenenlager East-Nestroy bei Birmingham von einem englischen Wach-soldaten versehentlich erschossen.

Bild: Internationales Komitee des Roten Kreuzes

Die richtige Bezeichnung des Gefangenenlagers ist Oswestry (siehe die Kommentare auf der zugehörigen Facebook-Seite).

Freitag, 12. Juli 2019

12. Juli 1919


Hugo Starke kam am 6. September 1918 nach Auflösung der 54. Reserve-Division mit Teilen des Reserve-Infanterie-Regiments 248 zum Infanterie-Regiment 479. Er führte noch die zusammengefaßte 2. und 6. Kompagnie 479 nach dem Waffenstillstand in langen Fußmärschen in die Heimat, erkrankte dann an der Folgen einer früheren Gasvergiftung und verstarb am 12. Juli 1919 in Cannstatt.

Mittwoch, 10. Juli 2019

10. Juli 1919


Hubertus Baumgart, Maschinenschlosser aus Ödheim wurde am 30. Juli 1917, 18-jährig, zum Ersatz-Bataillon des Füsilier-Regiments 122 eingezogen. Nach infanteristischer Grundausbildung wurde er am 24. September 1917 zur Ausbildung am Maschinengewehr der 4. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie XIII. und am 2. Februar 1918 der 5. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie XIII. zugeteilt. Am 2. Mai 1918 kam Hubertus Baumgart an die Westfront zum Infanterie-Regiment 478. Er wurde am 17. Juli 1918 bei Albert durch eine Fliegerbombe am Unterschenkel verwundet, kam am 29. September 1918 zum Regiment zurück und geriet am 18. Oktober 1918 bei Le Cateau in Gefangenschaft. Hubertus Baumgart wurde am 9. Juli 1919 bei einer Pulverexplosion im amerikanischen Artillerie-Depot Saint Loubès durch multiple Verbrennungen 3. Grades und Schock schwer verletzt. Er verstarb am darauf-folgenden Tag im Krankenrevier des Gefangenenlagers Saint Sulpice bei Bordeaux.

Bild: Internationales Komittee des Roten Kreuzes

Dienstag, 9. Juli 2019

9. Juli 1919


Karl Beuttler, lediger Drahtflechter aus Magstadt, wurde am 1. August 1916 im Alter von 18 Jahren zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 126 eingezogen. Nach der infanteristischen Grundausbildung kam er am 7. Dezember 1916 ins Feld zum Feld-Rekruten-Depot der 54. Reserve-Division zur weiteren Ausbildung hinter der Front und wurde am 4. Februar 1917 der 8. Kompagnie des Reserve-Infanterie-Regiments 248 zugeteilt. Karl Beuttler kämpfte zunächst in der Champagne, wurde in der Doppel-schlacht Aisne-Champagne am 27. Mai 1917 am Pöhlberg durch ein Artillerie-Geschoß an der Hand verwundet, verblieb bei der Truppe und kämpfte vor Verdun und in Flandern. Bei der Frühjahrsoffensive in Frankreich wurde Karl Beuttler am 30. März 1918 bei Aveluy durch ein Artillerie-Geschoß am Rücken leicht verwundet, verblieb wieder bei der Truppe, wurde am 6. September 1918 wegen der Auflösung der 54. Reserve-Division nach großen Verlusten mit den Resten seiner Kompagnie zur 11. Kompagnie des Füsilier-Regiments 122 versetzt und schließlich am 7. Oktober 1918 bei Le Cateau vermißt.
Karl Beuttler war in amerikanische Gefangenschaft geraten. Er verunglückte am 9. Juli 1919 bei einer Pulverexplosion im amerikanischen Artillerie-Depot in Saint Loubès tödlich.

Sonntag, 7. Juli 2019

7. Juli 1919



Kriegsfreiwilliger Ulrich Sonntag.
XIII. Armeek., 27. Div., Infanterie-Regiment 124, 12. Komp.,
.gestorben am 7. Juli 1919.
Der ledige Maurer Ulrich Sonntag ist am 24. Dezbr. 1895 in Zollenreute Oberamts Waldsee geboren. Sein Vater, Anton Sonntag, wohnhaft in Weingarten, Wolfeggerstraße 31, ist Landwirt; die Mutter. Monika Sonntag, eine geborene Heußler. U. Sonntag besuchte die Volksschule 7 Jahre und lernte hernach das Maurerhandwerk bei Herrn Maurermeister Heinzelmann hier. Später arbeitete er im Motorenbau in Friedrichshafen. Mit seinem schlichten Wesen paarte sich Fleiß.
Am 2. August 1914 rückte er zum Regiment 124 ein und wurde der 12. Kompagnie zugeteilt. Nach 3-monatlicher Ausbildung zog er am Kirchweihsamstag mit einem Trupp ins Feld, kämpfte tapfer mit in den Argonnen, in der Champagne, bei Messiges und vor Ypern. Von hier aus schickte er seinen Angehörigen eine schöne Erinnerungs-tafel. Vor Ypern wurde ar am 14. Februar 1916 folgenschwer verwundet. Schuß durch Oberarm und Brust, das Herz leicht schürfend. Längere Zeit lag er im Feldlazarett Menin, dann in Dortmund, im Reservelazarett II in Weingarten, im Reservelazarett in Friedrichshafen. Am 4. August 1916 war er soweit hergestellt, daß er dem Ersatzbatail-lon des Regiments 124, 4. Kompagnie, zugeteilt werden konnte; am 23. September selben Jahres wurde er zum 3. Ersatz-Bataillon 124 überstellt. Doch die Folgen der Verwundung veranlaßten bald seine völlige Entlassung. Nach derselben arbeitete er mit Unterbrechungen bis Herbst 1918 in Langenargen und in Friedrichshafen im Bauge-schäft Dyckerhoff-Widmann. Nach längerem Siechtum starb er 3½ Jahre nach der Verwundung am 7. Juli 1919 in seiner Heimat Weingarten. Unter den Gebeten seiner Kirche wurde er auf dem hiesigen Friedhof mit militärischen Ehren bestattet. Hinter-blieben sind die Eltern und 7 Geschwister.“

aus: „Schwäbische Helden Weingarten (in Wttbg.) im Weltkrieg“, Stuttgart 1920

Dienstag, 2. Juli 2019

2. Juli 1919


Max Urban, Metzger in Stuttgart und Vater von drei Kindern, wurde am 6. August 1914 zum Landwehr-Infanterie-Regiment 121 eingezogen. Er wurde bereits beim ersten Gefecht des Regiments bei Günsbach am Oberschenkel verwundet und geriet auf dem durch einen französischen Gegenangriff abgeschnit-tenen Regimentsverbandplatz in Gefangenschaft.
Über vier Jahre später, am 22. Oktober 1918, kehrte Max Urban als Austauschgefangener über die Schweiz in die Heimat zurück, wurde am 22. November 1918 dem Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 120 zugeteilt und am folgenden Tag aus dem Militärdienst entlassen. Er verstarb am 2. Juli 1919 in Stuttgart an den Folgen seiner Verwundung und den Strapazen der Gefangenschaft.

Donnerstag, 27. Juni 2019

27. Juni 1919


Friedrich Paal, lediger Eisenbahnanwärter aus Stuttgart, wurde am 22. Mai 1915 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 121 eingezogen und kam am 19. Mai 1915 zum Reserve-Infanterie-Regiment 247 nach Flandern in die Stellungskämpfe an der Yser. Am 2. Dezember 1916 wurde Friedrich Paal zur Württembergischen Kompagnie des Bayerischen Sturm-Bataillons 15 versetzt, bei dem er mehrfach an gewaltsamen Erkundungen in Lothringen und in den Vogesen teilnahm. Er wurde am 7. April 1918 „infolge Blutarmut und Abnahme des Körpergewichts“ in ein Lazarett eingewiesen und verstarb nach über einjähriger Leidenszeit in seiner Heimatstadt Stuttgart.

Mittwoch, 26. Juni 2019

26. Juni 1919


Der verheiratete Familienvater von fünf Kindern Jakob Steidinger wurde am 30. August 1914 zum Landsturm-Infanterie-Bataillon Horb XIII/5. eingezogen und kam am 10. Oktober 1914 nach Belgien, wo das Bataillon im Bahnschutz eingesetzt wurde. Er wurde am 21. Februar 1916 als überzählig wieder entlassen.
Am 2. Oktober 1916 wurde Jakob Steidinger erneut zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 125 eingezogen, wurde am 31. Mai 1917 zum Feld-Rekruten-Depot der 7. Landwehr-Division in Marsch gesetzt und wurde von dort am 10. Oktober 1917 dem Landwehr-Infanterie-Regiment 126 zugeteilt. Er kam zunächst in die Stellungskämpfe in Wolhynien, war ab Mitte Februar 1918 an der Besetzung der Ukraine beteiligt und gehörte bis Mitte März 1919 zur deutschen Schutztruppe in Odessa. Nach Internierung bei Saloniki auf der Heimfahrt Ende März 1919 konnten die Reste der 7. Landwehr-Division ab 10. Juni 1919 ihre Heimreise über Mittelmeer und Atlantik fort-setzen. Jakob Steidinger erreichte die Heimat nicht mehr. Er starb am 26. Juni 1919 auf dem Dampfer „Constantin“ im Golf von Biskaya an akuter Herzschwäche.

Die Regimentsgeschichte schreibt über diese Etappe der Heimreise:
„So kam langsam, aber endlich eben doch der 8. Juni heran, der Tag unserer Einschif-fung. Auf offenen Flößen, die von Trajektdampfern gezogen wurden, fuhr Kompagnie um Kompagnie hinüber nach zwei alten gebrechlichen Schiffen, dem „Christian Nebe“ und dem „Konstantin“. Am 10. Juni abends lichteten diese die Anker zur Fahrt nach der Heimat. Um Griechenland herum führte die Reise, am 13. Juni kam zwischen Rauch-wolken der Ätnagipfel in Sicht, an Siziliens Südküste entlang fuhren wir in sengender Sonnenglut. Tage darauf leuchteten die schneebedeckten Gipfel der Sierra Newada aus Spanien herüber.
Am 19. Juni wurde bei Gibraltar vor Anker gegangen und Kohlen eingenommen. Durch korbweises Weitergeben von Mann zu Mann gingen die Kohlen hinunter in ihren Raum.
Den 21. Juni setzte man die Fahrt wieder fort. Während der ganzen Zeit des Aufenthalts vor Gibraltar wurden die beiden deutschen Dampfer von englischen Motorbooten umkreist und streng bewacht. Jede Art Verkehr vom einen zum andern war verboten. Auch auf der weiteren Reise begleitete uns ein englischer Torpedobootszerstörer.
Nach einem Tag der Fahrt, am 22. Juni, wurde auf offener See ein längerer Aufenthalt erforderlich, weil der alte „Christian Nebe“ einen Maschinendefekt hatte. Nach Besei-tigung des Schadens konnte langsam weiterdgedampft werden. Da wurde am 23. und 24. Juni der Atlantische Ozean stürmisch. Über das englische Begleitschiff hinweg rollten der ganzen Länge nach die Wogen und unsere Transportdampfer gingen bis zu 4 Meter auf und nieder. Einmal wurde „Konstantin“ völlig auf die Seite gelegt, alles, was nicht niet- und nagelfest war, rollte durch- und übereinander.
Dem Sturm folgte am 25. Juni dichter Nebel und fortwährend mußten die Sirenen heulen, um Zusammenstöße zu vermeiden. Einen Toten von der 4./L. 126 versenkten wir am 26. Juni in das Meer*.“

aus: „Das Württemberg. Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 126 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1921

*Hier irrt die Regimentsgeschichte. Es handelt sich zweifellos um Christian Steidinger von der 5./LIR 126. 

Dienstag, 25. Juni 2019

25. Juni 1919


Traugott Fritz, lediger Maurer aus Stuttgart, wurde am 1. Dezember 1915 im Alter von 38 Jahren zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 119 eingezogen. Er kam am 20. März 1916 zum Feld-Rekruten-Depot der 26. (Württembergischen) Reserve-Division ins Feld zur Ausbildung hinter der Front. Am 9. Oktober 1916 wurde er dem Reserve-Infanterie-Regiment 119 zugeteilt und kam direkt in die Schlacht an der Somme, wo er nach Abflauen der Schlacht noch bis Mitte März in den Stellungskämpfen in der Schlammwüste an der Somme kämpfte. Am 16. März 1917 hinter die Siegfriedlinie verlegt, wurde Traugott Fritz am 2. April 1917 bei Noreuil vermißt und war in englische Gefangenschaft geraten. Dort verstarb er am 25. Juni 1919 an einer Herzklappenerkrankung.

Montag, 24. Juni 2019

24. Juni 1919


Theophil Reusch, lediger Maschinentechniker, wurde am 16. November 1914 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 119 eingezogen und kam am 6. März 1915 zum Landwehr-Infanterie-Regiment 124 in die Stellungskämpfe in den Argonnen. Vom 31. August bis 17. Oktober 1915 nahm er beim Ersatz-Bataillon in Ulm am 4. Ausbildungskursus für Offiziers-Aspiranten des Beurlaubtenstandes teil. Im Januar 1917 wurde das Regiment ins Oberelsaß verlegt. Theophil Breusch erkrankte am 21. Februar 1917 am Hartmannsweilerkopf an Schleimbeutelentzündung. Nach Aufenthalt in wechselnden Lazaretten wurde er am 19. Oktober 1917 zur Genesenden-Kompagnie des Ersatz-Bataillons Landwehr-Infanterie-Regiment 124 versetzt. 
Von der Musterungskommission am 4. Dezember 1917 zeitig kriegsunbrauchbar gemustert, wurde Theo-phil Breusch am 15. Dezember 1917 „ohne Versorgung, weil B. sofort den für seinen Lebensunterhalt notwendigen Arbeitsverdienst findet“ aus dem Militärdienst entlassen. Er verstarb am 24. Juni 1919 im Alter von 25 Jahren an den Folgen seiner Erkrankung.

Donnerstag, 20. Juni 2019

20. Juni 1919


Ernst Jocher, lediger Pulverfabrikarbeiter, wurde am 1. September 1916 zum Landsturm-Rekruten-Depot VII eingezogen und kam von dort am 3. November 1916 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 127. Am 17. März 1917 traf er im Feld beim Füsilier-Regiment 122 ein, das sich nach der Rückkehr aus dem Baltikum in Nordfrankreich in Ruhe befand, und wurde dort der 12. Kompagnie zugeteilt. Er kämpfte ab April 1917 an verschiedenen Fronten in Nordfrankreich bis er am 15. November 1917 als Köhler zur Ortskommandantur Doulcon kommandiert wurde. Am 30. Januar 1918 bei der Kompagnie zurück, wurde er vom 24. März bis 28. September 1918 zum Stellungsbau zur Infanterie-Pionier-Kompagnie kommandiert. Bei seiner Rückkehr war seine Kompagnie auf Grund der großen Verluste in den Rückzugskämpfen aufgelöst worden. Ernst Jocher wurde mit den Resten seiner Kompagnie der 10. Kompagnie zugeteilt und wurde kurz darauf am 17. Oktober 1918 in den Kämpfen bei Le Cateau vermißt.
Ernst Jocher war in französische Gefangenschaft geraten, in der er ernsthaft erkrankte. Am 31. Mai 1919 traf er nach Entlassung aus der Gefangenschaft im Durchgangslager Gießen ein. Wegen seines Gesund-heitszustandes wurde er sofort ins örtliche Lazarett verlegt, in dem der drei Wochen später verstarb. Die Todesursache ist nicht bekannt.

Mittwoch, 19. Juni 2019

19. Juni 1919

 

Franz Xaver Hahn wurde am 31. März 1916 im Alter von 18 Jahren zum Ersatz-Pionier-Bataillon 13 eingezogen. Er kam am 21. Juli 1916 zum Ersatz-Bataillon des Grenadier-Regiments 123 und von dort am 30. September 1916 zum Feld-Rekruten-Depot der 27. Infanterie-Division ins Feld. Am 24. April 1917 zum Grenadier-Regiment 123 versetzt, wurde er bereits am 11. Mai 1917 in der Frühjahrsschlacht bei Arras durch ein Maschinengewehr-Geschoß am Fuß verwundet. 
Am 10. Oktober 1917 zum Regiment zurückgekehrt, erkrankte Franz Xaver Hahn am 19. Oktober 1917 in der Abwehrschlacht in Flandern an Bronchitis. Er kam am 25. Oktober 1917 vom Regimentsrevier zur Krankenstammelstelle Gits, von dort über das Kriegs-Lazarett 130 am 10. November 1917 ins Reserve-Lazarett Hafenkrankenhaus nach Hamburg und schließlich am 14. Februar 1918 ins Reserve-Lazarett I in Gmünd. Zwischenzeitlich zu 2. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie/XIII. versetzt, wurde er am 11. April 1918 als kriegsuntauglich mit einer monatlichen Rente von 48.75 Mk. entlassen. Franz Xaver Hahn verstarb am 19. Juni 1919 in der Lungenheilanstalt Überruh im Allgäu on offener Lungen-tuberkulose. 

Sonntag, 16. Juni 2019

16. Juni 1919


Josef Schoch wurde als württembergischer Staatsbürger in der Schweiz geboren. Er wurde am 4. Oktober 1915 als Armierungssoldat eingezogen und kam bereits am 9. Oktober 1915 zum Armierungs-Bataillon 59 ins Feld und wurde dort auf Grund seiner kaufmännischen Ausbildung als Schreiber beim Bataillon in Nordfrankreich eingesetzt. Nach den großen Verlusten im Sommer 1916 und Frühjahr 1917 wurde auch Josef Schoch als kriegsverwendungsfähig bei den Etappen-Formationen „ausgekehrt“ und am 16. September 1917 zur infanteristischen Ausbildung zum Ersatz-Bataillon des Grenadier-Regiments 123 versetzt. Am 16. Februar 1918 rückte er von dort ins Feld zum Reserve-Infanterie-Regiment 121. Bereits am 24. März 1918 bei St. Martin südöstlich Arras durch ein Artillerie-Geschoß am Hals verwundet, kam Josef Schoch nach kurzer Lazarett-Behandlung am 28. April 1918 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 121 und nach dessen Auflösung am 20. Dezember 1918 zum Infanterie-Regiment 180 nach Gmünd. Josef Schoch wurde am 31. Januar 1919 mit Typhus ins Garnisons-Lazarett Gmünd und verstarb dort am 16. Juni 1919 an Lungentuberkulose.

Samstag, 15. Juni 2019

15. Juni 1919


Der ledige Schuhmacher Wilhelm Braun wurde am 21. März 1916 im Alter von 19 Jahren zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 119 eingezogen. Nach der infanteristischen Grundausbil-dung kam er am 1. Mai 1916 zur 1. Ersatz-Maschinengewehr-Kompagnie/XIII. zur Ausbildung am Maschinengewehr. Am 26. Oktober 1916 zog Wilhelm Braun zum kurz zuvor neu aufgestellten Infan-terie-Regiment 413 in die Stellungskämpfe an der Yser. Wilhelm Braun wurde am 7. April 1918 bei Amiens durch ein Artillerie-Geschoß am Kopf schwer verwundet. Er verstarb nach über einjähriger Leidenszeit am 15. Juni 1919 im Garnisons-Lazarett in Tübingen.

Freitag, 14. Juni 2019

14. Juni 1919


Karl Krathwohl, lediger Bauernsohn aus Unterbrüden bei Backnang, wurde am 22. September 1916 im Alter von 19 Jahren zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 246 eingezogen. Er kam am 15. Januar 1917 zum neu aufgestellten Infanterie-Regiment 627, und, nachdem dieses Regiment nicht mobil gemacht wurde, am 21. März 1917 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 126. Am 4. Mai 1917 kam er zum Feld-Rekruten-Depot der 26. Infanterie-Division ins Feld und von dort am 11. Mai 1917 zum Infanterie-Regiment 125 an die Front. Karl Krathwohl wurde seit 1. August 1918 bei Cramaille vermißt und war in französische Gefangenschaft geraten. Er verstarb laut amtlicher franzö-sischer Totenliste am 14. Juni 1919 fünfeinhalb Uhr nachmittags im Hôpital Mitxte, rue Porte Madelaine 1, in Orléans. Die Todesursache ist nicht bekannt.

Mittwoch, 12. Juni 2019

12. Juni 1919



„Oberst Vowinkel war ein besonderer Typ von einem Frontsoldaten gewesen. Bei Offizieren und bei Mannschaften hatte er sich große Achtung und vielfach auch Liebe und Verehrung erworben. Als ein im Frieden lang gedienter, erfahrener Offizier eignete er sich durch seine klare Auffassung militärischer Verhältnisse, seine sprichwörtliche Ruhe und Bestimmtheit ganz besonders zum Kommandeur eines Landw.-Regiments. Von Ende November 1915 bis 17. Oktober 1918 hat er an der Spitze des Landw.-Inf.-Reg. 123 gestanden. Das Regiment hat unter seinem Kommando Großes geleistet, in Abwehr feindlicher Vorstöße wie im eigenen Angriff. Als geborener Frontoffizier hat er trotz mancher körperlicher Beschwerden stets die vorne eingesetzten Kompagnien, Feldwachen und Posten aufgesucht und Gefahren, die durch Beschießungen drohten, nie gescheut. Kein Freund vom Schützengraben, ist er hundert Male mit seinem Adjutanten und seinem „Feldmann“ über das freie Feld der Höhe 425 gegangen. „Auf mich schießen sie nicht“, pflegte er lächelnd zu den Umstehenden zu sagen. Für das Wohl und Wehe seiner Bataillone und Kompagnien hat er sich unaufhörlich eingesetzt, mehr als die meisten Regimentsangehörigen wissen. in durchaus gerader, offener Charakter, scheute er sich nicht, die Wahrheit beim Namen zu nennen, und dies ebensosehr nach oben wie nach unten. Das Wahrheitsgefühl ging ihm über die Form und Etikette. Und wenn er auch manchmal im äußeren Verkehr eine rauhe Schale zeigte – „wenn’s sei mueß au saugrob“ – so hatte er doch im Innern ein außerordentlich weich empfindendes Herz. Jeder Tote, der für das Vaterland sein Leben hergab, tat ihm in der Seele weh. Und was hatte er nicht für eine Freude an Tieren; davon wissen die Pferdepfleger des Regiments ein Liedlein zu singen. Sein Herz schlug für König und Reich; an Vater-landsliebe, die von persönlichem Ehrgeiz völlig frei war, ließ er sich nicht übertreffen. Den Offizieren seines Stabes stand er nah. Leider war ihm kein langer Lebensabend mehr beschieden. Am Morgen des 12. Juni 1919 starb er als Bezirkskommandeur in Mergentheim plötzlich an einem Gehirnschlag. In aller Stille wurde er dort beigesetzt. Der Verfasser, der drei Jahre als sein Adjutant mit ihm Freud und Leid geteilt hatte, schloß den Nachruf am Grabe seines Kommandeurs mit den Worten: „Solange es 123er gibt, wird Oberst Vowinkel im Gedächtnis leben. Sein Name hat in den Annalen des Landw.-Inf.-Reg. 123 einen guten, einen hellen Klang.“

aus: „Württembergisches Landw.-Inf.-Regiment Nr. 123 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1922