Samstag, 23. Mai 2020

23. Mai 1920




Josef Hiß trat bereits am 2. Oktober 1902 beim Dragoner-Regiment 26 in Cannstatt ein. Er zog im August 1914 als Vizewachtmeister nach Lothringen ins Feld und kämpfte nachfolgend an beinahe allen Fronten im Westen und in Rumänien. Nach der Rückkehr in die Heimat am 30. November 1918 verblieb Josef Hiß im Militärdienst und diente in mehreren Nachkriegsformationen (siehe Bild unten).
Josef Hiß verstarb am 23. Mai 1920 an Kriegsfolgen. Die genaue Todesursache kann nicht mehr festgestellt werden. Er hinterließ seine Frau Martha als Witwe mit vier Kindern.

Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 511
Bild: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 511

Sonntag, 17. Mai 2020

17. Mai 1920



Wilhelm Klumpp, Weber aus Urach, wurde am 22. Juni 1915 zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 127 eingezogen. Nach der infanteristischen Grundausbildung wurde er am 5. Oktober 1915 dem Reserve-Infanterie-Regiment 122 zugeteilt, das in Stellungskämpfen nordwestlich Reims stand. Am 16. November 1915 an Lungenspitzenkatharr erkrankt, kam Wilhelm Klumpp nach Behandlung in mehreren Lazaretten am 20. Februar 1916 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 122 und rückte von dort am 25. Dezember 1916 erneut ins Feld zum Infanterie-Regiment 126 in die Champagne. Verwundet durch ein Artillerie-Geschoß am Oberarm am 08. Juli 1917 im Artois kam er nach erneuten Aufenthalten in Lazaretten und beim Ersatz-Bataillon am 10. September 1917 zu seinem Regiment zurück, mußte sich aber nach Aufbrechen der Verwundung am 23. November 1917 bis zum 5. Dezember 1917 nochmals in Lazarett-Behandlung begeben. 
Am 2. Juli 1918 erkrankte Wilhelm Klumpp an Grippe und wurde bis zum 9. September 1918 wiederum in mehreren Lazaretten behandelt. Nach Rückkehr zur Truppe wurde er am 11. September 1918 wegen seiner angeschlagenen Gesundheit zum Feld-Rekruten-Depot der 39. Infanterie-Division versetzt und kehrte von dort aus in die Heimat zurück. Wilhelm Klumpp starb am 17. Mai 1920 in seiner Heimatstadt Urach an den Folgen von Krankheit und Verwundung.

Grabstein auf dem Friedhof in Urach

Mittwoch, 13. Mai 2020

13. Mai 1920


Otto Schenk trat am 24. August 1914 als Kriegsfreiwilliger bei der II. Ersatz-Abteilung des Feldar-tillerie-Regiments Nr. 29 ein. Nach der artilleristischen Grundausbildung wurde er am 20. Dezember 1914 dem Feldartillerie-Regiment 13 zugeteilt, das sich zu diesem Zeitpunkt in Stellungskämpfen in russisch Polen befand. Otto Schenk kämpfte 1915 und 1916 mit seinem Regiment im Osten und Westen. Am 23. Dezember 1916 wurde er zur Ablegung der Dienstprüfung für den mittleren Verwaltungsdienst in die Heimat beurlaubt. Einen Tag vor Urlaubsende, am 30. Januar 1917, wurde er ins Weimarspital in Stuttgart aufgenommen. Die Diagnose lautete: „durch die Anstrengungen, Erkältungs- und Durchnäs-sungsschädlichkeiten des 24 monatlichen Feldaufenthalts ausgelöste Lungentuberkulose“.
Otto Schenk wurde am 14. April 1917 der II. Ersatz-Abteilung des Feldartillerie-Regiments 13 „zur Durchführung des Rentenverfahrens“ zugeteilt. Er kam am 7. Februar 1917 ins Genesungsheim Neue Heilanstalt in Schömberg bei Wildberg im Schwarzwald. Am 21. Mai 1917 wurde er „weil dauernd kriegsunbrauchbar und mithin für jetzt dienstunbrauchbar“ mit einer Versorgung von 40 % aus dem Heeresdienst entlassen. Er verstarb drei Jahre später am 13. Mai 1920 in seiner Heimatgemeinde Ohrnberg an den Folgen seiner Erkrankung.

Sonntag, 10. Mai 2020

10. Mai 1920


Adolf Schaider wurde am 28. September 1915 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 119 eingezogen und kam nach der infanteristischen Grundausbildung zur weiteren Ausbildung hinter der Front am 2. Mai 1916 zum Feld-Rekruten-Depot der 26. Reserve-Division. Am 18. August 1916 wurde er der 3. Kompagnie des Reserve-Infanterie-Regiments 119 zugeteilt, bei der er am 1. Oktober 1916 in der Schlacht an der Somme bei Grandcourt durch ein Artillerie-Geschoß an der Schulter leicht ver-wundet wurde.
Nach Behandlung seiner Wunde kam Adolf Schaider am 18. Oktober 1916 vom Lazarett zur Genesen-den-Kompagnie des Ersatz-Bataillons und wurde am 15. Januar 1917 zum neu aufgestellten Infanterie-Regiment 627 versetzt. Nachdem dieses Regiment wegen des großen Ersatz-Bedarfs bei den bereits vor-handenen Einheiten wieder aufgelöst wurde, rückte Adolf Schaider am 23. April 1917 zum Infanterie-Regiment 124 ins Feld, wo er am 29. April 1917 eintraf und in der Frühjahrsschlacht bei Arras der 11. Kompagnie zugeteilt wurde. Adolf Schaider kämpfte mit seiner Kompagnie in den Jahren 1917 und 1918 an beinahe allen Stellen der Westfront zwischen Oberelsaß und Flandern. Nach dem Durchbruch der Alliierten an der Somme am 8. August 1918 wurde er am 22. August 1918 bei Bray-sur Somme ver-mißt. Die Regimentsgeschichte berichtet über den Untergang seines Bataillons an diesem Tage: 

„Am 20. begann der Gegner sich mit schweren und schwersten Kalibern auf die Bereitschaften einzuschießen. Am 21. steigerte sich dieses Feuer, ebenso nahm die Flie-gertätigkeit zu. In der Nacht vom 21./22. August wurde die Bereitstellung des Gegners erkannt und gemeldet. In dieser Nacht sollte die vordere Linie nur noch mit einer Kom-pagnie besetzt bleiben, die zweite sollte in die Tiefenzone rücken. Da am 22. Ablösung innerhalb des Regiments geplant war, wurde dieser Befehl nur teilweise ausgeführt, das Bereitschaftsbataillon hatte sich nach vor- und rückwärts tiefer gegliedert. Die Minen-werfer und schweren M.-G. hatte auch das Kampfbataillon zurückgeschickt. Als unsere Artillerie die erkannte Bereitstellung des Gegners unter Vernichtungsfeuer nahm, das teilweise wieder sehr kurz lag, setzte 5.45 Uhr vormittags ein überwältigendes Artiller-iefeuer des Gegners ein, das bis zur Straße Bray – Fricourt zurückreichte und die Bereit-schaften mit voller Wucht traf. Nach kurzer Dauer ging das Feuer in die Feuerwalze über, das Bataillon Schaidler war verloren. Durchgebrochene Engländer schnitten es ab und nahmen die Überlebenden gefangen.“
aus: „Das Infanterie-Regiment „König Wilhelm I“ (6. Württ.) Nr. 124 im Weltkrieg 1914–1918ׅ, Stuttgart 1921

Auch Adolf Schaider war in englische Gefangenschaft geraten. Als er im Herbst 1919 aus der Gefan-genschaft zurückkehrte, trug er die tödliche Krankheit bereits in sich. Er verstarb am 10. Mai 1919 im Reserve-Lazarett Solitude bei Gerlingen.

Bilder: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 590