Sonntag, 15. September 2019

15. September 1919


August Hettler, Kaufmann und Familienvater von drei Kindern hatte in den Jahren 1894/1895 als einjährig Freiwilliger beim Grenadier-Regiment 119 gedient und war zuletzt im Jahre 1900 bei einer Übung zum Unteroffizier befördert worden. Als Unteroffizier des Landsturms II. Aufgebotes wurde er am 29. August 1914 zur Ersatz-Kompagnie des 1. Landsturm-Infanterie-Bataillons Stuttgart XIII/2. eingezogen und am 20. Januar 1916, zwischenzeitlich zum Vizefeldwebel befördert, zur Führung seines Geschäftes wieder entlassen.
Am 2. September 1916 wurde er erneut zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 119 eingezogen, aber bereits am 20. September 1916 wieder entlassen.
Am 22. Januar 1917 wurde August Hettler nochmals zum Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 119 eingezogen. Von dort kam er am 4. April 1917 zum Landsturm-Infanterie-Bataillon Hall XIII/11., zu dieser Zeit I. Bataillon des Württembergischen Landsturm-Infanterie-Regiments 39, an die Front nach Flandern und war bis zum Waffenstillstand in Flandern, Lothringen, wieder in Flandern und in Nordfrankreich im Einsatz. Nach dem Rückmarsch über Belgien nach Köln am Rhein, von dort mit dem Dampfer nach Mannheim und weiter mit der Eisenbahn nach Hall wurde das Bataillon am 11. Dezember 1918 demobil gemacht.
August Hettler kehrte nach Stuttgart zurück. Zur Ruhe gekommen, machten sich die Strapazen des Krieges durch ständige Verschlechterung seines Gesundheitszustandes bemerkbar. Er verstarb am 15. September 1919 in seiner Heimatstadt Stuttgart.


Freitag, 13. September 2019

13. September 1919


Julius Gehring, Bauer aus Ostelsheim, wurde am 22. November 1916 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 120 eingezogen, kam am 16. Januar 1917 zum neu aufgestellten Infanterie-Regiment 475 und zog mit diesem am 11. März 1915 ins Feld. Er geriet am 21. Mai 1917 bei den Kämpfen um den Cornillet-Berg in französische Gefangenschaft.
Julius Gehring kehrte im Spätsommer 1919 aus der Gefangenschaft zurück. Er wurde infolge seines Gesundheitszustandes ins Reserve-Lazarett Köln Jakobstraße 39 (ehemaliges Festungs-Lazarett XVII) aufgenommen und verstarb dort am 13. September 1919 an Lungentuberkulose und Herzschwäche.

Bilder: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand M 471

Mittwoch, 11. September 2019

11. September 1919


Wilhelm Drechsler, Kuhbauernsohn aus Gründelhardt wurde am 20. Mai 1915 zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 248 eingezogen und kam am 30. September 1915 zum Regiment an die Front in Flandern. Er erkrankte am 9. November 1915 an einer Gesichtsrose, wurde im Feld-Lazarett in Moorslede und im Kriegs-Lazarett in Gent gepflegt und kehrte am 6. Januar 1916 zur Truppe zurück. Am 22. Januar 1916 wurde bei Wilhelm Drechsler ein Herzleiden festgestellt worauf er über die Leicht-kranken-Abteilung in Gent am 8. Februar 1916 in die Heimat zum Ersatz-Bataillon 248 zurückversetzt wurde.
Wieder kampffähig befunden rückte Wilhelm Drechsler am 3. Juli 1916 nochmals ins Feld zum Feld-Rekruten-Depot der 26. (Württembergisches) Reserve-Division und wurde am 11. Juli 1916 dem Infan-terie-Regiment 180 zugeteilt. Dort geriet er am 26. September 1916 beim Angriff der Engländer auf Thiepval leicht verwundet am Knie in englische Gefangenschaft.
Wilhelm Drechsler kehrte am 2. September 1919 schwer nervenkrank aus der Gefangenschaft zurück. Er wurde direkt vom Heimkehrertransport ins Lazarett in Hannover eingeliefert und verstarb dort am 11. September 1919.

Montag, 9. September 2019

9. September 1919


Robert Jaag wurde am 7. August 1914 als gedienter Landwehrmann zum Reserve-Infanterie-Regiment 119 eingezogen und rückte mit diesem ins Feld. Am 17. Januar 1915 erkrankte er erstmals an Darm-katarrh, kam für drei Wochen ins Lazarett und wurde nach seiner Rückkehr zum Regiment am 19. März 1915 wegen seiner gesundheitlichen Einschränkungen zum Ersatz-Bataillon versetzt. Am 30. Juni 1915 wieder beim Regiment im Feld, wurde er am 3. August 1915 wieder zum Ersatz-Bataillon zurück ge-schickt. Dort erkrankte Robert Jaag am 25. August 1915 an einem Leistenbruch, kam ins Reserve-Lazarett VIII Stuttgart und wurde, nachdem er sich ab 4. Oktober 1915 wieder beim Ersatz-Bataillon befunden hatte, am 11. April 1916 dem Rekruten-Depot der 8. Ersatz-Division (später 243. (Württembergische) Infanterie-Division) hinter der Front zugeteilt. Vom 10. August bis 9. September 1916 wegen einer erneuten Leistenbruch-Operation wieder im Lazarett, wurde er als „garnisonsverwen-dungsfähig“ zum Rekruten-Depot entlassen.
Am 13. Februar 1917 stellte sich bei Robert Jaag eine Trübung des Augenlichtes ein. Er kam zunächst am 13. Februar 1917 ins Feld-Lazarett 138 nach Beney-en Woëvre und am 16. Februar 1917 ins Feld-Lazaretts 67 der 5. Landwehr-Division – Nachtblindenanstalt – in Beney. Von dort erfolgte am 9. März 1917 die Verlegung über das Festungs-Lazarett I in Metz in das Reserve-Lazarett Heil- und Pflegeanstalt Saarlouis, in das Robert Jaag am 13. März 1917 aufgenommen wurde. Von dort erfolgte am 12. April 1917 die Verlegung in die königliche Heilanstalt Weissenau bei Ravensburg zur vollständigen Gene-sung. 
Robert Jaag wurde am 19. Juli 1917 dem Ersatz-Bataillon des Füsilier-Regiments 122 zugeteilt und von dort am 14. Dezember 1917 als Kriegsuntauglich entlassen. Er verstarb am 9. September 1919 an den Folgen seiner chronischen Darmkrankheit.

Freitag, 6. September 2019

6. September 1919


Wilhelm Marx, Schmied aus Unterurbach, hatte seinen Wehrdienst in den Jahren 1907 bis 1909 beim Grenadier-Regiment 123 abgeleistet. Er wurde bei Kriegsbeginn, am 4. August 1914 zum Infanterie-Regiment 180 eingezogen und dem Ersatz-Bataillon zugeteilt. Von dort kam er am 31. Mai 1915 zum Reserve-Infanterie-Regiment 248 ins Feld. Am 16. Juni 1915 vor Ypern durch einen Schrapnell-Durch-schuß durch Hals und Gesicht schwer verwundet, wurde er nach Entlassung aus dem Lazarett am 30. August 1915 zurückgestellt und in die Heimat entlassen.
Bereits am 1. November 1915 wurde Wilhelm Marx wieder zum Ersatz-Bataillon des Reserve-Infan-terie-Regiments 248 eingezogen und am 10. Februar 1916 als „garnisonsverwendungsfähig hinter der Front“ wieder zum Regiment ins Feld entsandt, wo er am 18. Oktober 1916 bei Montreux an Schmer-zen an seiner alten Verwundung erkrankte. Nach erneuten Lazarettaufenthalten kam Wilhelm Marx am 2. Juli 1917 nochmals zum Ersatz-Bataillon 248 zurück. Am 30. Oktober 1918 erkrankte er dort wieder an seiner Verwundung und kam ins Vereinslazarett nach Kirchheim unter Teck, später ins Reserve-Lazarett Nürtingen. Wilhelm Marx erholte sich nicht mehr. Er verstarb am 6. September 1919 und hinterließ neben seiner Witwe Pauline fünf unmündige Kinder, das jüngste während des Krieges geboren.