Montag, 9. Dezember 2019

9. Dezember 1919



„Alfons  L e i n s, Kirchgasse 16.
Geb. 2. August 1896.
Sohn des Sebastian Leins, Straßenwart
und der Lucia geb. Boß.
W e h r d i e n s t: im Krieg: Füs.-Regt. 122/12.
Gestorben nach Rückkehr aus russischer Gefangenschaft am 9. Dezember 1919 im Lazarett in Ulm als Ers.-Rekr...

Leins geriet bei dem Flankenstoß auf der Höhe 305 südöstlich Korolowka in der Brussi-low-Offensive am 28. Juli 1916 in russische Gefangenschaft, also beim gleichen Unternehmen, in dem Paul Kurz gefallen ist. Der Einsatz des Regiments erfolgte unweit Lemberg in Galizien.
Das Regiment wurde bei den Angriffs- und Rückzugskämpfen fast völlig aufgerieben. Plesza, Korolowka, Halicz sind Ruhmesblätter in der Geschichte des Regts. 122.
Korolowka liegt 20 Kilometer südlich des 49. Breitengrades und 5 Kilometer westlich des 25. Längengrades. Bei diesem Ort stockte der Flankenstoß und begann die Rück-zugsbewegung. Die 12. Kompanie, der Leins angehörte, lag beim Angriff der Russen auf dem äußersten linken Flügel der Regiments und der Flügel hing in der Luft, da die Anschlußtruppen rechts und links schon im Weichen waren und Kosakenschwärme im Rücken des linken Flügels auftraten. Diese Kosaken schnappten Leins.
Unter ständigem Druck wich das Regiment am 8. August 1916 auf Tysmiwnica, vom 23. – 24. August auf Jezupol, überschritt dort den Dnjester, kämpfte vom 31. August bis 5. September 1916 östlich Halicz, wo das Regiment am 5. und 6. September 1916 auf Konkolniki weichen mußte. Hier fiel Paul Kurz.
Leins befand sich zunächst im Gefangenenlager in Dubowka an der Wolga vom 19. Oktober 1916 an, dann ab 4. September 1917 in Zarizim bei Saratow an der Wolga und später in Astrachan am Kaspischen Meer, wo er an Malaria erkrankte.
Im Frühjahr 1919 kehrte er nach Kriegsschluß todkrank in die Heimat zurück, um zu sterben.
Die Strapazen der Gefangenschaft und die Krankheit hatten ihm so zugesetzt, daß selbst das Erinnerungsvermögen gestört war. Das Klima und die schlechte Verpflegung hielt die ohnedies schwache Struktur des Leins nicht aus.
Auf dem Friedhof in Hirrlingen wurde er mit militärischen Ehren begraben.
Leins war 28 Jahre alt und ledig.“

aus: „Hirrlingen Kreis Tübingen (Württemberg) Ehrenbuch 1914-18“, Cannstatt ca. 1939

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