Donnerstag, 2. Mai 2019

2. Mai 1919



„Am 2. Mai mittags erfolgte gleichzeitig von allen Seiten der Einmarsch in die Stadt. Detachement Epp arbeitete sich unter heftigen Kämpfen langsam durch Giesing gegen die Isar vor. Detachement Seutter und Gräter durchschritten kämpfend Sendling und drangen in das Innere der Stadt ein. Detachement Bogendörfer nahm die Ausstellungs-hallen an der Theaterwiese in Besitz. Detachement Probstmeyer wurde von Augsburg mit der Bahn als Reserve des Gruppenkommandos nach dem Südbahnhof herange-zogen.
Das Vorgehen der Gruppe Friedeburg von Norden verzögerte sich im Kasernenviertel, so daß am Abend auch kein Anschluß mit ihr zu bekommen war. Das Gruppenkom-mando, das am 30. April nach Starnberg sich begeben hatte, rückte mit Detachement Gräter in München ein.
Der Widerstand, den die württembergischen Truppen fanden, war teilweise recht heftig. Geschickt sich der Eigenart des Straßenkampfes anpassend, brachten sie den einzelnen Widerstandsnestern gegenüber rasch Artillerie und Minenwerfer in Stellung und bra-chen damit schnell den Widerstand. Leider fand dabei bei schneidigem Vorfahren des Flakgeschützes des Detachements Gräter dessen Führer, Hauptmann Fritsch, mit meh-reren Leuten seiner tapferen Bedienung den Tod.“

aus: „Kriegstagbuch aus Schwaben“, Stuttgart 1919

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