Sonntag, 12. Oktober 2014

12. Oktober 1914




„Am 12. Oktober erkannten die Beobachter des III. Bataillons die Ansammlung feindlicher Infanterie im toten Winkel, welche trotz anscheinend gut liegenden deutschen Artilleriefeuers bald darauf versuchte, kriechend an die Stellungen der 9. und 11. Kompagnie heranzukommen. Sie wurde durch das Feuer der Grabenbesatzung aufgehalten. Gleich darauf prasselte stärkstes Artilleriefeuer auf den Abschnitt des III. Bataillons los. Die Brustwehren und Schulterwehren der vordersten Gräben stürzten zum Teil zusammen. An einigen Stellen mußten die Gräben geräumt werden. Etwa zwei französische Kompagnien stießen gegen die 9. und 11. Kompagnie vor. Der Angriff brach im Abwehrfeuer zusammen. Die tapferen Handgranatentrupps des III. Bataillons folgten dem fliehenden Feind und mehrten seine blutigen Verluste. 9.30 Uhr vormittags begann die französische Artillerie die Stellung des Bataillons planmäßig zusammenzuschießen und richtete weitere große Verwüstungen in den Gräben an. Die unter der Brustwehr gegrabenen Unterschlupfe wurden vielen unserer Leute zum Verhängnis. Bis 3 Uhr nachmittags hatte sich das feindliche Feuer derart gesteigert, daß die Gräben der 9., 10. und 12. Kompagnie unter Zurücklassung einzelner beherzter Leute als Beobachter geräumt werden mußten und  die 9. und 10. Kompagnie am Damenweg, die 12. im Wald am nördlichen Plateaurand sammelten. Nur die brave 11. Kompagnie konnte, freilich unter schweren Verlusten, in ihrer Stellung bleiben. Merkwürdigerweise erfolgte ein Angriff der französischen Infanterie nicht. Oberst v. Schimpf stellte jedoch in Erwartung eines solchen die hinter dem II. Bataillon in Reserve gehaltene 5. Kompagnie dem III. zur Verfügung. Das Artilleriefeuer hielt bis zum Abend an. Als gegen 7 Uhr abends ein Angriff auf das rechts benachbarte Inf.-Regt. 136 befürchtet wurde, besetzte die 10. Kompagnie trotzdem wieder die vordere Linie; nach Einbruch völliger Dunkelheit ging auch die 11. Kompagnie zusammen mit der 5. dorthin vor, während 9. und 12. in Deckungsgräben in Reserve blieben. Der Wiederaufbau wurde mit allen Kräften in Angriff genommen und mit Hilfe von Pionieren bis zum Morgen des 13. Oktober einigermaßen durchgeführt. Die Verluste betrugen an diesem schweren Tage beim III. Bataillon: 3 Offiziere, 103 Unteroffiziere und Mannschaften; bei der M.-G.-Kompagnie: 1 Offizier, 3 Mann. Es waren tot: Offizierstellvertreter Vogel (11.) und 24 Mann; verwundet: Hauptmann Erhardt (M.-G.-Komp.), Leutnant d. R. Eichelmann (11.), Offizierstellvetreter Karsch (12.) und 82 Mann.“
  

aus: „Das 8. Württembergische -Infanterie-Regiment Nr. 126 Großherzog Friedrich von Baden im Weltkrieg 1914-1918“, Stuttgart 1929



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