Sonntag, 19. Oktober 2014

19. Oktober 1914


„Man bezog Stellung in einem flüchtig  aufgeworfenen Graben und äugte scharf feindwärts in den Feuerschein brennender Gehöfte. Als aber der Morgen graute, wankte aus dem Nebel, in dem wir den heranschleichenden Feind wähnten, ein altes belgisches Mütterchen auf unsere Stellung zu, durchschritt sie, begab sich in das Haus des Vorpostenkommandeurs und begann still am Herd Kaffee zu kochen. Als sich der Nebel verzogen hatte, merkten wir, daß wir eine lange Reihe von Weiden für eine angreifende Schützenlinie gehalten hatten und schämten uns im Innern nicht wenig. Ab vier Uhr morgens Aufklärung bis zur Straße Roulers-Menin. Im Laufe der Nacht wurde durch Patrouille festgestellt, daß Bahnlinie Roulers-Menin vom Feinde frei, dagegen einzelne Gehöfte westlich dieser Linie von Engländern besetzt seien. Gefechtsstärke beim Eintritt ins Gefecht: 43 Offiziere, 2437 Mannschaften. Verluste: 2 Mann gefallen, 6 verwundet, 3 vermißt. Während des Gefechts verhielten sich die Einwohner im allgemeinen ruhig, einzelne Gehöfte, aus denen geschossen wurde, wurden niedergebrannt. Verschiedene Ortseinwohner wurden als Geiseln festgenommen..“



aus: „Das Württembergische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 246“, Stuttgart 1931

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