Sonntag, 15. Februar 2015

15. Februar 1915


„…das III. Bataillon  Landw. 15 (hatte) am 12. Februar 1915 bei einem größeren Unternehmen gegen das Dorf (Arracourt) starke Verluste. Der tapfere Führer des Bataillons fiel mit einer Anzahl Leute im Dorf..“

Zur Entlastung dieses Unternehmens mußten von unserem Vorpostenbataillon drei starke Offizierspatrouillen vorgehen. Leutnant Koch stieß mit 20 Mann der 2. Kompagnie durch das feindliche Hindernis zum Hof Ranzey vor, fiel aber dicht beim Hof durch Kopfschuß. Einige Leute wollten die Leiche bergen, dabei fiel der Gefreite Gerstner schwer verundet in französische Gefangenschaft, Unteroffizier Haug und Ersatzreservist Zweigle wurden schwer, 2 weitere Teilnehmer leicht verwundet. Leutnant Dopffel führte die Patrouille zurück.“

aus: „Das Württembergische Landw.-Inf.-Regiment Nr. 122 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1923
 

„Kochs Regiment, das L.I.R. 122, war zum Grenzschutz in Lothringen bestimmt. Nach anfänglichen Gefechten hatte es monatelang eine ruhige Stellung, ohne nahe Berührung mit dem Feind. „Um den Kampfes- und Angriffsgeist der Truppe wach zu halten“ war von der Division ein regelmäßiger Patrouillendienst gegen die feindlichen Stellungen befohlen. Als Am 9. Februar 1915 Kochs Kompagnie an die Reihe kam, loste er mit einem anderen Zugführer um die Ausführung. Das Los traf ihn.

Je nachdem, welche Aufgabe der Patrouillenführer sich selbst stellte, war das Unternehmen harmlos oder äußerst gefährlich. Drüben lagen gute Scharfschützen im Anschlag, die das Gelände ganz übersahen. Wer wirklich etwas erkunden wollte, mußte unter ihre Gewehre. Wilhelms Kamerad, der mit ihm gelost hatte, sah den Ausgang voraus, denn er kannte Wilhelm genug, um zu wissen, daß  dieser niemals, nur um dem Befehl zu genügen, eine Scheinpatrouille machen würde. Er wendete alle Kunst der Überredung auf, die Führung der Streife an sich zu bringen. Aber Wilhelm Koch ließ sie sich nicht mehr nehmen. Er kroch in der Nacht seinen Leuten voraus auf den französischen Graben zu. Im feindlichen Drahtverhau, als er spähend den Kopf hob, traf ihn ein wohlgezielter Schuß in die Stirn. Unter dem ständigen Schützenfeuer der Franzosen vermochte die Patrouille nicht, den vermeintlich toten Führer zurückzuschleifen. Die Franzosen haben ihn hereingeholt. Im Kriegslazarett in Luneville ist er nach drei Tagen gestorben. Wilhelm Koch hat mit voller Überzeugung sein Leben der Pflicht geopfert.“

aus: „Gedenkbuch der Tübinger Nicaria für ihre Gefallenen“, Urach 1933

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