Sonntag, 26. Februar 2017

26. Februar 1917


„Einem von der 5./122 ohne Artillerieunterstützung am 25. Februar ausgeführten Patrouillenvorstoß schloß sich Leutnant d. R. Weitbrecht, der erst vor einigen Monaten zum Offizier befördert war, freiwillig an, geriet dabei schwer verwundet in französische Gefangenschaft und starb am nächsten Tage. Der Führer der Patrouille, Leutnant Kling, gab dem Regiment folgende Schilderung:
„Leutnant Weitbrecht der 5. Batterie Landw.-Feldart.-Regts. 2 hatte sich freiwillig der Patrouille angeschlossen. Wir überschritten das erste feindliche Drahthin-dernis, konnten aber über das zweite dichte Stacheldrahthindernis nicht wegkom-men und legten uns 20 m vom Doppelposten weg auf die Lauer… In einem geeig-neten Augenblick versuchten wir vorwärts über das in jüngster Zeit ausgebesserte Hindernis weg uns auf einen zurückkehrenden Trupp von 8 bis 10 Mann zu stürzen, konnten aber über das Hindernis nicht wegkommen. Der Posten rief: „Qui vive?“ und warf sofort mehrere Handgranaten zwischen uns. Gleichzeitig rief Leutnant Weitbrecht, der einige Schritte hinter mir lag, einige französische Worte und stürzte nach vorn. Weil in demselben Augenblick an der ganzen feindlichen Postenrunde Schüsse aufblitzten und Handgranaten flogen, gab ich laut den Befehl zum Rückzug. 50 m weiter zurück sammelte ich meine Leute und stellte fest, daß Leutnant Weitbrecht fehlte. Sofort begab ich mich im feindlichen Feuer mit drei Leuten bis in die Nähe des Punktes, wo Weitbrecht zuletzt gesichtet wurde. Wir sahen und hörten nichts mehr von ihm. Der feindliche Graben war besetzt, 6 bis 8 Mann suchten das Hindernis ab, aber weggetragen oder weggeführt wurde niemand. Bei der geringsten Bewegung unsererseits setzte sofort Infanterie- und Maschinengewehrfeuer ein, Handgranaten flogen von allen Seiten, man hörte Kommandos – wir mußten uns zurückziehen.“
Weitbrecht liegt in Recicourt begraben, wie das Regiment über das Rote Kreuz nach Monaten erfuhr. Der Tod des frischen jungen Kameraden wurde allseitig bedauert; er hätte besonders mit seinen Fachkenntnissen – er war zur Kartenstelle Romagne kom-mandiert gewesen – dem Regiment recht gute Dienste leisten können.“

aus: „Das Württembergische Landw.-Feldartillerie-Regiment Nr. 2 im Weltkrieg 1914-1918“, Stuttgart 1927


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