Mittwoch, 20. Juli 2016

20. Juli 1916


„Am 1. Juli morgens gegen 8 Uhr erfolgte nach unerhörtem Trommelfeuer der Angriff der englischen Infanterie auf den ganzen Divisionsabschnitt von Beaumont-Nord bis Ovillers-Süd. Tage aufreibendster, blutigster Kämpfe kamen, in denen die Regimenter der 26. Res.-Division in todesmutiger Abwehr dem Feind schwere Verluste beibrachten. Aber auch die eigenen Verluste waren furchtbar: bis zum 12. Juli wurden auf den beiden Hauptverbandsplätzen 4454 Verwundete versorgt, dazu noch 338 Engländer. 3 Ärzte wurden verwundet, 1 Arzt vermißt (z. T. von nichtwürttembergischen Truppenteilen); die Res.-Sanitätskompagnie 26 hatte 5 Tote, 9 Verwundete unter ihren Krankenträgern, die bayerische Sanitätskompagnie 10 ebensoviel. Die Schwierigkeit der Bergung der Verwundeten bei dem bis dahin in Stärke, Ausdehnung und Beharrlichkeit unerhörten Artilleriefeuer aller Kaliber ist schon oben hervorgehoben worden. Am 3. Juli erfolgte ein zweiter Infanterieangriff und anschließend ein solcher Verwundetenanfall, daß die Räumung der Truppenverbandplätze trotz äußerster Kraftanstrengung der Krankenträger nicht mehr bewältigt werden konnte. In der Sanitätsmulde bei Miraumont wurden Zelte aufgeschlagen zur vorläufigen Lagerung der Verwundeten. Die Räumung der Sanitäts-unterstände von Thiepval und Ovillers wurde durch wolkenbruchartige Regengüsse am 4. Juli, welche die Laufgräben völlig ungangbar machten, aufgehalten. Unter Einsatz der Rekrutenkompagnie Inf.-Regt. 180 konnten die Unterstände am 5. und 6. Juli von allen Verwundeten geräumt werden.“


aus: „Das Sanitätswesen im Weltkrieg 1914–18“, Stuttgart 1924

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