Montag, 4. Juli 2016

4. Juli 1916


„In den ersten Julitagen nach dem Angriff verhielt sich die englische Infanterie ganz ruhig. Die Artillerie machte vereinzelte Feuerüberfälle, besonders auf die Zwischen-stellung und auf Beaumont. So konnte man die zerschossenen Stellungen wieder notdürftig instand setzen. Es ging aber nur langsam vorwärts, da die Mannschaften aufs äußerste übermüdet und abgespannt waren und an Zahl kaum für den nötigsten Sicher-heitsdienst ausreichten. Das II. Bataillon des Inf.-Reg. 186 wurde noch zur Unterstütz-ung eingesetzt. Große Arbeit machte das Wegschaffen der Toten. Sie wurden in einem Massengrab hinter der Feste Soden beerdigt; ein großes Kreuz aus Birkenstämmen schmückte später das Grab, in dem 150 Deutsche lagen, daneben in einem besonderen Grab eine Anzahl Engländer. Die meisten Engländer wurden in der Stellung selbst beerdigt. Es dauerte zahn Tage, bis alle erreichbaren Leichen geborgen waren; viele blieben auch noch vor der Stellung liegen und verpesteten die Luft.
Am 4. Juli nachmittags wurden die Arbeiten durch ein Gewitter mit Wolkenbruch unter-brochen. In wenigen Minuten standen sämtliche Gräben und teilweise auch Unterstände voller Wasser. Die Laufgräben nach rückwärts waren tagelang nicht zu benutzen. Einige verwundete Engländer, die sich noch in Granatlöchern versteckt hielten, mußten heraus aus ihrem Versteck, wenn sie nicht ertrinken wollten, und wurden gefangen genom-men.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1922

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