Freitag, 9. September 2016

9. September 1916


Franz Schäffler
GEFR. 3./247                                                                                                   9. September 1916
Geb. 28. 7. 95 in Rechberghausen, Sem. Gmünd 1915, U.-Lehrer in Ratzenried, rückte im Juni 1915 nach Ulm ein und kam im Okt. 1915 in ein Feldrekrutendepot und dann an die Front vor Ypern und bei Neuve-Chapelle. Wenn schwierige Tage kamen oder Patrouillen nötig wurden, war er immer unter denen, die sich freiwillig meldeten – E. K. II. Erst wenige Tage in der Sommeschlacht, fiel er am 9. Sept. 1916 bei Rancourt durch A. G.* Volltreffer. Schäffler war ein aufrichtiger, bescheidener, überaus anhänglicher Kollege, der sich mit Fleiß und Hingebung seinem Berufe widmete.“


aus: „Ehrenbuch der im Weltkrieg gefallenen kath. Lehrer Württembergs“, Biberach an der Riß 1927


„Am 9. September war eine gewisse Steigerung des feindlichen Feuers zu bemerken. Gegen die stark beschossenen Stellungen der 3. und 4. Kompagnie fühlte der Feind mit Patrouillen vor, wurde aber abgewiesen. Bei der 3. Kompagnie fiel einer der ausgezeich-netsten Offiziere, Leutnant Essig.
Beim II. Bataillon wurde beobachtet, wie der Engländer neue Angriffsvorbereitungen machte. Stärkstes Feuer lag auf den Stellungen nördlich von Combles. Es mußte damit gerechnet werden, daß da ein Durchbruch erfolgte, der dann von uns aus flankiert werden mußte. Daher ordnete das Bataillon das Zurückziehen kleinerer Teile bis an den Nordostausgang von Combles an, wo an dem Christuskreuz (Kreuzungspunkt der Stras-sen Maurepas – Saillisel und Combles – Priez-Ferme) schon die vierten Züge unterge-bracht waren. Deutlich sah man die englischen Schützenlinien vorgehen, Artillerie fuhr dicht dahinter auf, und sogar abgesessene Kavallerie wurde sichtbar. Auch eigentüm-liche, unbeholfen sich bewegende Kästen wurden beobachtet, deren Sinn nicht recht klar war. Erst später erfuhren wir von den Tanks, die damals zuerst auftraten, aber zunächst noch viel verspottet wurden. Der feindliche Angriff scheiterte. Nur an wenigen Stellen setzten sich die Engländer im vorderen Graben der Nebendivision fest.
Vom III. Bataillon erlitt die 11. Kompagnie starke Verluste. Die Priezstellung in der Gegend der Ferme wurde mit schwerstem Kaliber ganz zusammengetrommelt.“

aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 247 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1924

*A. G.: Artillerie-Granate / Geschoß

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