Dienstag, 10. November 2015

10. November 1915


„80–100 m von uns entfernt gingen die Franzosen in der waldigen Bergschlucht dem militärischen Winterschlaf entgegen und auch die Deutschen spannen sich allmählich ein. Ein naßkalter November trieb die Leute wieder in die Erdlöcher und Hütten und vorbei waren die Tage sommerlichen Waldlebens, in denen die moderige Stollenluft vergessen worden war. Jetzt hockte man wieder Mann an Mann zwischen Erde, Gestein und Balken und das einzige Licht war die Karbidlampe oder die Kerze, während an der niederen Decke ein dicker Qualm sich hinzog. Es wiederholten sich die Tage der letzten regnerischen Wintermonate, nur ruhiger waren sie geworden und die verbissene Wut der ersten Zeit war längst stiller Resignation gewichen.“


aus: „Die Ulmer Grenadiere an der Westfront“, Stuttgart 1920

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