Samstag, 28. November 2015

28. November 1915


„Auf unserer Stellung liegt jeden Tag Artillerie- und Minenfeuer. Am meisten hat darunter der nach wie vor windige linke Abschnitt zu leiden. Des Nachts finden eben hier, in der wenig beliebten Trichterstellung, außerdem noch lebhafte Handgranaten-kämpfe statt. Verluste reihen sich an Verluste. Auch in diesen sogenannten ruhigen Zeiten vergeht kaum ein Tag, ohne daß der Tod bei uns anklopfen und seinen Tribut fordern würde.
Besonders tiefe Bücklinge machen wir, wir ziehen erst recht das Genick ein, wenn von weit hinten, aus dem Hinterlande von Ypern, unter dumpfem Gurgeln eine 24 oder 28 cm-Granate aus einem englischen Schiffsgeschütz angerollt kommt. Nur schwach ist der Abschuß zu hören, wir kennen ihn aber genau. Wenige Sekunden, und das Heulen wird stärker und stärker. Unter einem Mordsspektakel krepiert dieses Ungeheuer und läßt in großem Umkreis einen ergiebigen Erd- und Splitterregen niederprasseln. Eine dicke schwarze Rauchsäule schießt einem Springbrunnen gleich in die Höhe.“


aus: „Ehrenbuch des württembergischen Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 248“, Stuttgart 1932

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