Donnerstag, 13. September 2018

13. September 1918



Eugen Kelber
LEUTN. D. R. FLIEGERJAGDST. 15                                                             13. SEPTEMBER 1918
Geb. 1. 11. 1896 in Weitingen, Sohn des O.-Lehrers in Rottenburg, Sem. Rottweil seit 1911, rückte am 1. Sept. 1914 als Kriegsfr. nach Ludwigsburg ein, kam am 6. Nov. ins Feld und machte bei 248 den schweren Winter vor Ypern mit. Im Mai 1915 erhielt er einen Kopfschuß. Lazarett Uerdingen bei Krefeld. Kaum hergestellt zog er zum zweitenmale zu Landw. 120 ins Feld: Wald von Ailly und Apremont, St. Mihielbogen, später im Cheppywald. Hier schlug er sich als Patrouillengänger und Sturmtruppführer so hervorragend, daß er in kurzer Zeit E. K. II, die Achselstücke, E. K. I und das Ritterkreuz d. Mil. Verd. Ord. errang. Bei einer Patrouille im Cheppywald erhielt er einen Lungendurchschuß. Im Dez. 1917 kam er zur Fliegerabteilung nach Böblingen. Nun war er in seinem Element. Im Juli 1918 gings zum II. Jagdgeschwader, Staffel 15. Am Abend des 13. Sep. kam er mit sechs andern Fliegern in einen Kampf gegen eine Überzahl amerikanischer Flieger. In Nebel und Sturm verlor er die Orientierung, kam Kampfgenossen ab und traf allein mit den Feinden zusammen. Das war sein Untergang. Drei Tage später fand man das verbrannte Flugzeug und die fast verkohlte Leiche im Moseltale, 15 km südlich Metz. Am 29. Sept. wurde er in Waiblingen, dem damaligen Dienstort seines Vaters, beigesetzt. Kelber zeigte klaren Blick, Geistesgegenwart, Mut und Selbstzucht. Dies bahnte ihm den Weg zum glänzenden Aufstieg und machte ihn im Verein mit seinen sonstigen Eigenschaften zu einem der besten, allseits beliebten Offiziere.“

aus: „Ehrenbuch der im Weltkrieg gefallenen kath. Lehrer Württembergs“, Biberach an der Riß 1927

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