Freitag, 7. September 2018

7. September 1918



„Am 2. September zur gewohnten Stunde um 6.30 Uhr vormittags fing der Engländer wieder zu trommeln an und nach einer halben Stunde ging seine Infanterie zum Angriff über. Die vom Regiment besetzten Grabenstücke werden in zähem Aushalten sämtlich gehalten, aber das Garderegiment Augusta bröckelte immer mehr ab. Unser II. Batl. war gezwungen, mit Front nach Süden eine Lücke, die durch das Zurückgehen der Garde entstanden war, abzuriegeln. Dadurch war die Verbindung mit dem hart bedrängten, aber zäh stand haltenden I. Batl. bei Allaines verloren gegangen. Leutnant d. R. Ohren des I. Batl., der an die im Norden kämpfenden Truppen des Regiments Anschluß finden wollte, fiel bei dieser schweren Aufgabe. Gegen 4 Uhr abends wichen die im Anschluß an das I. Batl. nach Norden kämpfenden Teile des Kaiser-Franz-Garderegiments unerwartet rasch zurück, so daß der Engländer dem III. Batl. in Flanke und Rücken kam. In der Front hatte das schwache Häuflein unter Leutnant d. R. Holder jedem Angriff standgehalten, aber von Flanke und Rücken gefaßt, wurde das III. Batl., bezw. was noch von ihm übrig war, nach mißlungenem Durchbruch, von der Überzahl erdrückt und gefangen genom-men. Nur der Bataillonsstab und der Unteroffizier Wenninger der 11. Komp. konnten sich nach Südosten durchschlagen. Dem übermächtigen Druck der Engländer weichend, aber besonders, um nicht das Schicksal des III. Batl. erleiden zu müssen, zogen sich das I. und II. Batl. kämpfend auf die Höhen von Aizecourt le Haut zurück. Der Gegner folg-te nur zögernd, so daß mit einbrechender Dämmerung die beiden Bataillone mit Teilen des Augusta-Regiments ohne Feindwirkung eine Stellung in alten Gräben bei Drien-court beziehen konnte.“

aus: „Das Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 478 und seine Stammtruppen Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 51, 52, 53 und Ersatz-Infanterie-Regiment Nr. 51“, Stuttgart 1924

Keine Kommentare:

Kommentar posten