Dienstag, 4. September 2018

4. September 1918



„Am folgenden Tag kam der langersehnte Ablösungsbefehl für die Division. Die Infan-terie wurde sofort herausgezogen, während das Regiment ganz allmählich in rückwär-tige Stellungen zurückgenommen wurde, um bei einem etwaigen Großangriff sofort wieder bei der Hand zu sein. Der 1. und 2. September hatte indessen den Feind so schwere Verluste gekostet, daß er zu einem großangelegten Angriff vorläufig nicht fähig war.
Die Hauptziele waren jetzt die Brücken, Schleusen und Stege über den Kanal, ferner Aizecourt le Haut und Allaines. Im Lauf des Tages bezogen 2. und 3. Batterie Stel-lungswechsel nordöstlich Longavesnes. Die III. Abteilung wurde in die Gegend Tin-court zurückgezogen. Erst in der Nacht auf den 4. September durfte die II. Abteilung zwischen Liéramont und Guyencourt Stellungen beziehen.
Die Feuertätigkeit war von nun an auf beiden Seiten im Verhältnis zu den vorhergehen-den Tagen ziemlich gering. Die I. Abteilung, von der ja noch 2. und 3. Batterie einge-setzt waren, schoß nur ganz wenig, die II. Abteilung feuerte vorübergehend heftig nach Moislains, wo der Feind am längsten aufgehalten worden war, die III. Abteilung nahm Bussu unter Feuer. Die feindliche Infanterie blieb jetzt ruhig und machte auch keine örtlichen Vorstöße mehr. Dies kam der Ablösung des Regiments sehr zu statten.“

aus: „Das Württ. Feld-Artillerie-Regiment Nr. 238 früher Württ. Ersatz-Feld-Artillerie-Regiment Nr. 65 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1921

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