Freitag, 7. November 2014

7. November 1914


„Jetzt stellte sich auch ein neuer Feind ein, der ebenso unangenehm wurde und Verluste verursachte, wie die französische Artillerie. Es war dies der Regen, der namentlich in den Nächten unaufhörlich niederging. Das Wasser stand in den Gräben, es lief zu den Unterstandseingängen herein, es sickerte durch die damals noch dünne Decke der Unterstände, das ganze Erdreich war bald vollgesogen wie ein Schwamm. Nun rutschten die Grabenwände ein, Unterstände stürzten in sich zusammen und begruben die Insassen unter der Erdmasse. Mancher mußte mit schweren Quetschungen und Verletzungen herausgegraben werden, bei einigen kam die Hilfe auch zu spät, sie waren schon erstickt. Fieberhaft mußte an der Instandhaltung der Stellung gearbeitet werden. Es war zum Verzweifeln, kaum war man an einer Stelle fertig, schon stürzte an einer andern der Graben ein. Bis über die Knie im Wasser und Schlamm watend, konnte man sich nur mühsam vorwärtsbewegen und mancher Essenholer kam mit leerem Kochgeschirr, dafür aber mit vollen Stiefeln an.“

aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1922

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