Freitag, 24. Juli 2015

24. Juli 1915


„Am 24. Juli kämpften sich die Bataillone an den Narew heran, um bei Dsbonds den Übergang zu erzwingen. Gegen 12 Uhr mittags hatte sich das II. Bataillon an den Westrand, das III. Bataillon an den Südteil von Dsbonds herangearbeitet. Durch fortgesetztes russisches Artilleriefeuer aus der linken Flanke steigerten sich hier die Verluste; auch der Führer der 10./119, Leutnant Häberlen, wurde schwer verwundet und erlag bald darauf seinen Verletzungen.
Die Brücke über den Narew hatten die Russen abgebrannt. Die Ufer des über 1,5 Meter tiefen und über 60 Meter breiten Flusses sind steil, eine Furt ist nicht vorhanden. Das I./119 begann alsbald mit dem Bau von Flößen zum Übersetzen.
Der Gegner lag 200 Meter vom jenseitigen buschigen Ufer entfernt in Stellung. Er wurde von unserer Artillerie beschossen, doch 1.30 nachmittags mußte die Beschießung aussetzen, weil ungeheure Rauchwolken des von den Russen in Brand geschossenen Dsbonds jede Beobachtung unmöglich machten.
Ein um 5.30 Uhr nachmittags vom II. Bataillon unternommener Übergangsversuch scheiterte an dem vom Ostufer einsetzenden feindlichen Infanterie- und Maschinen-gewehrfeuer und dem flankierenden Feuer der russischen Artillerie bei Kaschjewietz. Der Kommandeur des III. Bataillons, Major v. Alberti (Bernhard) erhielt hierbei bei Erteilung seiner Befehle einen Schrapnellschuß in den Oberschenkel und gleich darauf einen Kopfschuß. Seinen schweren Wunden ist dieser unerschrockene, seine Person rücksichtslos einsetzende Führer 2 Tage später im Feldlazarett Makow erlegen. 14 tapfere Grenadiere waren gefallen und eine große Zahl wurde verwundet.
Das III. Bataillon übernahm jetzt Hauptmann Bernhold, die M.-G.-K. Leutnant Hans v. Graevenitz.“


aus: „Das Grenadier-Regiment „Königin Olga“ (1. Württ.) Nr. 119 im Weltkrieg 1914-1918“, Stuttgart 1927

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