Montag, 27. Juli 2015

27. Juli 1915


„Schon am 26. Juli sollte an der Mündung der Szkwa der Uferwechsel über den Narew erzwungen werden. Pioniere 116 und Artillerie 116 rückten vor. Drüben hatten die Russen sich günstig und überhöht eingegraben. Teile deutscher Nebentruppen standen schon im Kampf. Aus Stellungen hinter Stanislawow begannen die Batterien die feindlichen Erdwerke zu beschießen. Die Pionier-Kompagnie mußte eine Brücke schlagen. Unter Granaten und Schrapnellen hatten andere das vergeblich versucht. Der Kompagnieführer, Oberleutnant Mohr, erkundeter die Stelle, das Wasser ist dort 65 Meter breit, 14 Pontons kamen zum Einbau. In der Nacht gedieh die Brücke bis auf die letzte Strecke. da setzte im Morgengrauen dicht zusammengelenktes Feuer aus allen Geschützen und Gewehren von drübenher ein.
Tags zuvor übergesetzte Deckungstruppen, durch Pioniere verstärkt, wehrten dem als jähe Überrachung gedachten Angriff. Die tüchtigste und mutigste Werktruppe baute die Brücke fertig. Die Namen sind im Kompagnietagebuch genannt: Offizierstellvertreter Ernst Glaab, Unteroffizier Bohlemann, Unteroffizier Wolfangel, die Pioniere Wahl, Schwarz, Hermann Glaab und Kneißler. Der letzte fiel bei dem kühnen Stück.“


aus: „Schwäbische Kunde aus dem großen Krieg“, 4. Buch, Stuttgart 1921

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