Samstag, 25. Juli 2015

25. Juli 1915


Landsturmmann Josef Vogt
XIII. Armeek., 26. Div., Inf.-Rgt., 2. Komp.,
gefallen 25. Juli 1915.
Josef Vogt, Sohn der Schießplatzstraße 4 hier wohnenden Schuhmacherseheleute Josef und Bernhardine Vogt, letztere eine geborene Weiß, ist geboren am 5. März 1892 in Baienfurt bei Weingarten. Nach Entlassung aus der Volksschule war er 3 Jahre im landwirtschaftlichen Betrieb des Gutsbesitzers Allgayer-Zußdorf gleichen Oberamts tätig. Dann trat er in die große Maschinenfabrik Weingarten ein und arbeitete 6 Jahre als jugendlicher Arbeiter zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten.
Am 8. Januar 1915 wurde er eingezogen und erhielt beim Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 124 die militärische Ausbildung. Am 15. Mai rückte er ins Feld zur 2. Kompagnie des Infanterie-Regiments 125 in Rußland. Nur stark 2 Monate konnte Josef Vogt dem Vaterlande als tapferer Verteidiger dienen, bis er am 25. Juli 1915 durch einen Volltreffer den Heldentod für dasselbe erlitt und zwar bei Scharlatte (?) an der Narew. Näheres über seine letzten Stunden konnten die betrübten Eltern nicht erfahren. auch nichts über Ort und Art des Begräbnisses.“

aus: „Schwäbische Helden Weingarten (in Wttbg.) im Weltkrieg“, Stuttgart 1920


„Auf der bei Bshushi-Wjelkie von preußischen und württembergischen Pionieren in der Nacht vom 24./25. Juli fertiggestellten, etwa 200 m langen Brücke überschritt am 25. Juli die ganze 26. Division den in wenig eingeschnittenem Tal breit und träge dahin-fließenden Narew.
Oberhalb der Feste Roshan hatte die Garde ebenfalls in der Nacht vom 24./25. den Fluß überwunden und bei Dombrowka festen Fuß gefaßt. Pultusk fiel am gleichen Tage wie Roshan. Gallwitz stand in Warschaus Nordflanke.
Daß uns die Russen den Besitz der Narewlinie streitig machen würden, war voraus-zusehen. Die Kämpfe gingen weiter.
In erbittertem Ringen säuberte das Regiment am 25. Juli den Wald östlich Michalowa Nowoje und setzte sich darin fest. Es folgte eine entsetzliche Nacht, Regenschauer ohne Ende gingen nieder, drangen durch die Zeltbahnen und durchweichten den Boden, kalte Nebel entstiegen den sumpfigen Niederungen des Narew.“


aus: „Das Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württ.) Nr. 125 im Weltkrieg 1914–1918“ׅ, Stuttgart 1923

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