Freitag, 18. März 2016

18. März 1916


„In diesen Tagen hatte auch die 1. Batterie einen schmerzlichen Verlust zu beklagen. Wie allabendlich, so wurde auch an dem fraglichen Tag die Telephonleitung Feuerstellung – Gefechtsstand Stab I. Abteilung im Steinbruch und Hauptbeobachtung im Panzerturm abgeschossen. Die Verbindung mußte baldmöglichst wieder hergestellt werden, und es meldeten sich hierzu freiwillig Unteroffizier Bruno Schäfer und Kanonier Mattheis. Trotz feindlichen Feuers und hereinbrechender Dunkelheit gelang es den beiden Tapferen, die Verbindung zum Steinbruch und von dort zum Panzerturm wieder herzustellen.
Auf der Beobachtung glücklich angekommen, gönnten sie sich eine kurze Rast, übergaben ihren Kameraden die lang ersehnte Feldpost – die Grüße aus der Heimat – und verließen dann wieder, von diesen mit einem Herzlichen „Behüt euch Gott und kommet gut runter“ begleitet, die Beobachtungsstelle. Die Nacht war hereingebrochen, die eben geflickte Leitung schon wieder in tausend Stücke geschossen. Als Schäfer und Mattheis in der Feuerstellung nicht ankamen, machten sich die Kameraden der Feuer-stellung bei Tagesanbruch auf – vorher hätte es keinen Zweck gehabt –, um nach ihnen zu suchen.
Nahe vor der Stellung lagen die beiden Helden, Schäfer und Mattheis – tot. Eine Granate, in nächster Nähe krepiert, hatte sie dahingerafft.“


aus: „Das Württembergische Feld-Artillerie.-Regiment Nr. 116 im Weltkrieg“, Stuttgart 1921

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