Mittwoch, 23. März 2016

23. März 1916


„Es war falsch, nicht von vorne herein die Höhe 51 stark zu besetzen. Sie mußte vom ersten Tage an die Basis für die gesamten Erkundungen bilden. Als man sich später dazu entschloß, diesen wichtigen Punkt stark auszubauen, hatte der Gegner  bereits sich vor der Front festgesetzt. Anfangs März war das Gelände bis Bajalka – vielleicht sogar bis zum Ardzan-See – offen, unsere Patrouillen hätten nach allen Seiten erkunden können. Und wie wertvoll wäre es gewesen, jene Gegend aus eigener Anschauung zu kennen, in der man wenige Wochen später sich den Feind von Tag zu Tag fester einnisten sah! Ganz besonders aber rächte es sich, daß man es unterlassen hatte, auf dem westlichen Wardar-Ufer den Gebirgsblock südlich Gjevgjeli, wo die beiden Orte Majadag und Kara Sinanci lagen, deshalb nicht zu besetzen, weil er auf griechischem Gebiet lag. Wenige Wochen später erschienen dort die Franzosen, bauten ihre Beobachtungsstellen auf dem alle deutschen Stellungen von der Flanke aus beherrschenden Hochplateau ein und waren so in der Lage, nicht nur die ganze deutsche Front zwischen Wardar und Dub, sondern auch noch das ganze Wardar-Tal bis hinauf nach Prdjeci zu überwachen und nach Belieben unter Feuer zu nehmen.“



aus: „Das Füsilier-Regiment Kaiser Franz Joseph von Österreich, König von Ungarn (4. württ.) Nr. 122 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1921

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