Montag, 28. März 2016

28. März 1916


„Am 27. März, nachdem auf feindlicher Seite die ganze Zeit schon große Unruhe geherrscht hatte, wurde 5.30 Uhr vormittags die Erde durch vier erdbebenartige Stöße bewegt, zu gleicher Zeit setzte Artillerietrommelfeuer ein. Die Sprengungen waren im linken Abschnitt bei St. Eloi gewesen, vom Artilleriefeuer wurde der linke Regiments-flügel gestreift. Die Engländer hatten die deutsche Stellung unterminiert und mit vollem Erfolg gesprengt, anschließend waren sie in etwa 800 Meter Breite in die Stellungen der 46. Res.-Div. eingebrochen.
2 Tage lang hatte das Regiment unter dem Hin- und Herwogen des Kampfes zu leiden, auch Kortewilde wurde beschossen und 5 Mann verwundet. Besonders am linken Flügel der Stellung zeichnete sich die 1./124 unter Oberleutnant d. R. Bauer aus. Die Stellung hatte hier sehr stark gelitten, an vielen Stellen war sie ganz verschwunden. Allmählich trat wieder Ruhe ein, die nur durch große artilleristische Tätigkeit der linken Nachbar-division unterbrochen wurde. Diese wollte den Gegner durch das Feuer so mürbe machen, daß beim Wiedernehmen der Stellungen die Verluste möglichst vermieden wurden. Das Regiment wurde durch dieses Schießen sehr unangenehm in Mitleiden-schaft gezogen, weil sehr viel der verstärkten Artillerie in seinem Abschnitt stand, und so das Vergeltungsfeuer der Engländer auch das Regiment traf. Ein sächsischer Ober-leutnant, der mit seiner Batterie im Schloßpark Hollebeke stand, mußte besonders viel Klagen über sich ergehen lassen, besonders wenn er, was häufig vorkam, Kurzschüsse hatte, die in unsere Stellung gingen.“


aus: „Das Infanterie-Regiment „König Wilhelm I“ (6. Württ.) Nr. 124 im Weltkrieg 1914–1918ׅ, Stuttgart 1921

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