Sonntag, 22. März 2015

22. März 1915

 

„Am 18. März setzte Artilleriefeuer ein, das dann in den folgenden Tagen etwas schwächer wurde, vorübergehend auch ganz aussetzte, dann aber mit erneuter Gewalt am 22. losbrach und sich als die Einleitung zu einem groß angelegten Infanterieangriff erwies. Auf die ganze ausgedehnte Stellung von Badonviller warf sich die Macht des Feindes. Zweimal brachen die Franzosen in dichten Massen aus ihren Gräben hervor, das zweitenmal mit herbeigeeilter Verstärkung. Reihenweise fielen die Angreifer. Das wohlgezielte deutsche Feuer richtete schwere Verheerungen unter ihnen an. Aber immer von neuem brandeten die feindlichen Wellen gegen den deutschen Damm, bis sich endlich ihre Kraft brach. Die Franzosen gruben sich in einer Mulde etwa 100 Meter vor den deutschen Hindernissen ein. In der Nacht versuchten sie von neuem ihr Heil, wieder zogen sie sich mit blutigen Köpfen zurück. Die deutsche Mauer, die Wacht an der Grenze, stand fest.

An diesem schweren 22. März fand der Leutnant d. R. Max Salzmann von der 5. Eskadron Dragoner-Regiments 25 den Heldentod. Schon beim Vorrücken in die Feuerstellung waren mehrere Dragoner durch einen Granatvolltreffer im Verbindungsgraben verwundet worden. Als der Offizier, im bürgerlichen Beruf Arzt, seinen Leuten die Wunden verband, traf ihn, der um seine eigene Sicherheit nicht im geringsten besorgt war, ein Schrapnellschuß am linken Unterarm. Ungeachtet seiner Wunde erfüllte Leutnant Salzmann seine doppelte Pflicht als Offizier und Arzt. Wenige Minuten später aber schlug eine Granate an dem gefährlichen Platz ein und zerschmetterte dem tapferen Mann die Hirnschale.“

aus: „Schwäbische Kunde aus dem großen Krieg“, Band 3, Stuttgart 1918

 

aus. „Mit den Olga-Dragonern im Weltkrieg“, Stuttgart 1920

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