Dienstag, 31. März 2015

31. März 1915


„Die Feldwache der 3. Komp., die immer noch ihre alte Stellung hatte, wird am 31. März von 5.30 bis 7 Uhr nachmittags mit schwerer Artillerie zugedeckt. 8.30 Uhr abends wird sie von mindestens 150 Franzosen gestürmt. Sie zieht sich zurück und bezieht in Höhe der Vorposten der anderen Kompagnien eine neue Stellung. Abends 10 Uhr geht auch die Feldwache der 4. Komp. (Graf) in Fey zurück. Sie hatte unter der Führung des Feldwachhabenden, Leutnant d. R. Pfleiderer, den überlegenen Angriff der Franzosen, der in den Abendstunden begann, solange es ging, aufgehalten. Auf dem Friedhof, an dem Westausgang des Orts, wo die Franzosen sich schon festgesetzt hatten, wurde von ihr ein Angriff unternommen. Die Franzosen wurden zurückgeworfen und ließen 4 Tote und 3 Gefangene, darunter einen Schwerverwundeten, zurück. Nachdem der vom Batl. 54 besetzte Ostausgang des Dorfes verlassen war, war ein weiteres Verbleiben in Fey nicht mehr möglich. Die Verwundeten, die in dem Feldwachkeller lagen und nicht mitgenommen werden konnten, wurden unter dem Schutze eines Sanitätssoldaten zurückgelassen. Einem Teil der Feldwache unter der Führung des Unteroffiziers d. L. Mangold und des Gefreiten d. L. Kurz gelang es, den am Osteingang von Fey eindringenden Gegner durch Werfen von Handgranaten längere Zeit aufzuhalten. Sie verloren dadurch die Verbindung mit der Feldwache und gerieten ebenfalls in Gefangenschaft. Durch französische Kriegsgefangene erfuhr man später, daß sie sich vor ihrer Gefangennahme noch mehrere Tage in einem Hause von Fey verteidigt haben. Der Rest der Feldwache entging mit knapper Not der Gefangennahme durch die von allen Seiten mit Übermacht in den Ort eindringenden Franzosen.  Auf die Meldung von der Räumung von Fey befahl die Brigade die Ausführung der vorbereiteten Sprengung, die aber versagte. Die Batterie Schlösser (2./29), die seit Monaten ihre Feuerstellung in der Batteriestellung der 4. Komp. des Batl. 51 hatte, war durch die veränderte Lage gezwungen, ihre Stellung zu wechseln.

Ein weiterer Angriff erfolgte zunächst nicht. Die in Fey gemachten Gefangenen gehörten dem 29. Inf.-Regt. an. Das Regiment war erst seit einigen Tagen in der Stellung bei Fey. Auch das 167. und 169. Regiment, unsere alten Gegner, seien noch da. Die Verluste des Batl. 51 betrugen am 31. März 55 Tote und Verwundete. Leutnant d. R. Nägele erlag bald seinen Wunden und wurde auf dem Friedhof von Vilcey beerdigt.“
 
 

aus: „Das Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 478 und seine Stammtruppen Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 51, 52, 53 und Ersatz-Infanterie-Regiment Nr. 51“, Stuttgart 1924

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