Mittwoch, 4. März 2015

4. März 1915


„Fieberhaft wurde indessen am Ausbau der neuen Stellung und der Verbindung mit der alten gearbeitet; galt es doch sie gegen einen zähen und Hartnäckigen Gegner zu verteidigen. Auch wurde durch Vortreiben von Minen und Horchstollen Vorkehrung gegen die erwartete Minierarbeit des Gegners getroffen. Trotzdem konnte der Gegner in dem weichen Boden seine Stollen unbemerkt vortreiben und am Abend des 4. März unter dem linken Flügel des eroberten feindlichen Hauptgrabens eine starke Minenladung zur Entzündung bringen, durch die zwei Gruppen und ein Maschinengewehr verschüttet bzw. herausgeschleudert wurden. Gleichzeitig setzte lebhaftes Infanteriefeuer gegen den Regimentsabschnitt ein und die feindliche Artillerie nahm das Hintergelände der Stellung unter Feuer. Der Gegner – wiederum 16. Queen-Lancers – drang mit starken Kräften in den entstandenen Trichter und darüber hinaus in unserem neuen Stellungsgraben und den anschließenden Gräben vor. Den Verbindungsweg dämmte er bei a nach rechts ab und brachte hier ein Maschinengewehr in Stellung. Im neuen Stellungsgraben wurde er bei b von dem Unteroffizier Eger aus Stuttgart und dem Reservisten Seeger aus Horschweiler, beide von der 12. Kompagnie, mit Handgranaten die man damals noch mühsam mit dem Streichholz entzünden mußte, zum Stehen gebracht und sicherte sich hierdurch eine Sandsackpackung. Nur in dem dazwischenliegenden unbesetzten Graben konnte er bis c gelangen, wo er dann ebenfalls abriegelte.

Inzwischen war es der Tatkraft des jugendlichen Führers der 12. Kompagnie, Leutnant Tuttmann I, gelungen, den Widerstand zu organisieren und den Gegenstoß einzuleiten. Er zog seine Unterstützung heran, sorgte für Handgranaten, Sandsäcke und Schutzschilde und benachrichtigte den Abschnittskommandeur, Major Goez, der nun seinerseits die 12. Kompagnie durch die linke Bereitschaft (2. Komp.) verstärkte, die hintere (1. Komp.) an deren Stelle rücken ließ und als Ersatz für diese eine Kompagnie der Regimentsreserve (4. Komp.) anforderte. Glänzend bewährte sich dabei das weitverzweigte und gut ausgebaute Fernsprechnetz.“

 

aus: „Das 8. Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 126 Großherzog Friedrich von Baden im Weltkrieg 1914-1918“, Stuttgart 1929

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