Montag, 9. März 2015

9. März 1915


„Der 9. März brachte etwas Neues. Nachdem das Regiment 129 die ganze bisherige Front der Brigade besetzt hatte, sammelte sich das Regiment 125 in der Nacht vom 8./9. März bei Vw. Jezierzec und erhielt hier Befehl, nach Stolniki, 3 km westlich Rudki, zu marschieren. Als es am 9. um 8.15 Uhr vormittags dort eintraf, war General von Stein damit beschäftigt, eine neue Brigade zu bilden. An die Stelle des Regiments 129  trat das Res.-Inf.-Reg. 118 (bestehend aus 2 Bataillonen 118 – Hessen – und 1 Bataillon Inf.-Reg. 63 – Schlesier).

Der Gefechtsauftrag ließ nicht lange auf sich warten. Die Brigade sollte gegen eine stark befestigte Waldstellung des Gegners an der Straße Cielondz–Zdzary mit rechtem Flügel am Wege Stolniki–Zuski vorgehen und die Stellung in Richtung Zuski durchstoßen. Eile war geboten.

Nachdem die Verbindung mit den Nachbartruppen (rechts eine Brigade der 38. Division, links eine Brigade des Korps Posen) aufgenommen worden war, erhielten die Regimenter ihre Gefechtsstreifen zugeteilt, – sie waren sehr groß, 500 m für jedes Regiment.

Ohne die vier Kanonenbatterien abzuwarten, die das Vorgehen der beiden Regimenter unterstützen sollten, gingen Res.-Reg. 118 rechts, Regiment 125 links in ungebrochenem Wagemut frisch und energisch dem neuen Angriffsziel entgegen.

Sehr unangenehm empfundenes Artillerie- und Maschinengewehr-Flankenfeuer von Baracke her brachte einen Stop in die Bewegung. Ohne Artillerie geht es doch nicht. Erst nachdem Artilleriefeuer auf Baracke gelegt worden war, kommt wieder Fluß in die Bewegung. Es gelingt dem Regiment 125 in den Wald einzudringen und sich schließlich bis auf 500 m unter Aufbietung aller Kräfte von Führer und Mann an die Hauptwaldstraße heranzuarbeiten. Weiter geht’s nicht. Der rechte Anschlußflügel war in seinem Vordringen weniger erfolgreich und von unserem linken Anschluß war eine tatkräftige Unterstützung nicht zu erwarten und zu verlangen, das waren zusammengewürfelte Trupps der verschiedensten Truppenteile, ohne Führer, zermürbt von den unterbrechungslosen verlustreichen Kämpfen und der kalten rauhen Witterung der letzten Tage.“

aus: „Das Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württ.) Nr. 125 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1923

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