Mittwoch, 10. Juni 2015

10. Juni 1915


Unteroffizier Anton Müller.
Pionierbataillon 13 in Ulm, gestorben 10. Juni 1915.
Zimmermeister, verheiratet seit 1895 mit Magdalene Glöckler aus Allmendingen, Vater von 8 Kindern, ist am 15. Mai 1871 hier geboren. Eltern: Andreas und Elisabeth Müller; diese eine geborene Krebser. Seine berufliche Ausbildung genoß er bei Herrn Stadtbaumeister Bendel hier, bei dem er als Geselle lange arbeitete. Später war er beruflich tätig in Leutkirch und bei Zimmermeister Knörle hier. 1891/93 diente Anton Müller aktiv beim 13. Pionier-Bataillon Ulm. Nachher arbeitete er zumeist bei Bauunternehmer Sporrer hier.
Bei der Mobilmachung wurde er bald eingezogen zum Landsturm, tat Dienst im Heimatheer in Weingarten, in Baienfurt und Ludwigsburg. Von dort ging es im November 1914 ins Feld, zunächst in die Etappe nach Belgien. Kurz vor Weihnachten erkrankte er (Halsleiden und Magengeschwüre), lag im Lazarett in Ulm, wurde nach seiner Genesung für kurze Zeit entlassen, bald aber wieder einberufen. Doch schon nach 14-tägigem strengen Dienst in Ulm (Rekrutenausbildung an und auf der Donau) erkrankte Anton Müller aufs neue, kam wieder ins Lazarett in Ulm, dann nach Biberach, zuletzt ins Spital nach Tübingen, wo er am 10. Juni 1915 starb. In die Heimat überführt, wurde er im Friedhof der Stadt an seinem Namenstag mit militärischen Ehren bestattet.
Der Militärverein, der Turnverein, der Arbeiterbildungs- und der Arbeiterunter-stützungsverein ehrten ihr langjähriges Mitglied, die städtische Feuerwehr ihren ehemaligen Kommandanten, die Einwohnerschaft einen tüchtigen Geschäftsmann, einen wackeren Bürger und pflichtgetreuen Soldaten durch letztes Geleite.“


aus: „Schwäbische Helden Weingarten (in Wttbg.) im Weltkrieg“, Stuttgart 1920

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