Samstag, 27. Juni 2015

27. Juni 1915


„Der Gegner leistete kaum mehr Widerstand, und die Verfolgung führte das Füsilier-Regiment fast in einem Zuge bis nach Zurow, wo das I. und II. Bataillon erst am Abend des 26. Juni wieder durch russische Abteilungen, die auf den beherrschenden Höhen östlich des Dorfes saßen, in ihrem Vorwärtsdringen aufgehalten wurden. Der junge Leutnant Betz wurde während der Verfolgung von einer Granate zerrissen. Er war der erste Offizier, der auf dem neuen Kriegsschauplatz den Soldatentod starb. Rechts von den Füsilieren hatten die 129er die Gegend westlich Kolokolin, links die Spitzen der 1. Infanterie-Division die Waldstücke westlich Fedorowka erreicht.
Äußerst ungünstige Geländeverhältnisse unterbrachen in Zurow die Verfolgung. Die von Südwesten herankommende Straße zwängte sich im Dorfe selbst zwischen einem See und einem Sumpf hindurch. Auf einige hundert Meter konnte man nur in dieser schlauchartigen Enge vorwärts kommen. Diese Stelle war aber von den Maschinen-gewehren der Länge nach bestrichen, die der Russe in genauer Kenntnis der Örtlichkeit auf den Höhen östlich des Dorfes aufgestellt hatte. Die Lage war folgende:


Während des ganzen 27. Juni gelang es nicht, über Zurow hinaus vorzudringen. Der Russe lag in mehreren Gräben auf den Hängen östlich Zurow. Jeder Versuch, aus der Dorfenge herauszustoßen, scheiterte an dem starken Feuer des Gegners. Der weitere Angriff wurde daher bei Tag aufgegeben und für die Nacht vom 27./28. Juni ein durch starke Artilleriewirkung vorbereiteter Stoß in Aussicht genommen. Das I. und II. Bataillon lagen in Zurow im Schutze der Häuser, das III. Bataillon, jetzt dem Regiment wieder unterstellt, war nach Fedorowka gezogen worden.“




aus: „Das Füsilier-Regiment Kaiser Franz Joseph von Österreich, König von Ungarn (4. württ.) Nr. 122 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1921

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