Samstag, 13. Juni 2015

13. Juni 1915


„Die Nacht vom 12./13. Juni war auffallend ruhig, aber am 13. Juni morgens setzte Trommelfeuer ein, dem ein französischer Angriff folgte. In zwei Schützenwellen, dahinter die Sturmkolonne vorgehend, griffen die Franzosen die Stellung nördlich der Straße Serre–Mailly an. Dort bog die Stellung nach hinten um, so daß das Bataillon von der rechten Flanke gefaßt wurde, während es von vorne nur  Feuer bekam.
Nördlich der Straße drang die vorderste Linie des Gegners in die Stellung ein und nahm die Besatzung gefangen, soweit sie noch lebte, aber über die Straße herüber kam der Gegner nicht mehr. Die Sturmkolonnen wurden 150 Meter vor der Stellung, durch das Feuer des Bataillons unterstützt, von der Artillerie niedergemäht. So war der Durchbruchsversuch der Franzosen an dem heldenmütigen Widerstand des Bataillons gescheitert. Nach einigen schwachen Versuchen gaben sie das Unternehmen ganz auf.
Mit der Eroberung der Höhe bei Serre durch die Franzosen wäre die ganze deutsche Stellung von Beaumont bis Thiepval und das Granatloch unhaltbar geworden. Das II. Bataillon hatte am 13. Juni den Hauptstoß ausgehalten und hatte ihn glänzend abgewehrt. Die Verluste betrugen 314 Mann, unter ihnen auch der unermüdliche Bataillonsführer, Hauptmann Nagel und Oberleutnant d. R. Hornberger, ein alt erprobter Friedensoffizier.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Inf.-Regiment Nr. 121 im Weltkrieg 1914–1918“ Stuttgart, 1922

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