Mittwoch, 2. September 2015

2. September 1915


„Immer weiter geht es nach Nordosten. Der 2. September stellt das Regiment vor die Aufgabe, den Swislocz-Abschnitt zu erzwingen. Der Russe hatte die Höhen bei Czaplicze stark besetzt. Sumpfiger Grund erschwerte den Übergang über den Swislocz; nur langsam ging der Angriff vorwärts. Aufklärung und Erkundung war in dem Sumpfgelände nicht leicht. Ein Mißstand war es, daß mit unserem raschen Nachdrängen der Ersatz der Artilleriemunition nicht Schritt halten konnte; unsere Batterien waren sehr zum Haushalten mit der Munition genötigt.
Zwischen Inf.-Regt. 34 (rechts) und 125 (links) griff das Regiment am 2. September 1915 nördlich Krasna mit I. Bataillon über Vw. Klepacze den Südteil von Czaplicze und die dortigen Höhen, mit III. Bataillon den Nordwestrand von Czaplicze zum Teil in starkem feindlichem Artilleriefeuer an; II. Bataillon folgte hinter der Mitte und stellte 2.20 Uhr nachmittags 2 Kompagnien dem I. Bataillon als Verstärkung zur Verfügung.
Trotz feindlichen Flankenfeuers von einer vorspringenden Bergnase, trotz des schwie-rigen Uferwechsels über den 20 Meter breiten Swislocz und der durch den Munitions-mangel beschränkten eigenen Artillerieunterstützung schreitet das I. Bataillon 4.20 Uhr nachmittags erfolgreich zum Angriff auf die Höhen.
Gegen 4.35 Uhr nachmittags sind die Grenadiere in den russischen Gräben und verfolgen den weichenden Feind, der 130 Gefangene in unserer Hand ließ.
Am Abend zieht der Regimentsstab in Vw. Klepacze, das I. Bataillon in Zylicze und Gorbacze ein, während das II. und III. Bataillon die Höhen östlich davon in der allgemeinen Linie Widziejki – Kwatery im Anschluß an die Nachbartruppen besetzt halten.
Ein heißer, schwüler Kampftag lag hinter uns.
In diesem Gelände mit zahlreichen fauligen Morästen, der Heimat von Typhus und Cholera, haben unsere Schutzimpfungen zweifellos wertvolle Dienste geleistet und erfolgreich Erkrankungen in größerem Maßstab verhindert.“



aus: „Das Grenadier-Regiment „Königin Olga“ (1. Württ.) Nr. 119 im Weltkrieg 1914-1918“, Stuttgart 1927

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