Donnerstag, 24. September 2015

24. September 1915


„Ununterbrochenes Trommelfeuer lag an diesem Tage auf unsern Gräben, ebenso waren sämtliche Anmarschwege dauernd unter Feuer gehalten. Die weitverzweigten Artillerie-Telephonverbindungen, insbesondere zu den Beobachtungsstellungen in vorderster Linie, waren immer wieder beschädigt und mußten ungezähltemale im heftigsten Feuer wiederhergestellt werden. Selbst die eingegrabenen Kabelverbindungen einzelner Batterien hielten nicht stand. Die aufopfernde Tätigkeit der Telephonisten während dieser Tage verdient höchstes Lob. Immer wieder gelang es, wenn auch nur für einige Minuten, die Verbindung herzustellen und so Nachrichten von vorne an die Kommando-stellen gelangen zu lassen.
4 Uhr nachmittags wurde die Beobachtungsstelle der 5. Batterie durch einen Volltreffer zerstört, der Beobachter verwundet, der Telephonist getötet.
Der Artilleriekampf tobte bis spät in die Nacht und zwar hauptsächlich von der Bahnlinie Ypern – Roulers nach Süden. Dies ließ darauf schließen, daß der zu erwartende Angriff sich auf diesen Abschnitt richten würde. Die rechts der Bahn stehenden Batterien erhielten daher den Befehl, zur Unterstützung der linken Gruppe flankierend in deren Abschnitt zu schießen.
Es standen für die Abwehr in dem gefährdeten Abschnitt nunmehr 7 Kanonen- und 3 Haubitzbatterien, sowie verschiedene Züge C/73 und französische Geschütze dem Kommandeur der Feldartillerie zur Verfügung. Nur die 3. Batterie blieb frontal gegen den Abschnitt rechts der Bahn eingesetzt. Jeder Batterie war ein genau festgelegter Abschnitt zur Bekämpfung zugewiesen, im Durchschnitt in 200 – 300 Meter Breite. Die 4. Batterie hatte das Gelände bei Eclusette, die 7. im Anschluß daran bis zum nächsten Ende des T-Wäldchens, 5. von hier bis Eierwäldchen, 6. Batterie von hier bis zur Bahn. 9./54, 8./54, 1./53, 2./53, 3./53, 2./54, C/73 lagen meist flankierend auf den dahinter liegenden zweiten Gräben.
Alle Batterien waren genau eingeschossen, sogar die einzelnen Geschütze mit verschiedenen Entfernungen, infolge der vielfach unregelmäßig verlaufenden feindli-chen Gräben. Jede Batterie hatte durchschnittlich 1100 Schuß in Feuerstellung.“


aus: „Das Württembergische Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 54 im Weltkrieg 1914-1918“, Stuttgart 1929

Keine Kommentare:

Kommentar posten