Dienstag, 22. Dezember 2015

22. Dezember 1915


„Am 15. Dezember lösten das II. und I. Bataillon wieder einander ab in ihrer Verwen-dung; das II. kam in die Stellung südlich der Thur, das I. wurde Divisionsreserve. Sechs Tage später, am 21. Dezember, abends, wurde das letztere Bataillon alarmiert; zwei Kompagnien rückten nach Staffelfelden, eine nach Sennheim, eine nach Wattweiler.
Der Bataillonskommandeur erhielt die Mitteilung, der Gegner habe am Hartmanns-weilerkopf bedeutende Fortschritte gemacht, die 12./R. 78, welche westlich des Hirzsteinkopfes bei Wattweiler stand, war bis auf zwei Mann vermißt. Wattweiler sei vom I./L. 126 um jeden Preis zu halten, die Lage dort festzustellen. Das Bataillon rückte auf dies hin mit drei Kompagnien – Staffelfelden blieb unbesetzt – nach Wattweiler und dem Wald westlich davon. Hier füllte es eine 1500 Meter breite Lücke in der deutschen Stellung aus und stellte fest, daß die Franzosen sich nördlich des durch Wattweiler fließenden Baches verschanzten. Eine Patrouille der 4. Kompagnie unter Leutnant Banzhaf war zwischen französischen Patrouillen hindurchgeschlichen und brachte diese Meldung zurück. Zugleich stellte sie die Plätze der Anschlußtruppen fest.
Die Stellung, welche die drei Kompagnien nun einnahmen, war eine reine Feldstellung ohne jede künstliche Verbesserung. Wagen mit großem Schanzzeug besaßen die Land-wehrbataillone noch nicht; mit dem kleinen war nicht viel zu machen. Die französische Artillerie richtete ihr Feuer gegen das Bataillon. Doch glücklicherweise hatten die feindlichen Patrouillen unsere Linien nur sehr mangelhaft festgestellt; das meiste Feuer ging falsch. Immerhin betrugen unsere Verluste 5 Tote und 30 Verwundete, darunter 2 Offiziere.“


aus: „Das Württemberg. Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 126 im Weltkrieg 1914–1918“, Stuttgart 1921

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