Dienstag, 20. Juni 2017

20. Juni 1917



„An der Schlachtfront gleicht ein Tag dem anderen. Die zu allen Tages- und Nachtzeiten mit allen Kalibern erfolgenden Feuerüberfälle sind schlimm. Die Truppen, obwohl im Gelände so weit zerstreut, als es ihre einheitliche Verwendung im Kampf nur irgend zuläßt, leiden schwer, die Verluste sind beträchtlich, die Zerstörungen an den Deckungs-gräben und Unterständen groß. Vor Überraschungen suchen wir uns insonderheit durch Draht zu schützen, Einschläge feindlicher Geschosse beschädigen ihn, ohne ihn ganz wertlos zu machen. Verdrahtet nach allen Himmelsrichtungen werden auch die im Abschnitt der Regiments gelegenen Waldstücke Cronière und Sart, sowie die diese beiden Wälder verbindenden „Majorsbüsche“. Von Granaten entwurzelte Bäume und abgeschlagene Äste verfangen sich im Drahtgeflecht und bilden so ein vorzügliches Hindernis, das einem Gegner, der Lust verspüren sollte, zu uns herüberzukommen, schwer zu schaffen machen dürfte. Aber der Gegner kommt nicht, große Angriffe unternimmt er nicht mehr, nur mit kleinen und mittleren Patrouillen fühlt er des öfteren an unsere Stellung heran. Dauernd muß man auf der Hut sein.“

aus: „Das Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württ.) Nr. 125 im Weltkrieg 1914–1918“ׅ, Stuttgart 1923


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