Donnerstag, 17. August 2017

17. August 1917


„Für die Nacht vom 17./18. wurde die Ablösung der im Abschnitt Langemark eingesetz-ten Truppen der 79. und 183. Inf.-Division befohlen. Mit welchen Schwierigkeiten dies verbunden war, läßt sich schon aus dem Divisionsbefehl vom 17. 7 Uhr abends entneh-men, der folgende Stelle enthält: „Die zur Ablösung der Kampfabschnitte bestimmten Regimenter , 119 rechter Abschnitt und 125 linker Abschnitt, sind planmäßig bis zur Wilhelmstellung vorzuführen. Von hier aus findet die Ablösung der vorderen Linie statt, sobald über deren Verlauf Einweisungskommandos Klarheit geschaffen haben und das Vorführungskommando sichergestellt ist. Ist das nicht so rechtzeitig möglich, daß das Vorführen noch bei Dunkelheit erfolgen kann, so findet die Ablösung der vorderen Linie erst vom 18./19. August statt.“
Für den Regimentsabschnitt war die Einteilung in 2 Unterabschnitte mit je einem Kampfbataillon, II. Bataillon Nord, I. Bataillon Süd, vorgesehen, dahinter sollte das III. Bataillon als Stoßbataillon auf den ganzen Regimentsabschnitt verteilt werden.
In der vorderen Linie traf man auf Teile von vier vollständig durcheinandergekommenen Regimentern, sie gehörten teils der 79., teils der 183. Division an. Führer waren nicht vorhanden, der Verlauf der einzunehmenden Stellung mußte erkundet werden. Unsere Vorkommandos waren in das Kampfgewirr des Gegenstoßes hineingeraten, sie waren von den Regimentern der 79. Division sogleich zurückgeschickt worden. Während der Ablösung war das von Fliegern geleitete Artilleriefeuer außerordentlich heftig, es lag gleichmäßig schwer auf vorderer Linie und Hintergelände. Es ist daher erklärlich, daß es nur einem Kampfbataillon, dem Bataillon Hug (II.) gelang, die Ablösung der vorderen Linie in der Nacht vom 17./148. durchzuführen, das I. Bataillon nahm erst in der darauf-folgenden Nacht die vorgesehene Stellung ein. Leutnant d. R. Gnädig (1. Kompagnie), der sich in der ersten Arrasschlacht (23. April 1917) besonders hervorgetan hatte, wurde dabei so schwer verwundet, daß er uns am 20. August durch den Tod entrissen wurde.“

aus: „Das Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württ.) Nr. 125 im Weltkrieg 1914–

1918“ׅ, Stuttgart 1923

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