Dienstag, 8. August 2017

8. August 1917


„Butte de Tahure“, eine jener Höhen der Westfront, die jeder Deutsche oft mit Spannung im Heeresbericht las. Wie oft sah ich von dieser kahlen Kuppe hinüber in des Feindes Gebiet, in das Grabengewirr mit den blendend weißen Kreidelinien, mit den zerschossenen Waldstücken auf kahler Höhe, ohne ein lebendes Wesen zu erschauen. Trichter an Trichter gemahnte an die schweren Kämpfe, manch schlichtes Kreuz an das Blut, das hier geflossen ist. Man hatte dort oben unwillkürlich das Gefühl, an geweihter Stätte, auf geschichtlich gewordenem Boden zu stehen und ein Teil Weltgeschichte an Ort und Stelle zu erleben. Ja, erleben! Nur wer als Soldat den Krieg erlebt hat, der kann uns diese Gefühle nachempfinden, und in uns wecken solche Geländepunkte ganz wunderbare Erinnerungen. Butte de Tahure, Dreckschlucht, Hauptriegel, all ihr großen und kleinen Gräben, ihr rückwärtigen Stellungen und Lager, ihr Abschnitte von F 1 bis F 5 – euch alle lassen wir noch einmal in der Erinnerung an uns vorüberziehen – und dann Abmarsch nach rückwärts, durch wogende Felder, an lieblichen Stätten vorüber, durch wogende Felder, an lieblichen Stätten vorüber, durch Wiesengründe und über Bergeshöhen, zurück in die Gegend von Vouziers, wo Leben ist in der unzerstörten Ortschaft wie in der Heimat.“


aus: „Ehrenbuch des württembergischen Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 248“, Stuttgart 1932

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