Dienstag, 27. Februar 2018

27. Februar 1918


„In den Nächten vom 2. bis 5. Februar 1918 wurde das Regiment mit der Division wieder in denselben Stellungen eingesetzt, die es Ende Dezember verlassen hatte. Die württembergischen Regimenter lösten die sächsischen Truppenteile ab, die von ihnen damals die Stellungen übernommen hatten. Es war also vertrautes Gelände, das man wieder sah, und doch man verwünschte es und sehnte sich darnach, es nimmer weder zu sehen. Die Einteilung der Untergruppen blieb die gleiche wie im Jahr zuvor. Die Untergruppe rechts (III. Abteilung) mit der 7., 8. und 9. Batterie bildete die Artillerie bei R.-I.-R. 120. Die Untergruppe Mitte (Stab der I. Abteilung) mit der 2., 3. und 6. Batterie bei I.-R. 414 und die Untergruppe links Stab II Abteilung mit 1., 4. und 5. Batterie bei I.-R. 413.
Der Engländer war übrigens inzwischen immerhin erheblich ruhiger geworden; auch die schweren Beschießungen, die noch im Dezember an der Tagesordnung waren, wurden seltener. Immerhin war es keine ruhige Front. Man mußte stets auf der Hut sein. Die Unterkunft in den Stellungen war bei dem kalten Winterwetter eine höchst fragwürdige. An klaren Tagen, die damals keineswegs selten waren, und an denen man nicht heizen durfte, war es hundekalt und man fror in den Unterkünften erbärmlich.
Die Gefechtstätigkeit beschränkte sich auf Vernichtungsfeuer und Batteriebekämpf-ungen in üblichem Ausmaß. In Hooglede, wo fast ohne Ausnahme die Protzenquartiere sich befanden, wurden unter Führung des Oberst Flaischlen Kurse für Offiziere und Unteroffiziere abgehalten, um das neue Angriffsverfahren kennenzulernen. An ihnen nahm auch das Regiment befehlsgemäß teil. Am 15. Februar 1918, dem 70. Geburtstag des von allen geliebten Landesherrn, erhielten die Batterien des Regiments den Befehl zur Ablösung. Als derselbe vom Gefechtsstand des Regiments im Schloß von Hooglede zu den Batterien hinausgegeben wurde und ihn dort die Leute erfuhren, erscholl allseits ein Hurra. Nun ging’s doch endlich weg vom verfluchten Flandern, hoffentlich auf Nimmerwiedersehen.“
                                                                                                                                                                 

aus: „Das Württembergische Res.-Feld-Artillerie-Regiment Nr. 27 im Weltkrieg 1916-1918“, Stuttgart 1925

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