Mittwoch, 28. Februar 2018

28. Februar 1918


„Von der großen Schlacht gaben noch beredtes Zeugnis die vielen herumliegenden Tanks und englischen Befestigungen in den Hohlwegen, an denen die dortige Gegend sehr reich ist. Überall im Bourlon-Wald lagen noch englische Ausrüstungsstücke umher und überall fanden sich die Benzinkannen aus den Tanks, mit denen die Engländer bei ihrem Rückzug versucht hatten, die Stollenrahmen in Brand zu setzen. Vor der Stellung lag auf einer sanften Anhöhe der vom Feind besetzte Ort Flesquières infolge dieser bevorzugten Lage beherrschte der Gegner mit der Sicht unsere Stellungen und An-marschwege. Beim Einsatz war das englische Artilleriefeuer gering, die Infanterie benahm sich sehr unvorsichtig und war offenbar wenig beschossen worden. Dies änderte sich nach kurzer Zeit. Die eigene Stellung bestand aus einem tiefen Vorfeld, mit einer noch nicht ganz ausgebauten Hauptwiderstandslinie dahinter. Stollen waren ziemlich reichlich vorhanden. Als Anmarschstraße diente die Route Nationale Albert – Cambrai, sie war aber vom Gegner eingesehen und erhielt oft überraschend Feuer. Das Regiment lag am linken Divisionsflügel, rechts lag Inf.-Regt. 120, links Inf.-Regt. 68. Abgesehen von beiderseitigen Patrouillenvorstößen ereignete sich nichts Besonderes, im ganzen war die Stellung ruhig, die guten Quartiere in Cambrai und die Stadt selbst mit ihren Unterhaltungen ließen diese Zeit als nicht besonders anstrengend erscheinen. Am 27. Februar begann die Ablösung durch die 24. Res.-Div. Die Ablösung erfolgte ganz allmählich und mußte der Sicht des Gegners ganz entzogen werden.“
                                                                                                                                                                 
aus: „Das Infanterie-Regiment „König Wilhelm I“ (6. Württ.) Nr. 124 im Weltkrieg 1914–1918ׅ, Stuttgart 1921


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